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Lauenburg Geschenketüten für Flüchtlingskinder
Lokales Lauenburg Geschenketüten für Flüchtlingskinder
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08:39 22.12.2017
Was in die Tüten kommt, erläutert Ulla Redecker (Mitte) aus Labenz am Spendenstand für die Flüchtlingskinder. Quelle: Fotos: Matthias Schütt
Sandesneben

Für zehn Euro soll jede Tüte mit nützlichen Geschenken wie Schulhefte, Sprachspiele, Bücher oder auch einem Kuscheltier für die Kleinen – unterteilt nach vier Altersgruppen – gefüllt werden. Edeka Martens gibt als Sponsor weihnachtliche Süßigkeiten dazu.

50 Weihnachtstüten waren es 2015, im Jahr darauf mehr als 80 – und diesmal sind 120 Tüten für die Flüchtlingskinder im Amt Sandesneben-Nusse zu füllen. Der Verein Hoffnungsgrund hat zusammen mit der örtlichen Flüchtlingsinitiative an zwei Tagen Spenden in einem Supermarkt in Sandesneben gesammelt.

„Es sind 1221 Euro geworden“, freut sich Alexandra Harloff-Düring vom Verein Hoffnungsgrund über die Punktlandung. Jetzt steht der Bescherung für die Kinder heute in der Schulmensa nichts mehr im Wege. Im nächsten Jahr, so Harloff-Düring, soll die Aktion auf alle bedürftigen Kinder im Amtsgebiet ausgeweitet werden.

„Die steigende Zahl an Flüchtlingskindern ist vor allem auf Familiennachzug zurückzuführen“, erläutert Sebastian Flint, Leiter des Sozialamtes in Sandesneben. Allerdings sei das mehr Vermutung als Gewissheit, denn das Sozialamt erhalte nach dem Wechsel zum Jobcenter keine Meldung über diese Zuzüge. Die genauen Daten habe immer die Ausländerbehörde.

Flint weiß derzeit von rund 180 Flüchtlingen im Amtsbereich, von denen etwas mehr als 120 Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen und vermutlich 50 als temporär Geduldete die Grundsicherung als Arbeitssuchende vom Jobcenter erhalten. Die Hauptherkunftsländer sind Russland, Afghanistan und Armenien. „In der emotional geführten Flüchtlingsdiskussion ist es wichtig, die Zahlen objektiv zu betrachten“, betont Flint. „Wir reden über einen Personenkreis von gerade einmal 1,2 Prozent der Bevölkerung von 15 000 im Amtsbereich.“

Der entspannte Umgang mit dem Flüchtlingszustrom seit 2014 liegt auch daran, dass es frühzeitig gelang, viele ehrenamtliche Helfer zu finden. Deren Arbeit koordiniert Tanja Schwärmer-Reich. Ihre Stelle wird vom Landes Schleswig-Holstein gefördert. „In der Zusammenarbeit von Amt, Kirche und Initiative konnten viele Strukturen geschaffen werden, um den Flüchtlingen die Integration zu erleichtern“, sagt Schwärmer-Reich. Da die Euphorie der Anfangszeit inzwischen verflogen sei, sei das Motivieren eine ihrer Hauptaufgaben.

Ein Problem, das ihr mehr zu schaffen macht, ist die schlechte Mobilität der Flüchtlinge. Sie sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Hier hofft sie auf den Bürgerbus, der im neuen Jahr in Sandesneben in Dienst gestellt wird. Bei der Flüchtlingsinitiative und im Verein Hoffnungsgrund liegt ein Schwerpunkt inzwischen auf der Integration von Frauen. So wurde ein Frauentreff aufgebaut, werden Deutschkurse veranstaltet und praktische Tipps für das Leben in Deutschland vermittelt.

 Von Matthias Schütt

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