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Lauenburg Gefahr von Unfällen auf Landstraßen steigt
Lokales Lauenburg Gefahr von Unfällen auf Landstraßen steigt
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11:10 01.04.2016

Nach der Zeitumstellung fällt der Berufsverkehr wieder in die Dämmerungszeit. Die Folge: Die Gefahr von Wildunfällen steigt, denn die Tiere sind besonders in den Morgenstunden aktiv. Außerdem sind die Pflanzenfresser nach der Fastenzeit verstärkt auf Nahrungssuche und deshalb vielerorts im Kreis unterwegs.

Oft können Autofahrer nicht rechtzeitig bremsen. Wie aus dem Nichts tauchen Rehe oder Wildschweine im Scheinwerferlicht auf und lassen ihr Leben auf der Landstraße. Experten sind sich einig: Nur vorsichtiges und bremsbereites Fahren in Waldgegenden schütze vor Unfällen. Quelle: Huk Coburg/hfr

„Wildtiere kennen keine Zeitumstellung oder Verkehrsregeln.“Marcus Börner,

Landesjagdverband

Besonders hoch sei die Gefahr auf Straßen, die durch ein Waldstück führen, oder an Feldern, die an einem solchen liegen, sagt Bernd Karsten, vom Vorstand der Kreisjägerschaft im Lauenburgischen.

„Wildtiere kennen keine Zeitumstellung oder Verkehrsregeln“, sagt Marcus Börner vom schleswig-holsteinischen Landesjagdverband. In den nächsten Woche heiße es gerade in der Dämmerungsphase: „Fuß vom Gas“, so Börner. Im Frühjahr brauchen die Tiere Mineralien. „Wie ein Magnet wirken deshalb Streusalzreste an Straßenrändern.“ Ein weiteres Problem: Junge, unerfahrene Rehböcke sind auf Reviersuche und überqueren achtlos Straßen.

Landesweit starben im Jagdjahr 2014/15 mehr als 12000 Rehe, Wildschweine und Hirsche durch Zusammenstöße mit Autos. Damit ist laut die Zahl laut Jagdverband rückläufig. Zehn Jahre zuvor seinen es noch 16000 Paarhufer gewesen. Im Kreis Herzogtum Lauenburg sind die Zahlen im Vergleich zu 2008/09 nahezu unverändert. Beim Rotwild sind lediglich 2,4 Prozent (zwölf Stück) der Strecke bei einem Unfall gestorben. Beim Damwild starben 18 Tiere (sieben Prozent der Strecke) im Straßenverkehr und nur 2,6 Prozent des gestorbenen Schwarzwilds (100 Stück). Beim Rehwild ist der Anteil höher aber rückläufig, berichtet Horst Meister, Kreisjägermeister. 16 Prozent der Strecke, 815 Tiere, fielen dem Straßenverkehr zum Opfer. „Rehwild ist unvorsichtiger“, sagt Meister. Die Zahlen seien seit Jahren hoch, im Lauenburgischen aber niedriger als landesweit — prozentual gesehen.

Auch die deutsche Wildtierstiftung mahnt zur Vorsicht, denn Wildunfälle passierten in Bruchteilen von Sekunden. „Erkennen sie die Gefahrenzonen“, schreibt sie auf ihrer Website. Sie seien häufig durch blaue Reflektoren an Begrenzungspfähle zu erkennen. Autofahrer sollten sich klar machen, worauf sie achten müssen: Auf Tiersilhouetten und reflektierende Augenpaare am Straßenrand und wenn ein Tier die Straße überquert hat, kämen häufig weitere hinterher. Langsam und bremsbereit fahren, rät die Stiftung. Wichtig sei beim Bremsen, den nachfolgenden Verkehr nicht zu gefährden. Und:

„Ausweichmanöver können zu schwersten Unfällen führen“, heißt es. „Bleiben Sie auf ihrer Fahrbahnseite.“

Von phs

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