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Lauenburg Gelungener Auftakt fürs Möllner Folksfest
Lokales Lauenburg Gelungener Auftakt fürs Möllner Folksfest
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21:49 10.06.2016
Festival-Organisator Mark Sauer wird von Monika Primas zum Tanz gebeten. Am Donnerstagabend spielten Musiker des Ensembles des steirischen Volksliedwerks im Garten der Lohgerberei in Mölln. Quelle: Jonas Holthusen

Die bekannte griechische Band Locomondo aus Athen mischt Reggae und Ska mit griechischer Musik und landete damit in den heimischen Charts.

Musik- und Kulturfestival lockt heute mit Locomondo aus Griechenland – Europa-Konferenz soll Förderung generieren.

Das Konzert wird vom Deutschlandradio Kultur aufgezeichnet. Kultusministerin Anke Spoorendonk ist Schirmherrin des Festivals, das in diesem Jahr unter dem Motto „. . . andere Heimat Europa“ veranstaltet wird. Der Möllner Verein „Miteinander leben“, der das Konzert organisiert, hat große Pläne. Ziel ist es, gemeinsam mit europäischen Partnern einen Antrag bei der EU für das Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ zu stellen. Mit diesem Ziel vor Augen ist gestern die erste Europakonferenz veranstaltet worden.

„Das Folksfest wird in diesem Jahr wieder politischer. Es geht um Europa und um Flucht“, berichtet Organisator Mark Sauer. Das Festival sei 1993 als Reaktion auf die Möllner Brandanschläge gegründet worden. Zusammen mit dem Mitveranstalter Jörg-Rüdiger Geschke und Bürgermeister Jan Wiegels begrüßte er Verwaltungsmitarbeiter und Kulturschaffende aus Dänemark, Finnland, Norwegen und Österreich in kleiner Runde. Auch Hartmut Schröder, Geschäftsführer des Landesmusikrates, diskutierte mit.

Sauer erläuterte den Ansatz des Festivals, Kultur als Motor für Diskussionen über Europa zu gebrauchen. „Für die Förderung durch die EU brauchen wir mindestens zwei europäische Partner“, sagte Sauer.

„Das Problem sehe ich darin, dass für einen Zugriff auf den Fördertopf Institutionen aus allen Regionen Europas mitwirken müssen – auch aus Südeuropa“, erklärte Rasmus Werner vom Dänischen Rockrat „Rosa“. Sauer sieht Chancen, Kontakte nach Frankreich und Griechenland zu nutzen. „Es ist sehr wichtig, so eine Konferenz zu veranstalten. Gerade vor dem Hintergrund eines drohenden Brexit“, erklärte Wiegels.

Am Donnerstagabend, vor der Konferenz, gab es bereits einen Einblick in die internationale Vielfalt des Festivals. Das Ensemble des steirischen Volksliedwerks aus Österreich, das NAM-Trio aus Finnland sowie Karibuni aus Münster spielten im Garten der Begegnungsstätte, dem ehemaligen Brandhaus. Das steirische Ensemble spielte auf Gitarre, Geige, Akkordeon, Posaune und einer handgemachten Okarina. Zwischendurch gab es auch Tanzeinlagen, bei denen Organisator Mark Sauer von Monika Primas zum Tanz gebeten wurde. Karibuni spannte den Bogen zwischen verschiedenen Kulturen und Kontinenten und sprach auch Kinder an. Immer wieder wurden die Gäste zum Mitmachen animiert. Den krönenden Abschluss des Abends bildete das NAM-Trio aus Finnland, welches mit seinem Weltmusik-Mix für gute Stimmung sorgte. Finnische Tangos oder etwa polnische Mazurkas waren zu hören. Am Freitag brachte Fara Diouf aus Senegal Menschen mit und ohne Handicap im Kurpark zum Trommeln. Im Laufe der Woche spielte sich das Folksfest aber auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Im Kieler Landeshaus traten die Österreicher im Rahmen des Folksfestes auf. In Schulen wurden multikulturelle Workshops angeboten.

Heute treten auf der Marktplatzbühne noch der Hamburger Weltmusikchor (15.15 Uhr), Naira Querobyan Khachatryan & Avag Khachatryan mit armenischer Duduk-Musik (15.45 Uhr), der Drum Circle (16 Uhr),   Karibuni mit Weltmusik für Kinder (17.20) und Uwe Rasmussen (18.15 Uhr) auf.

Aus dem Programm

Bei einem Konzert heute im historischen Saal des Stadthauptmannshofes von 9.30 bis 12.30 Uhr spielen Violinisten aus Griechenland, Italien, Österreich, Finnland, Dänemark und Deutschland zusammen.

Auch der Kindermarktplatz rund um die Nicolaikirche will die Besucher in viele Heimaten entführen. Kinderspiele aus Syrien, Eritrea, dem Iran, dem Irak oder auch Afghanistan gibt es dort heute zwischen 15 und 17.30 Uhr.

Die kulinarische Versorgung der Gäste übernimmt die Türkisch Islamische Gemeinde in Mölln vor dem Rathaus.

Ein Folk-Gottesdienst mit vielen

Musikern des Festivals wird am Sonntag um 10 Uhr in der Nicolaikirche veranstaltet.

 Florian Grombein und Jonas Holthusen

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