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Lauenburg Geesthachts Projekt Hafencity nimmt jetzt Formen an
Lokales Lauenburg Geesthachts Projekt Hafencity nimmt jetzt Formen an
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13:07 14.11.2013
Diese Luftaufnahme zeigt das zwischen Hafenrand und Steinstraße gelegene Gelände, das die Stadt in den kommenden 20 Jahren zur Hafencity umgestalten will. Wo sich heute Brachflächen und Industrie befinden, sollen 450 Wohneinheiten entstehen. Quelle: Timo Jann
Das Areal

Die Lage an der Elbe hat die Stadt Geesthacht mit Millionenaufwand aufpoliert und erlebbarer gemacht. Jetzt folgt der zweite Schritt — das Wohnen am Hafen. In den nächsten 20 Jahren sollen rund 450 Wohneinheiten entlang der Steinstraße entstehen. Nachdem der erste Bauabschnitt der „Hafencity Geesthacht GmbH“ auf dem Areal der ehemaligen Ofenkeramik-Fabrik „Bankel“ ins Stocken geraten ist, stehen jetzt zwei weitere Investoren für die angrenzenden Grundstücke in den Startlöchern.

Die „Exklusiv Wohnbau Hamburg GmbH“ plant auf dem Grundstück eines ehemaligen Fliesenhandels 25 Eigentumswohnungen in drei Gebäuden. „Wir freuen uns auf dieses spannende Projekt. Unser Unternehmen hat noch nie so nah am Wasser gebaut“, sagt Andreas Koch, der Geschäftsführer von „Exklusiv Wohnbau“ in Hamburg. Das Unternehmen ist bundesweit tätig. Unter dem Motto „Wohnen am Wasser“ sollen auf dem gut 2000 Quadratmeter großen Grundstück drei Gebäude mit Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern und Größen zwischen 60 und 130 Quadratmetern entstehen. Die Quadratmeterpreise dürften zwischen 2500 und 3300 Euro liegen. „Wir hoffen auf einen nicht so langen Winter wie in diesem Jahr und wollen die Wohnungen Ende 2014 an die Käufer übergeben“, sagt Koch.

Eine Nummer größer und tatsächlich zum Teil direkt am Wasser plant der Baukonzern Züblin ein Projekt mit 80 bis 90 Mietwohnungen. Das Unternehmen möchte die Gebäude auf dem Grundstück Steinstraße 31-35 errichten. Die Realisierung des Projekts ist an einen strengen Zeitplan gebunden: Bereits am 14. Februar 2014 soll die Geesthachter Ratsversammlung dem notariellen Kaufvertrag für das Grundstück zustimmen, bis dahin müsste dann auch der für den Bebauungsplan nötige Aufstellungsbeschluss stehen. „Das wäre der Startschuss für das Masterplangebiet, deshalb hat es eine große Bedeutung“, erklärt Bauamtsleiter Peter Junge. „Wir hatten immer gehofft, einen Investor zu finden, der loslegt“, so Bauamtschef Junge. Den Masterplan hatte die Stadt im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs 2011 entwickelt.

Das von Züblin ausgewählte Areal stammt aus der Insolvenzmasse der Firma RES Oesterreich. Nach dem Konkurs von RES hat die Stadt das Grundstück für den symbolischen Betrag von einem Euro gekauft, anschließend wurde es zusammen mit dem benachbarten Grundstück Steinstraße 49-55 für eine Million Euro mit städtischen Mitteln saniert. Das Land gab weitere zwei Millionen für die Maßnahme dazu.

„Unser Quartier soll eigenständig funktionieren“, erklärt Olaf Dose, Prokurist der Züblin AG in Hamburg. „Egal, was rechts und links davon passiert.“ Das Bebauungskonzept für die 10 000 Quadratmeter große Fläche sieht eine Zufahrtsstraße von der Baustraße vor, die bis zur Elbe führt. Entlang dieser Achse hat Züblin-Architekt Stefan Münzesheimer dreigeschossige Gebäude — inklusive eines Staffelgeschosses — eingeplant. Direkt am Ufer soll ein großer Platz entstehen, der durch ein markantes, fünfgeschossiges Wohngebäude gekrönt wird. Auf der Fläche sind zudem drei viergeschossige Mehrfamilienhäuser geplant. „Es soll einen bunten Wohnungsmix für Singles und Familien geben“, kündigt Dose an. Er rechnet mit Mietpreisen zwischen 8,50 und elf Euro pro Quadratmeter — Spitzenpreise für Geesthacht.

Mit den geplanten Bauarbeiten dürften sowohl Züblin als auch „Exklusiv Wohnbau“ die Projektentwickler der „Hafencity GmbH“ zeitlich abhängen. Deren ehrgeiziges Projekt, das der Auftakt für die Hafencity sein sollte, stockt an extrem teuren Rahmenbedingungen. So müssen die Käufer der in Hafenrandlage geplanten 50 Eigentumswohnungen den Bau einer aufwendigen Tiefgarage und einer öffentlichen Promenade finanzieren. Daran scheitert gerade die weitere Entwicklung und Vermarktung, zurzeit wird ein finanzstarker Investor gesucht.

Zwölf-Hektar
der Hafencity in Geesthacht erstreckt sich entlang der Steinstraße von der ehemaligen „Hafenschänke“ bis zur Wärderstraße über eine Fläche von zwölf Hektar.
 Die Bebauung soll von Ost nach West in mehreren Bauabschnitten erfolgen.

Timo Jann

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