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Lauenburg Geld für marode Straßen: Kreis erstellt Prioritätenliste
Lokales Lauenburg Geld für marode Straßen: Kreis erstellt Prioritätenliste
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22:07 10.10.2017
Ratzeburg

120 Millionen Euro will das Land in den kommenden vier Jahren zusätzlich für Investitionen in die Landesstraßen bereitstellen. Damit soll auch der Sanierungsstau abgebaut werden. Wo dieses Geld nun als erstes eingesetzt wird, sollen die Kreise möglichst eigenständig entscheiden. Dafür wird eine Prioritätenliste erstellt.

 

Wir stimmen die Liste der zu sanierten Straßen derzeit mit Städten und Ämtern ab. Dr. Christoph Mager, Landrat

Straßensanierung

In den letzten fünf Jahren hat das Land durchschnittlich 28,6 Millionen Euro für den Erhalt der landeseigenen Straßen ausgegeben.

Im Koalitionsvertrag ist vorgesehen, 120 Millionen Euro zusätzlich bereitzustellen.

Vor allem die landeseigenen Straße ohne Verbindungsfunktion und mit geringer Verkehrsbelastung – sogenannte Kategorie-2-Straßen – waren ein Stiefkind der alten Landesregierung und wurden quasi nicht saniert. Die Folge: zahlreiche Gefahrenzeichen, die vor Straßenschäden warnen, und zustandsbedingte Geschwindigkeitsreduzierungen. Die neue Landesregierung will das nun ändern – und setzt dabei auf eine möglichst breite Akzeptanz.

So hat Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) jetzt die Kreise gebeten, kurzfristig eine Prioritätenliste mit maximal zehn Projekten an Landesstraßen dieser Kategorie vorzulegen. Und die derzeit in der Abstimmung mit den Ämtern und Städten in den Abstimmung befindliche Liste (siehe Grafik) hat Landrat Christoph Mager jetzt im Hauptausschuss vorgestellt. Zusätzlich weist der Kreis erneut auf den nicht akzeptablen Zustand der Kanalquerung in Büchen und der L 200 zwischen Breitenfelde und Woltersdorf sowie Roseburg und Büchen hin. Letztere zählt aufgrund der hohen Verkehrsbelastung und der Verbindungsfunktion eigentlich zur Kategorie eins, wurde jedoch trotz zustandsbedingter Geschwindigkeitsreduzierung in diesen Bereichen nicht saniert – und sei auch nicht zur Sanierung vorgesehen, wie der damalige Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) im März bei einem Besuch in Breitenfelde erklärte.

Der Zustand der Landesstraßen hatte in den vergangenen Jahren immer wieder zu Kritik geführt. Die L 205 zwischen Büchen-Dorf und der Autobahn wurde erst saniert, nachdem Unternehmer aus der Region gedroht hatten, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Eine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Christopher Vogt aus dem Februar diesen Jahres hatte ergeben, dass das Land noch nicht einmal einen aktuellen Überblick über die Geschwindigkeitsbeschränkungen hat. „Eine kontinuierliche systematische Erfassung der zustandsbedingten Verkehrsbeschränkungen findet nicht statt, so dass sich keine Entwicklungen herleiten lassen“, heißt es in der Antwort. Die letzten Daten würden aus dem November 2013 stammen.

Die neue Landesregierung will nun 30 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen Jahre für die Landesstraßen ausgeben. Eine neue landesweite Straßenzustandserfassung ist für das kommende Jahr vorgesehen.

 Holger Marohn

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