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Lauenburg Giftköder in Mölln: Anzeige gegen unbekannte Tierquäler
Lokales Lauenburg Giftköder in Mölln: Anzeige gegen unbekannte Tierquäler
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11:30 04.01.2019
Auf Facebook haben Hundebesitzer vor den Giftködern im Möllner Stadtwald gewarnt. Dort wurde auch berichtet, ein Hund sei daran gestorben. Das konnte die Polizei jedoch nicht bestätigen. Quelle: Screenshot: Facebook
Mölln

Gift an einem beliebten Spazierweg für Hundebesitzer: Der gemeinen Masche eines Tierquälers ist jetzt der Hund eines Möllners zum Opfer gefallen. Er fraß einen von diversen Giftködern, die im Stadtwald vermutlich über die Weihnachtsfeiertage zwischen Wolliner Weg, Hein-Hollenbek-Weg und Tennis-Club ausgelegt worden sind. Dass der Hund, wie auf Facebook behauptet, daran gestorben ist, konnte die Polizei zwar nicht bestätigen. Doch es läuft eine Anzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Hundebesitzer sollten sehr vorsichtig sein. Das Gift führt zu inneren Blutungen.

Hunde wegen innererBlutungen beim Tierarzt

„Der Bereich wurde mittlerweile weit abgesperrt. Eine Anzeige wurde von der Polizei in Mölln aufgenommen“, berichtet Sandra Kilian, Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg. Passanten hatten sich bereits am 25. Dezember gegen Mittag bei der Polizei gemeldet, weil ein Hund eine merkwürdige Substanz gefressen hatte. In der Folge hatten Hundebesitzer auf Facebook vor den Giftködern im Möllner Stadtwald gewarnt. Im Netz wurde auch berichtet, ein Hund sei daran gestorben. „In Mölln zwischen den ehemaligen Tennisplatz am Ziegelsee und Grambeckerweg sind Giftköder – Rattengift ausgelegt worden. Ein Hund ist schon verstorben“, heißt es auf Facebook. Ein anderer Facebook-Nutzer schrieb: „Zwei Hunde mussten schon zum Tierarzt, wegen inneren Blutungen.“

Hinweis auf professionelles Rattengift

Ein Plastikbeutel mit Erde, Laub und orangefarbenen Pellets wurde bei Facebook im Foto gezeigt. Farbe und Form des gezeigten Gifts ist ein Hinweis darauf, dass es sich bei dem Gift um eine Substanz handeln könnte, die nur professionellen Schädlingsbekämpfern verkauft wird. Diese Mittel haben eine besonders starke Wirkung. Sie verursachen Blutgerinnungsstörungen und Blutungen. Außerdem zeigten die Facebook-User Fotos der dreieckigen Warnschilder, die laut Polizei der Jagdpächter aufstellen ließ. Den Tot eines Hundes konnte die Polizei jedoch nicht bestätigen. Laut Sandra Kilian sei der betroffene Hund, dessen Vergiftung zur Anzeige geführt hatte, von einem Tierarzt einer Notfallversorgung unterzogen worden und nach Hause entlassen worden. Der Veterinär habe auch bestätigt, dass es sich bei den Ködern um Rattengift handele. Es wurden mehrere Köder zwischen Heinrich-Hollenbek-Weg, Wolliner Weg und Tennisplatz gefunden und eingesammelt. „Auffällig war, dass das Gift immer an oder auf Baumstümpfen lag“, erklärte Polizeisprecherin Kilian.

Biozid-Verordnung schützt Kinder und Greifvögel

Gaston Prüsmann, Vorsitzender des Tierschutzvereins Mölln, Ratzeburg und Umgebung, erklärte, dass es immer wieder solche Fälle gegeben habe. „Leider melden sich Betroffene nicht grundsätzlich auch beim Tierschutz“, sagt Prüsmann. Das sei von Vorteil. Denn das Netzwerk der Tierschützer sei groß, weshalb dann schnell auch überregional vor den Giftködern gewarnt werden könne. Seit 2013 dürfen Privatleute Aufgrund der Biozid-Verordnung der EU zum Schutz von Mensch und Umwelt nur noch wenige, veraltete Gifte auf ihren Grundstücken selbst auslegen. Die hochwirksamen Blutgerinnungshemmer der 2. Generation, die Ratten effektiv bekämpfen, dürfen nur noch von professionellen Schädlingsbekämpfern ausgelegt werden.

EU warnt vor Schäden für Greifvögel

Untersuchungen der EUhaben ergeben, dass Ratten- und Mäusebekämpfungsmittel (Rodentizide) mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen (Antikoagulanzien) erhebliche Umweltrisiken darstellen. Greifvögel, die eine Ratte fangen, könnten die Gifte aufnehmen. Hunde und Kinder sind ebenfalls gefährdet. Seriöse Schädlingsbekämpfer verwenden nur Giftköder, die in Köder-Boxen fixiert sind. Kinder oder Hunde kommen dann nicht ran. Ratten oder Mäuse können sie nicht dorthin tragen, wo sie Vögel gefährden.

Florian Grombein

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