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Lauenburg Geesthachter Hafen muss Umschlagsplatz aufgeben
Lokales Lauenburg Geesthachter Hafen muss Umschlagsplatz aufgeben
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12:59 10.01.2017
Quelle: Timo Jann
Geesthacht

„Dann tragen wir hier eine Ära zu Grabe“, berichtet Jürgen Schlottau, der Geschäftsführer der Hafen-Gesellschaft. Sein Ziel: Vorab soviel Material lagern, dass bis zum Jahresende die Abnehmer noch mit Splitt und Lava bedient werden können.

„Danach müssen sich die Kunden dann über andere Häfen versorgen“, so Schlottau.

Im vergangenen Jahr 2016 waren rund 113055 Tonnen Schüttgut umgeschlagen worden. Ein Rückgang um gut zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr, der allerdings dem Umstand geschuldet ist, dass schon länger nur noch angeliefert, aber nicht mehr abtransportiert werden konnte. Jürgen Schlottau: „Außerdem war 2015 ein Rekordjahr“.

92 Schiffe hatten 2016 an der Kaimauer des Umschlagplatzes festgemacht. Sie lieferten neben Splitt (55 091 Tonnen) für das Asphalt- und Betonmischwerk und Lava (29239 Tonnen) für den Sportplatzbau und Gründächer vor allem auch Dünger (8086 Tonnen) für die Landwirtschaft in Geesthacht an. „Der Großteil der Güter war für Betriebe oder Vorhaben hier in der Region bestimmt“, weiß

Schlottau. Deshalb würde er auch gerne in Zukunft einen Warenumschlag anbieten, gerne auch zusätzlich mit Containern. Doch zu den nötigen Investitionen in Millionenhöhe sind die Stadt und die privaten Gesellschafter zurzeit nicht bereit.

„Ein Umschlagplatz in Krümmel, wie er aus Reihen der Politik vorgeschlagen war, wäre keine Alternative zu dem favorisierten Umschlagplatz unterhalb der Schleuse“, sagt Schlottau. Hintergrund: Erstens ist unklar, wohin der beim Rückbau des Kernkraftwerkes anfallende Schutt transportiert wird, zweitens lägen die Schiffe dort ungeschützt im Strom und die Verkehrsanbindung sei schwierig. Der Geschäftsführer hat die Hoffnungen für einen neuen Umschlagplatz aber noch nicht aufgegeben. „Ohne den wird es zu zahlreichen zusätzlichen Lkw-Fahrten in der Stadt kommen“, prognostiziert er. Allein die benötigte Splitt-Menge des Mischwerks müssten 4000 Laster transportieren.

Etwa 3,5 Millionen Euro wären für eine neue 135 Meter lange Kaianlage und Lagerflächen am Unteren Schleusenkanal nötig. Von dort könnte das Mischwerk direkt per Förderband bedient werden. Auch wären die Lastwagen mit ihrer Ladung von dort schnell auf der B 404 und der A 25.

 Timo Jann

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