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Lauenburg Geesthacht wartet auf Bahnanschluss
Lokales Lauenburg Geesthacht wartet auf Bahnanschluss
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08:16 10.10.2018
In Geesthacht gibt es sogar noch das seit 1952 nicht mehr als solches benutze Bahnhofsgebäude sowie einen modernen Bahnsteig. Eine regelmäßige Bahnverbindung nach Hamburg gibt es schon lange nicht mehr.
Geesthacht

 Ist eine Bahnanbindung von Geesthacht mit einer regelmäßigen Verbindung nach Hamburg sinnvoll oder nicht? Das soll eine Machbarkeitsstudie klären. In der Region Geesthacht werden die Ergebnisse fast schon sehnsüchtig erwartet.

Doch das kann noch dauern. Denn das eigentliche Gutachten musste wesentlich intensiver vorbereitet werden als ursprünglich geplant. Grund dafür sei „die Erweiterung des Lastenheftes“, teilt das Kieler Verkehrsministerium mit. So war aus den politischen Gremien im Kreis und in Geesthacht die Idee entstanden, die vorhandenen Gleise mit Betonplatten „abzudeckeln“ und so für Elektrobusse befahrbar zu machen.

Ergebnisse sollen 2019 vorliegen

Folge dieser und anderer zusätzlicher Ideen sei gewesen, dass der Untersuchungsumfang der Studie mit zahlreichen Akteuren, darunter die Stadt Hamburg, der Kreis Herzogtum Lauenburg, die Anrainerkommunen, der Hamburger Verkehrsverbund sowie dem Eisenbahninfrastrukturunternehmen AKN Eisenbahn GmbH und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein als Eigentümer abgestimmt werden musste, bevor die eigentliche Arbeit beginnen konnte.

Seitens des Ministeriums wird nun erwartet, dass die Ergebnisse im Frühsommer 2019 vorliegen werden. „Es soll nun eine Machbarkeitsstudie geben, die viele verschiedene Varianten berücksichtigt und Hinweise gibt, welches die verkehrlich sinnvollste Variante werden könnte“, heißt es aus Kiel. Dies dauere zwar jetzt etwas länger, „das Ergebnis wird dafür aber fundierter und umfänglicher sein“. Die Forderung einer Reaktivierung des Bahnanschlusses hatte im Landtags-und Kommunalwahlkampf Geesthacht erheblich an Fahrt aufgenommen.

Das immer wieder dabei ins Feld geführte Argument: Geesthacht ist mit Abstand die größte Stadt des Kreises ohne Bahnanschluss. So heißt es beispielsweise bei den Grünen: Zum Glück habe „unsere Stadt über den Tag alle zehn Minuten eine Busverbindung nach Hamburg-Bergedorf“. Zuletzt hatten die Grünen mit einem Brief an Verkehrsminister Bernd Buchholz sanften Druck ausgeübt.

Pendler warten auf Bahnanschluss

Pendler und Besucher würden sich trotzdem schon lange einen Anschluss auf der schnellen Schiene – möglichst direkt ohne Umstieg in das Zentrum Hamburgs - wünschen. Man fordere daher die „Schienenanbindung an Hamburg für den Personenverkehr unter Einbeziehung der Gemeinden Escheburg und Börnsen“. Dabei sollen nach Vorstellungen der Grünen leise Fahrzeuge der fortschrittlichsten Technik wie Stadtbahn- oder Hybridtriebwagen zum Einsatz kommen.

Doch genau in den Details liegen die Herausforderungen. Denn damit die neue Bahn nicht nur durch diese Orte rauscht, sondern auch die dort lebenden Bürger diese nutzen können, muss die Bahn dort auch halten. Und jeder zusätzliche Stop auf dem Weg nach Hamburg macht die Verbindung langsamer. Besondere Anforderungen würde auch die direkte Anbindung an das Hamburger Zentrum stellen. Eine Fahrgastprognose hatte bereits 1997 ein Potenzial von 5600 Nutzern pro Tag ermittelt, die derzeit mit dem Bus oder mit dem Auto nach Hamburg fahren.

Holger Marohn

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