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Lauenburg Ganze Familie mit Theatervirus infiziert
Lokales Lauenburg Ganze Familie mit Theatervirus infiziert
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18:30 23.12.2017
Sie nehmen ihre Mutter gern mal auf den Arm. Seit 38 Jahren spielt Susanne Hilger Theater. Ihre Kinder Sönke, Hauke und Deike (von links) teilen das Hobby der Schwarzenbekerin.

Das Theatervirus hat Susanne Hilger (52) in die Familie gebracht. Ihre Kinder Deike (23), Sönke (22) und Hauke (16) wurden zwangsläufig angesteckt. „Obwohl ich sehr schüchtern war, habe ich schon als Kind Schülertheater gespielt. Dann las ich eine Anzeige von der VHS-Theatergruppe, die damals Leute suchte. Ich bin da mal hin gegangen – und seitdem dabei geblieben“, sagt Susanne Hilger. Mit 14 Jahren habe sie ihre erste Rolle bei der Messe der Wirtschaftlichen Vereinigung gespielt – eine stumme Rolle.

Bürger für ein Ehrenamt zu gewinnen, ist schwer. Ein Problem, das der Familie Hilger aus Schwarzenbek fremd ist. Hier engagieren sich gleich alle fünf Mitglieder ehrenamtlich – ohne die Frage nach Zeit oder Entgelt zu stellen. Vier von ihnen sind am Theater Schwarzenbek aktiv.

Neues Stück im Juni

Die Theatergruppe Schwarzenbek hat in diesem Jahr ihr 70-jähriges Jubiläum gefeiert. Jährlich werden eine Komödie und das Weihnachtsmärchen auf die Bühne gebracht. Das nächste Stück heißt „Hotel im Angebot“. Premiere der Komödie ist im Juni 2018.

Mit der Zeit wurden die Texte länger, die Rollen größer. Auch die Verantwortung hat in den vergangenen 38 Jahren zugenommen. Die gelernte Bankkauffrau ist inzwischen Geschäftsführerin der Theatergruppe und gibt regelmäßige Theater-Workshops für Kinder im Amtsrichterhaus. Daraus werden dann oft die Mitspieler fürs Weihnachtsmärchen rekrutiert. In diesem Jahr waren einige Sternenkinder aus dem Workshop dabei. Gespielt wurde „Peterchens und Annelieses Mondfahrt“ – und nun kommen die Kinder Deike, Sönke und Hauke Hilger ins Spiel. „Da ich nie aufgehört habe zu spielen, waren sie auch als Kleinkinder oft dabei, wenn die Theatergruppe sich traf“, erinnert sich Susanne Hilger. Deike fing mit 10 Jahren an, die Bühnenbretter zu erobern. Ihre erste Rolle war eine kleine Maus, zwei Jahre später folgte die Hauptrolle in Schneewittchen. „Ich hatte Mama ja oft auf der Bühne erlebt und wollte das dann auch machen“, sagt die 23-Jährige, die derzeit Lehramt in Lüneburg studiert. Ihr ein Jahr jüngerer Bruder Sönke folgte ein Jahr danach, erhielt gleich die Hauptrolle von „Peterchens und Annelieses Mondfahrt“. Das Stück hat das Geschwisterpaar in diesem Jahr zum zweiten Mal aufgeführt – und auch als erwachsene „Kinder“ haben sie Groß und Klein in sieben ausverkauften Vorstellungen begeistert. Ihre Mutter Susanne spielte die Nachtfee. „Aufgeregt bin ich nur die ersten Sätze. Aber wenn ich dann die begeisterten Kinder erlebe, überwiegt die Spielfreude“, sagt Sönke, der eine Ausbildung bei der Stadt Schwarzenbek macht. Dass schließlich auch sein Bruder Hauke (16) vom Theatervirus infiziert wurde, ist somit kein Wunder. Er macht seit 2008 mit, spielte diesmal den Regenmann. „Keines meiner Kinder musste, das war alles freiwillig“, betont Susanne Hilger.

Ebenfalls freiwillig beteiligt sich noch ein weiteres Familienmitglied am Theaterleben: Vater Nils Hilger hat zwar als Feuerwehrmann und Stadtverordneter genug Ehrenämter, aber dennoch hilft er beim Bühnenbau oder als Garderobier bei den Vorstellungen. „Ich bin sehr stolz auf meine engagierte Familie“, sagt Hilger – und er hat wohl allen Grund dazu.

Silke Geercken

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