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Lauenburg Gasleitung angesägt - Feuerwehr verhindert Explosion
Lokales Lauenburg Gasleitung angesägt - Feuerwehr verhindert Explosion
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22:47 12.02.2016
Gas-Alarm in Lauenburgs Altstadt: Unbekannte hatten in einem fast 130 Jahre alten Haus mutwillig eine Gasleitung angesägt. Quelle: Timo Jann
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Lauenburg

Wahnsinn in Lauenburgs Altstadt: Unbekannte haben im Keller eines wegen einer Renovierung leer stehenden Mehrfamilienhauses an der Bahnhofstraße die Gasleitung angesägt. Dem ersten Anschein nach wohl mutwillig. Nur durch einen Zufall wurde der Gasaustritt bemerkt. Die alarmierte Feuerwehr konnte eine Gas-Explosion verhindern.

„Unsere Messgeräte haben schon an der Haustür angeschlagen“, sagte Feuerwehrchef Lars Heuer. Trotzdem wagte sich ein Trupp, der sich durch Atemschutzgeräte gegen das Gas schützte, in den Keller, um den Haupthahn der Gaszufuhr abzusperren. Später trennten Mitarbeiter der Versorgungsbetriebe schon am Anschluss auf der Straße das Haus komplett von der Gasversorgung.

Dann wurde das beschädigte Rohr im Keller entdeckt. Jemand hatte es angesägt und aus den Verankerungen unter der Decke gezogen — wohl, damit durch den so vergrößerten Schnitt, mehr Gas ausströmen konnte.

Das ganze Haus war schon durch ein gefährliches Gas-Luft- Gemisch gefüllt, das schon durch einen unbeabsichtigten Funken jederzeit hätte explodieren können.

Hätte nicht Bewohnerin Nicole Klicker gegen 11.30 Uhr ein paar ihrer Sachen aus dem leerstehenden Haus holen wollen, wäre noch mehr Gas ausgeströmt. „Ich habe die Haustür geöffnet und mir wurde gleich schwindelig von dem extremen Gasgestank“, berichtete sie. Sofort rief sie die Feuerwehr.

Deren Chef Lars Heuer ließ umgehend den Bereich vor dem 1889 errichteten und in der neuen Denkmalliste für Lauenburg enthaltenen Haus zwischen Lösch- und Ladeplatz, Elbstraße, Bahnhofstraße und Großer Sandberg absperren. Niemand kam mehr durch. „Hätte sich jemand auf dem Gehweg eine Zigarette angezündet oder bei Hitzler nebenan geschweißt, hätte das unter Umständen zur Explosion führen können“, sagte Heuer. Eine Stunde lang belüfteten die Feuerwehrleute das Haus, mit mehreren Messgeräten wurde drinnen und draußen das Gas-Luft-Gemisch gemessen. Eine Erkundungseinheit der Schwarzenbeker Feuerwehr unterstützte die Lauenburger Retter dabei.

Die Polizei sicherte am Tatort erste Spuren und hat die Ermittlungen aufgenommen. Das Haus gehört einem Hamburger Unternehmer, der laut Nicole Klickers schon lange nicht mehr zu erreichen sei.

Timo Jann

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