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Lauenburg Geesthachter Forschungsanlage wird neu gebaut
Lokales Lauenburg Geesthachter Forschungsanlage wird neu gebaut
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21:02 09.02.2018
Noch ist das Gebäude des MagIC eingehaust, um weitere Schäden zu verhindern. Doch nach dem Großbrand vor sechs Monaten steht jetzt fest, dass abgerissen und neu aufgebaut wird. Quelle: Fotos: Timo Jann
Geesthacht

„Wir reißen ab und bauen neu auf. Die Gutachter hatten festgestellt, dass eine Sanierung nicht günstiger wäre“, berichtet Professor Dr. Wolfgang Kaysser, der Geschäftsführer des HZG. Etwa fünf bis sechs Millionen Euro soll der Neubau kosten, vermutlich zwei Jahre wird es dauern, ehe die Anlagen wieder in Betrieb gehen können.

 

Wolfgang Kaysser wird 2019 das HZG verlassen. Die Nachfolgersuche läuft bereits.

In der von dem Brand betroffenen Halle an der Max-Planck-Straße hatten die Wissenschaftler des MagIC eine Gießwalzanlage stehen, mit der sie Bauteile aus Magnesium herstellen konnten. Diese Teile wurden dann erforscht, um Materialeigenschaften verbessern zu können. Kaysser: „Im Neubau soll diese Anlage noch besser werden. Wir werden Messwerte des Materials gleich automatisch erfassen lassen und in die Maschine einfließen lassen können, um Eigenschaften an die gewünschten Anforderungen anpassen zu können.“ So könnten die nötigen Einstellungen dank künstlicher Intelligenz erfolgen, betont Kaysser. „In dieser Forschung sind wir einzigartig“, berichtet der Geschäftsführer.

Die Wissenschaftler des MagIC gelten weltweit als führend und stecken in großen Kooperationen mit namhaften Herstellern vor allem aus dem Mobilitätssektor. Hintergrund: Magnesium ist ein Leichtbaumaterial, das bei Flugzeugen und Autos das Gewicht reduziert und damit zu Treibstoffeinsparungen führt. Einige Unternehmen hatten – das HZG ist wie alle öffentliche Einrichtungen nicht versichert – Geld für einen schnellen Wiederaufbau des MagIC angeboten. Kaysser: „Wir stemmen das selbst, um unsere Unabhängigkeit zu bewahren.“

In diesem und im kommenden Jahr werden sich die Mitarbeiter des Innovations-Centers vor allem um die bisher gesammelten Erkenntnisse ihrer Arbeiten kümmern. „Da gibt es sehr viele Informationen aus bisherigen Versuchen, die jetzt ganz genau erforscht werden können“, sieht Kaysser keinen Einbruch im Arbeitspensum. Im Neubau kann es dann gleich wieder mit voller Leistung weitergehen. „Wir werden die erfolgreiche Forschung fortsetzen und um neue Aspekte erweitern“, verspricht er.

Den Brand am 26. Juli hatte gegen 12 Uhr mittags nach Ermittlungen der Polizei ein technischer Defekt ausgelöst. Über dem HZG stand damals eine weithin sichtbare schwarze Rauchwolke. 80 Feuerwehrleute aus Geesthacht und Umgebung bekämpften die Flammen.

Nachfolger gesucht

1000 Mitarbeiter und ein zu verantwortendes Jahresbudget von 120 Millionen Euro: Der Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) hat eine wichtige Führungsposition. Nach 16 Jahren an der Spitze des HZG wird Professor Dr. Wolfgang Kaysser die Institution 2019 verlassen. Die Suche nach einem Nachfolger für den 67-Jährigen läuft.

„Das Zentrum ist mit seinen beiden Standbeinen Materialforschung und Küstenforschung hoch interessant“, sagt Kaysser. „Jemanden zu finden, der sich in beiden Bereichen uneingeschränkt auskennt, dürfte schwierig werden. Aber für jemanden, der in einem der Bereiche ein Experte ist und gerne dazulernen möchte, ist es eine tolle Aufgabe“, ist Kaysser überzeugt. Er hatte die Position 2003 von Günter von Sengbusch übernommen und war nach elf Jahren als Leiter des Instituts für Werkstoffforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln (DLR) zum damaligen GKSS-Forschungszentrum gewechselt. Wichtig sei, dass der künftige Geschäftsführer beide Bereich gut verbinden könne. Geesthacht sei zwar nicht München, also kein so vielseitiger Forschungsstandort, biete aber tolle Perspektiven.

Das Helmholtz-Zentrum ist eine gemeinnützige Forschungseinrichtung, in der neben der Bundesrepublik Deutschland Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein sowie die Gesellschaft zur Förderung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht Gesellschafter sind. Die Mitarbeiter sind auch in Hamburg und Teltow aktiv. tja

 Timo Jann

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