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Lauenburg Fuchs und Hase treffen sich an der alten Schäferei
Lokales Lauenburg Fuchs und Hase treffen sich an der alten Schäferei
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22:04 21.04.2017
Große Räume, stilvoll mit Antiquitäten eingerichtet, kennzeichnen das Forstgut Bergholz in Langenlehsten. Quelle: Fotos: Norbert Dreessen
Langenlehsten

„Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht“ – so beschreibt Besitzer Joachim Dietrich von Bülow die Lage seines stattlichen Gebäudes etwas außerhalb des Dörfchens Langenlehsten. Von Bülow fügt dann noch hinzu, dass der zweistöckige und unter Denkmalschutz stehende Fachwerkbau keineswegs ein Herrenhaus, sondern ein Forsthaus sei. Als es anno 1822 errichtet wurde, diente es aber noch einem anderen Zweck, denn da war es eine Schäferei.

Die Bedeutung des 1822 errichteten Fachwerkhauses hat sich nach der Aufforstungen verändert.

Seit über 550 Jahren lebt die Familie von Bülow im Lauenburgischen. Zu den Familienstammsitzen Gudow und Bergholz gehören große Wälder, doch die sind zum Teil noch recht jung. Auf dem weiten Areal in Bergholz standen früher jedenfalls kaum Bäume, hier weideten eben die vielen Schafe. Doch um 1900 entschied die Familie, aus wirtschaftlichen Gründen große Teile des insgesamt 800 Hektar umfassenden Besitzes aufzuforsten.

Wo viel Wald ist, da gibt es auch Wild – und da gibt es Jäger. Was die in und um Langenlehsten schießen, wird unter dem Namen „Von Bülow'sche Wildspezialitäten“ vermarktet. „Unsere Produkte stammen von garantiert in Freiheit aufgewachsenem Wild. Fleisch von Tieren, die aus Wildgattern stammen, wird bei uns nicht verarbeitet“, erläutert Joachim Dietrich von Bülow. Der Verkauf von Wildspezialitäten ist eines seiner drei Standbeine. Die Forstwirtschaft und eine Versicherungsagentur in Lübeck sind die anderen beiden.

In einer großen Stadt wie Lübeck arbeiten, aber in absoluter Ruhe auf dem Land leben – von Bülow hält diese Kombination für höchst reizvoll. Für ihn, seine Frau, die vier Kinder und für den freundlichen Terrier „Otto“ ist in dem großen Haus mit mehr als 500 Quadratmeter Wohnfläche und genau 33 Fenstern natürlich sehr viel Platz. Die Räume sind stilvoll mit Antiquitäten eingerichtet, nur im Flur des Erdgeschosses weisen zahllose an der Wand hängende Geweihe darauf hin, dass dies ein Forsthaus ist.

Bis 1945 standen neben dem Hauptgebäude noch zwei große Scheunen, doch die wurden gegen Kriegsende von ukrainischen Zwangsarbeitern mit Leuchtmunition in Brand gesetzt und waren dann nicht mehr zu retten. Zwei kleinere Nebengebäude blieben erhalten und dienen heute Wohnzwecken.

Natürlich gibt es an einem fast 200 Jahre alten Haus immer mal etwas zu reparieren, aber die Grundsubstanz des Forstguts Bergholz ist in beachtlich gutem Zustand. Das Fachwerk zum Beispiel weist massive Eichenbalken auf. Diese Holzart ist deutlich robuster als andere.

Größere Veränderungen dürfen allerdings schon wegen des seit 2004 bestehenden Denkmalschutzes nicht vorgenommen werden. So wird das hübsche alte Forsthaus hoffentlich noch lange in seiner jetzigen Form erhalten bleiben – genau da, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.

Leckereien vom Forstgut

Wild-Produkte vom Forstgut Bergholz sind in keinem Laden zu finden. Sie werden nur über das Internet vertrieben, aber auch auf Frühjahrs-, Erntedank- oder Weihnachtsmärkten unter anderen in Basthorst, Hamburg, Gudow und Trittau verkauft. „Unsere hausgemachten Artikel werden nach uralten Familien-Rezepten hergestellt“, sagt Joachim Dietrich von Bülow. Im Angebot sind bratfertiges Wild ebenso wie Pasteten, Brat- und Mettwürste oder Saucen.

 Norbert Dreessen

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