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Lauenburg Gospelgesang erklingt in der Kirche zu Nusse
Lokales Lauenburg Gospelgesang erklingt in der Kirche zu Nusse
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00:21 14.01.2016
Die „Glory Gospel Singers“ bringen ihren Glauben an Gott in Liedern und Emotionen zum Ausdruck. Am kommenden Sonntag sind sie in Nusse zu Gast. Quelle: Glory Gospel Singers/hfr

Die Anfänge der afroamerikanischen Musik sind unlösbar mit der Sklaverei verwoben, die zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert viele Millionen Menschen auf schlimmste Art und Weise von Afrika nach Amerika brachte. In ihrer Musik erinnern die „Glory Gospel Singer“ bei ihrem Konzert in Nusse am Sonntag, 17, Januar.

Der Verlust der Familie und des reichen afrikanischen Sozialgefüges in den Stammen führte zu unerträglicher Isolation. Für die Sklaven, die in völliger Unterdrückung lebten, wurde der Gesang zur einzigen Möglichkeit, um der Sehnsucht nach der verlorenen Heimat Ausdruck verleihen zu können. Dies war das Einzige, was die Sklaventreiber den Menschen nicht nehmen konnten. Anderseits dienten sie auch den Weißen als Unterhaltung. Gleichzeitig sollte der Gesang die Sklaven ruhigstellen, welche sich beim Tanz abreagieren sollten und somit ungefährlicher erschienen.

Die Musik einte die Sklaven. Sie half, die Müdigkeit und Eintönigkeit der Arbeit zu ertragen und — was den weißen Herren nicht gefallen konnte — diente sie der Kommunikation untereinander. Die Gesänge wurden Ausdruck innigen Glaubens und der Hoffnung auf Freiheit sowie Mittel zur Nachrichtenübermittlung. Fluchtwege, Personenbeschreibungen und andere Informationen konnten, in einem Lied versteckt, ausgesprochen werden, ohne dass Bestrafung befürchtet werden musste. Spirituals sind als geistliche Volkslieder zu verstehen.

Das wohl bekannteste Lied aus diesem Genre ist „Go down Moses“. In der Regel sind diese Lieder rhythmisch stark betont, weil neben dem Gesang auch der Tanz eine wichtige Rolle spielt. Die Texte handeln bevorzugt von Befreiung und stammen direkt aus der Bibel. Ihre Wurzeln finden sich in der Sklavenzeit. Seit den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts begannen die Afroamerikaner, eigene Kirchengemeinden zu organisieren. Eines der wichtigsten Elemente ihres Gesangs wurde das „call and response“-Prinzip, bei dem der Vorsänger eine Zeile singt, welche dann von der Gemeinde wiederholt wird. Somit kann jeder Einzelne aktiv am Gottesdienst teilnehmen und es entsteht eine intensive, lebendige Atmosphäre.

Am Sonntag, 17. Januar, um 17 Uhr präsentieren die „Glory Gospel Singers“ in der Nusser Kirche ihr Programm „One of the finest gospel shows“ mit dem sie dem Publikum einen unvergesslichen Abend bereiten werden, heißt es.

Kartenverlosung

Für das Konzert verlosen die Lübecker Nachrichten drei mal zwei Freikarten. Wer gewinnen möchte sollte bis Donnerstag 22 Uhr eine Mail mit Namen, Wohnort und Telefonnummer an verlosung@ln-luebeck.de schicken. Die Gewinner werden von uns benachrichtigt und können die Karten an der Abendkasse abholen.

LN

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