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Lauenburg GdP fordert von Innenminister Hilfe bei Einbruchsbekämpfung
Lokales Lauenburg GdP fordert von Innenminister Hilfe bei Einbruchsbekämpfung
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20:12 04.03.2016

Innenminister Stefan Studt, Dienstherr der Schleswig-Holsteinischen Polizisten, hat am Donnerstag als Gastredner bei der Jahresversammlung der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Regionalgruppe Stormarn/Lauenburg, zu aktuellen Themen Stellung bezogen. In seiner halbstündigen Rede ging Studt auf die deutlich erhöhten Zahlen im Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls ein.

„Mich beunruhigen die neuesten Zahlen in Sachen Wohnungseinbruchsdiebstahl, die deutlich angestiegen sind. Wir werden diese Zahlen am Montag der Öffentlichkeit präsentieren“, sagte der Innenminister.

Auf der Versammlung sickerte allerdings schon ein markanter Wert daraus durch: Die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle im Bereich der Polizeidirektion Ratzeburg hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 46 Prozent erhöht, erklärte Polizeidirektor Holger Meincke, stellvertretender Behördenleiter. „Wir haben es nicht geschafft, die Anzahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle zu reduzieren“, so Meincke. Es gäbe doppelt so viele Tatverdächtige im Vergleich zum Vorjahr und eine doppelt so hohe Aufklärungsquote. Stormarn liege zum vierten Mal in Folge „unter den Top Ten in Deutschland“.

„Wir kommen aus einer Situation, wo wir glaubten, wir hätten das Phänomen einigermaßen beherrscht und müssen nun erkennen, dass wir in diesem Bereich wieder erhebliche Probleme haben“, erklärte Studt. Natürlich gebe es Konzepte der Polizei seit 2012, die immer wieder fortgeschrieben worden seien. Das Ergebnis sei aber desillusionierend, und man müsse sich fragen, was noch nötig sei, um Erfolge zu haben. „Wir brauchen mehr Personal, das wissen wir alle. Wir wissen aber auch alle, dass es ein langer und schwieriger Weg ist, mehr Personal in die Landespolizei hinein zu bekommen“, machte Studt deutlich.

„Unsere Arbeit findet in der Bevölkerung Anerkennung. Der Bürger sieht, dass wir etwas tun. Allein 35 Personen konnten nach Hinweisen von Bürgern festgenommen werden“, so Meincke. Im Hinblick auf die große Zahl an Taten in Stormarn sagte er: „Einbrecher gehen nun einmal da hin, wo etwas zu holen ist.“ Ernst Jenner, Polizeichef in Schwarzenbek, forderte vom Minister mehr Unterstützung ein. „Wir möchten, dass dem Phänomenbereich Wohnungseinbruchsdiebstahl mehr Rechnung getragen wird.“ Studt darauf: „Wir machen uns Sorgen. Wir wollen zum Beispiel mit Verwaltungskräften für die Spurensicherung schnell reagieren.“

Ulrich Hardtke von der Kriminalpolizei in Bad Oldesloe monierte die technische Ausstattung in den Dienststellen an. „Überall, sogar auf dem platten Land, gibt es schnelle Internetzugänge. Nur bei uns auf den Dienststellen der Polizei ist man davon meilenweit entfernt.“ Der Etat sei bereits „auf Kante genäht“, so der Minister. „Nur mal ein bisschen Geld in die Hand nehmen, geht nicht“, sagte Studt.

Auch das neue Einstiegsgehalt war Thema: Demnach soll das Einstiegsgehalt für Beamte des mittleren Dienstes von A7 auf A8 angehoben werden. Eggert Werk, Polizeichef in Reinbek, machte deutlich, dass schon mehrere Mitglieder aus der Gewerkschaft der Polizei ausgetreten seien, weil die Regierung beschlossen hatte, das Einstiegsgehalt anzuheben. Sie hätten moniert, dass sie selbst vor Jahren mit geringerem Gehalt eingestiegen seien.

„Wir haben diese Anhebung zur Steigerung der Attraktivität des Polizeiberufes und mit dem Ziel einer gerechteren Bezahlung des Einstiegsamtes gemacht“, erklärte Studt die Änderung. Marco Hecht-Hinz von der Polizeizentralstation Ahrensburg glaubt, dass ein Polizeibeauftragter viel Geld kosten werde und bezeichnete die Idee als Geldverschwendung. Studt: „Ich persönlich bräuchte das auch nicht, aber das ist der Wille der Koalitionspartner.“ GDP-Landeschef Manfred Börner nannte einen Polizeibeauftragten „so überflüssig wie ein Kropf“.

Von Jens Burmester

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