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Lauenburg Gauß, Hohenhorn und die Landvermessung
Lokales Lauenburg Gauß, Hohenhorn und die Landvermessung
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18:21 05.11.2016
Detail aus dem Zehn-Mark-Schein: Rechts der Messpunkt Hohenhorn.

und die Mathematik – diese Assoziation stellt sich nicht bei jedem ein. Doch wer den großen deutschen Wissenschaftler Johann Carl Friedrich Gauß kennt, für den ist diese Verbindung im wahrsten Sinne des Wortes greifbar. Denn fast jeder von uns, der älter als 20 Jahre ist, sie schon in der Hand gehabt – in Form des alten Zehn-Mark- Scheins. Als wir im Oktober über eine 50000-Euro-Spende für die Sanierung der Kirche von Hohenhorn berichteten und in diesem Zusammenhang auch einen Messpunkt an der Kirche erwähnten, hat es bei Dr. Christel Happach-Kasan „Klick“ gemacht. Für die LN schrieb sie einen Beitrag, der erklärt, was Gauß, Hohenhorn und der alte Schein miteinander zu tun haben:

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Die Biologin und Mathematikerin Dr. Christel Happach-Kasan hat diesen Beitrag geschrieben.

„Der Artikel über die St. Nikolaikirche in Hohenhorn lenkt den Blick auf unsere alten DM-Scheine. Überrascht las ich die Zwischenüberschrift: „Abbildung auf ehemaligem Zehnmarkschein“, suchte die Kirche und fand sie nicht. Ein Mitarbeiter der Kreissparkasse in Ratzeburg hatte mir dafür einen druckfrischen Schein zur Verfügung gestellt. Und doch hat der Zehnmarkschein einen Bezug zu Hohenhorn.

Die letzte Serie der DM-Scheine vor Einführung des Euro zeigte auf der Vorderseite eine bedeutende Persönlichkeit aus der deutschen Wissenschafts- und Kulturgeschichte und auf der Rückseite einen mit ihr in Bezug stehenden Gegenstand. Die aufwändige graphische Gestaltung der Geldscheine diente dem Schutz vor Fälschungen. Der Zehnmarkschein zeigt auf der Vorderseite ein Porträt des Mathematikers, Astronomen und Geodäten Johann Carl Friedrich Gauß (1777- 1855). Daneben ist der Graph der Gaußschen Normalverteilung abgebildet, hinterlegt mit Bildern der Stadt Göttingen, deren Sternwarte Gauß

zeitweilig geleitet hat. Auf der Rückseite wird ein Sextant gezeigt, der von Gauß weiterentwickelt wurde, und daneben eine Skizze des Dreiecksnetzes, das für die Landesaufnahme ausgemessen worden war. Hohenhorn war östlichster Punkt des abgebildeten Netzes und bildete mit Hamburg und Wilsede (Lüneburger Heide) das östlichste Dreieck.

Gauß leitete von 1820 bis 1826 die Landesvermessung im Königreich Hannover, die in Hohenhorn Anschluss erhielt an die dänische Landesaufnahme in unserem Kreis. Erstmalig wurde in unserer Region die Methode der Triangulation zur Landvermessung angewandt, die Ausmessung von Dreiecken. Sie beruht wesentlich auf Winkelmessungen, die genauer sind als Streckenmessungen. Sie erhöhen daher die Genauigkeit der Landesaufnahme. Die 1764-1784 von den Offizieren Georg Josua Du Plat und Ludwig Hogrewe durchgeführte Kurhannoversche Landesaufnahme, die auch unseren Kreis umfasst, hatte kein trigonometrisch erstelltes Dreiecksnetz zur Grundlage. Dennoch war es gelungen, eine Lagegenauigkeit mit einer geringeren Fehlerquote als 100 Meter zu erzielen. Der Zehnmarkschein stellt sich somit bei eingehender Betrachtung als ein interessantes Puzzlestück aus der Geschichte der norddeutschen Landesaufnahmen dar. Den LN sei gedankt, dass sie darauf aufmerksam gemacht haben.“

LN

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