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Lauenburg Spende für die Schneiderwerkstatt im Stellwerk
Lokales Lauenburg Spende für die Schneiderwerkstatt im Stellwerk
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15:18 11.10.2018
Strahlende Gesichter bei Stephanie Petersen (Fachbereichsleitung Gleis 21 und Stellwerk in Ratzeburg), Ghareeba Abdullha (Teilnehmerin in der Schneiderwerkstatt) und Virginia Wengler, die die Werkstatt betreut, als Christine Nolze vom Ev. Frauenwerk (von links) den symbolischen Scheck überreichte. Quelle: Dorothea Baumm
Ratzeburg

 Spenden für einen guten Zweck: Wer ist da nicht gern mit von der Partie? In diesem Jahr sind immer wieder Frauen gefragt, etwas für andere Frauen zu tun. Der Anlass: Wir blicken auf 100 Jahre Frauenwahlrecht zurück. Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen aus dem Kreisgebiet hatten Arbeiten für eine Auktion gespendet. Mit dem Ziel, andere Frauen – auch mit interkulturellem Hintergrund – kreativ arbeiten zu lassen.

Ungeheuer viel Potential

Die 500 Euro, die Christine Nolze vom Evangelischen Frauenwerk jetzt an Stephanie Petersen überreichen konnte, kamen mehr als gelegen. Im Ratzeburger Kinder- und Jugendzentrum Stellwerk an der Riemannstraße gibt es seit 2015 eine Schneiderwerkstatt, die sehr gut angenommen wird. „Es ist ungeheuer viel Potential da“, sagt die Fachbereichsleiterin für Kreativangebote in Gleis 21 und Stellwerk.

Woran es ganz entschieden mangele: „Material und Projekte fehlen.“ Die Projekte müssten zudem angeleitet werden, womit Petersen zum nächsten Punkt kommt: „Wir haben natürlich auch ständig Raum- und Personalbedarf.“

Spende für Kreativangebote

Die Kunstauktion, aus der die Geldspende stammt, hatten das Evangelische Frauenwerk, die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises, von Mölln und Ratzeburg sowie die Soroptimisten initiiert. Fest stand, dass Kreativangebote in den Genuss der Geldspende kommen sollten.

„Wir freuen uns so!“ Stephanie Petersen strahlt übers ganze Gesicht. Sie hat für die Spendenübergabe gemeinsam mit Virginia Wengler einen Tisch vorbereitet, auf dem die Frauen Beispiele aus dem Schaffen in der Schneiderwerkstatt präsentieren. Da gibt es Kleidchen, Taschen, Wäscheklammer-Schürzen und mehr. Es gibt aber auch Gebetsteppiche: „Es geht ja auch darum, beim gemeinsamen Nähe viel voneinander zu erfahren und zu lernen. Unter anderem kam irgendwann mal die Frage auf, wie so ein Gebetsteppich wohl aussieht.“

Grandioses Wissen

Der Kontakt zwischen Petersen und Nolze kam zustande, als die Idee entstand, die Schneiderwerkstatt im „Café Lydia“ des Ev. Frauenwerkes vorzustellen. „Die Werkstatt haben wir ins Leben gerufen, als es 2015 die neuen Räume an der Riemannstraße für das Stellwerk gab“, erinnert sich Petersen.

Für die Einrichtung hatte die Bürgerstiftung professionelle Maschinen und Material gespendet. „Gleich zu Anfang haben wir ,Willkommensbeutel’ für Flüchtlinge genäht“, berichtet Petersen. Das Projekt habe sich schnell verselbstständigt: „Wir hatten von Anfang an Teilnehmer mit grandiosem Wissen und handwerklichen Fähigkeiten.“

Nähen für den Inseladvent

Viele Menschen mit vielen tollen Ideen seien in die Schneiderwerkstatt gekommen. „Seitdem nähen wir zum Beispiel auch immer für den Inseladvent. Das Geld, das wir dort einnehmen, fließt wieder in die Werkstatt“, erläutert Petersen.

Auch für Virginia Wengler, die die Schneiderwerkstatt betreut, ist das Projekt „eine großartige Bereicherung“. Sie freut sich über das liebevolle Miteinander: „Der eine kann nähen, der andere nicht – und alle helfen sich gegenseitig.“ Toll wäre, da sind sich Wengler und Petersen einig, wenn die Frauen nicht nur innerhalb der Gruppe aktiv sind, sondern sich auch in einem Kinder-Workshop engagieren würden.

Andere Länder, andere Sitten

Christine Nolze, die den Scheck mit „großer Freude“ überreicht hat, hört sich alles mit offensichtlicher Begeisterung an. „Ich sage ja immer, ich hänge an der Nadel“, erzählt sie lachend, „ich nähe für mein Leben gern und würde jetzt am liebsten sofort mitten in der Schneiderwerkstatt sitzen und mitmachen.“

Kreativangebote im Stellwerk

Kreativwerkstatt für Kinder und Jugendliche: montags von 15 bis 17 Uhr. Unter anderem basteln mit Naturmaterialien und alltäglichen Dingen, manchmal wird aber auch gekocht.

Schneiderwerkstatt für Frauen: dienstags von 10 bis 13 Uhr. Es wird genäht und gebastelt. Nebeneffekt: das Kennenlernen anderer Kulturen bei Kaffee und Tee.

Holzwerkstatt für Kinder und Jugendliche: mittwochs von 15 bis 17 Uhr. Es werden nützliche Dinge aus Holz angefertigt. Wer mag, macht einen Werkzeugführerschein.

Achtung: Die Angebote finden in den Ferien nicht statt. Ansprechpartner sind Virginia Wengler und Carsten Voigt, 045 41/894 98 98. Kinder- und Jugendzentrum Stellwerk, Riemannstraße 1, Ratzeburg.

Wie passend, dass just in dem Moment, wo Nolze und Petersen sich verabschieden wollten, Ghareeba Abdullha hereinkam. Petersen erklärt, dass die 32-Jährige und ihr Mann ein wunderbares Beispiel für Fachkunde und gegenseitiges Helfen in der Schneiderwerkstatt seien. Warum? Die Irakerin erklärt es gern: „Ich bin Schneiderin, aber ich nähe nur mit der Hand. Mein Mann näht mit der Maschine.“ Andere Länder, andere Sitten – und alle profitieren voneinander.

Dorothea Baumm

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