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Lauenburg Gegner der Windkraftanlagen formieren sich im Kreis
Lokales Lauenburg Gegner der Windkraftanlagen formieren sich im Kreis
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21:10 08.10.2015
Windkraftanlagen bleiben im Lauenburgschen ein Konfliktherd. Im Bild drei Windkrafträder zwischen Mannhagen und Bälau. Quelle: LN-Archiv
Schulendorf

„Wir sind nicht grundsätzlich gegen Windkraft — aber nicht so hoch, mit ausreichendem Abstand zum Wohnbebauung und nicht ausschließlich im Südkreis“, sagt Thomas Schildt aus Schulendorf-Franzhagen. Einige hundert Bürger sind mit ihm einer Meinung. Vier Bürgerinitiativen haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam zum Ziel zu kommen und die Verantwortlichen von weiteren Windkraftanlagen in ihrer Region abzubringen.

Die Bürger, die den „Gegenwind im Südkreis“ bilden, kommen aus Juliusburg, Krukow, Lütau und Schulendorf. Ihre einhellige Meinung: Es reicht mit der „Verspargelung“. Die Massierung von Windparks im Süden des Kreises soll nicht hingenommen werden. Zu welchem Unfrieden das Thema führt, hat zuletzt ein Bürgerentscheid in Lütau gezeigt. 68 Prozent der Wähler haben sich gegen Windkraft ausgesprochen. Die Bürger fürchten nicht nur einen Werteverlust ihrer Häuser, sondern fühlen sich durch die Geräusche und das Blinkfeuer nachts erheblich gestört. „Wir sind vor Jahren aus der Stadt aufs Land gezogen, um hier die Ruhe genießen zu können. Jetzt soll sie durch Windkraftanlagen gestört werden“, sagt Peter Jürgen aus Krukow. In seiner Gemeinde brodelt es. Gutachter sollen bereits beauftragt sein, Flächen für Windkrafträder zu prüfen, aber Genaues weiß keiner. „Der Bürgermeister sagt stets, er habe keine Infos“, so Jürgen. Bisher gibt es nur den Windpark bei Wangelau, aber in Witzeeze sollen neue Windkrafträder gebaut werden, und in Schulendorf sind die Verhältnisse noch ungeklärt. „Vor zwei Jahren konnten wir den Beschluss pro Windkraft kippen“, sagt Jörg Schildt, der sich seitdem in der Wählergemeinschaft ABS engagiert.

Eine massive Forderung ist, die Abstände der Anlagen zum Wohngebiet zu vergrößern. „2012 waren die Räder 90 Meter hoch, 800 Meter Abstand reichten. Inzwischen sind die Anlagen 180 bis 220 Meter hoch.

Wir fordern einen Abstand wie in Bayern, dort beträgt er das Zehnfache der Anlagenhöhe“, sagt Schildt. Die gemeinsame Bürgerinitiative „Gegenwind“ fordert auch, dass bei der Genehmigung betroffene Nachbargemeinden berücksichtigt werden und dass moderne Technik bei der Befeuerung von Windrädern eingesetzt wird. „Es gibt so genannte Transponder. Durch diese Technik reduziert sich die Sichtbelästigung der Anwohner, weil die Blinkfeuer erst aktiviert werden, wenn sich ein Flugzeug nähert“, so Schildt.

Um die Zweihundert E-Mails hat die Bürgerinitiative an Politiker und Verbände geschickt. Als Erster reagierte der Freidemokrat Christopher Vogt. Mit dem Landtagsabgeordneten wurde ein Gesprächstermin vereinbart. „Wir sind überrascht, wie viele Menschen darauf reagiert haben“, sagt Peter Jürgen. Von der Landesregierung gab es allerdings bisher noch keine Reaktion.

Kontakt: juergen@context-werbung.de

„Wir sind aufs Land gezogen, um die Ruhe hier genießen zu können. Jetzt kämpfen wir gegen Windräder.“
Peter Jürgen, Krukow

Silke Geercken

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