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Lauenburg Grabpflege per Mausklick in Lauenburg
Lokales Lauenburg Grabpflege per Mausklick in Lauenburg
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22:49 23.06.2016
Platz zum Sitzen gibt es auf Lauenburger Friedhof genug. Bernd K. Jacob von der Friedhofsverwaltung organisiert dort Andachten.

Andachten im Himmelsgarten, Konzerte in der Kapelle, Kino in der Werkhalle, Online-Shop für kleine Dienstleistungen – das Team der Friedhofsverwaltung der evangelischen Kirchengemeinde Lauenburg ist erstaunlich kreativ. Die Kirche arbeitet am Image ihrer Friedhöfe. In Mölln wird am Freitag die „Lange Nacht des Friedhofs“ mit Konzerten und Lesungen gefeiert.

Die Kirche belebt den Ort der Trauer mit einer Boule-Bahn und einem Onlineshop – Möllner Friedhof heute als Konzertbühne.

„Wir sehen den Friedhof auch als Fläche für die Lebenden“, sagt Bernd K. Jacob, der seit November zum Team in Lauenburg gehört. Er kommt aus der Werbebranche und hat viele Ideen, wie der schöne Friedhof für viele Menschen nutzbar gemacht werden kann. „Unser Friedhof ist wie ein kleiner Stadtpark, bietet viele Möglichkeiten, Ruhe zu tanken und die Anlage zu genießen“, sagt er. Ganz neu ist der Himmelsgarten. Auf diesem Platz unter freiem Himmel können Verabschiedungen und Trauerfeiern stattfinden, auch Andachten und kleine Konzerte sind möglich. Der Himmelsgarten bietet Platz für 30 Personen und steht als konfessionsübergreifende Alternative zur Auferstehungskapelle zur Verfügung. Die Holzbänke wurden von den Gärtnern gefertigt. Das Kreuz stammt aus über hundert Jahre altem Holz aus dem Gebälk des Kirchturms der Maria-Magdalenen-Kirche.

„Als der Turm Anfang der 90er Jahre saniert wurde, war das Holz übrig“, sagt Elle Koriath, die Leiterin der Friedhofsverwaltung. Doch es gibt noch weitere Besonderheiten auf der fünf Hektar großen Fläche zwischen B 5 und Berliner Straße: ein muslimisches Grabfeld, Rosen- und Schmetterlingsgarten sowie einen Baumgarten. Hier kann die Urne am Fuße von Ahorn, Buche, Trauerweide oder Kirsche beigesetzt werden, kleine Namenschilder an hölzernen Stelen weisen auf die Davongegangenen hin. „Wir haben den Baumgarten als Alternative zu Ruheforsten oder Seebestattungen eingerichtet. Viele Bürger wünschen sich einen gepflegten Platz als letzte Ruhestätte, das können Kinder, die oft weit weg wohnen, nicht mehr leisten“, so Jacob. Für Hinterbliebene, die nicht mal eben ans Grab ihrer Lieben nach Lauenburg kommen können, hat die Friedhofsverwaltung einen Online-Shop mit Dienstleistungen eingerichtet. Hier können „Urlaubsgießen“ oder befristete Grabpflege gebucht, Pflanzen ausgesucht oder Grabreinigung beauftragt werden. Ganz bequem vom Computer zu Hause aus.

„Der Friedhof ist ein Stück Stadtgeschichte“, sagt Koriath. Er sei Ort der Trauer und Erinnerung, aber auch der Kultur. Und damit der Park noch schöner wird, werden jetzt Paten für das neue Projekt „Platznehmen“ gesucht. Und wer genug Ruhe hatte und sich bewegen möchte, braucht nur wenige Schritte zur Boule-Bahn zu gehen. „Wir sehen den Friedhof als Begegnungsmöglichkeit im Lebensraum Stadt, möchten das Tabuthema Friedhof offensiv aufbrechen“, sagt die Leiterin der Friedhofsverwaltung.

Aktion Platznehmen

Für die Besucher des Friedhofs Lauenburg sollen Bänke aus Teak aufgestellt werden. Wer eine Bank stiftet, kann sie mit seinem Tauf- oder Trauspruch oder einer Widmung gestalten lassen.

Die Namen der Paten bleiben für die Öffentlichkeit ungenannt, denn jeder soll sich eingeladen fühlen, einen Moment zu verweilen. Die Patenschaft von 300 Euro beinhaltet die Kosten für Anschaffung, Gestaltung und Montage, Sicherung und Pflege in den ersten Jahren.

• Mehr Infos im Internet:

www.friedhof-lauenburg.de.

Lange Nacht des Friedhofs in Mölln

Zum dritten Mal lädt die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Mölln ein zu einer Langen Nacht des Friedhofs: Heute von 20 bis 24 Uhr auf dem Alten Friedhof an der Hindenburgstraße. Es erklingen Geschichten von Leben, Liebe und Tod – aus Mölln und aller Welt. Poetisch und anregend, nachdenklich und heiter ist der Abend, den Pastorin Hilke Lage und Friedhofsverwalter Reinhard Gottlebe gemeinsam mit vielen Mitwirkenden aus der lokalen Musik- und Künstlerszene vorbereiten.

Das Programm im Einzelnen:

Musik über die „Fülle des Lebens" zum Zuhören oder Mitsingen präsentieren die Sängerin Meike Siebert, Kirchenmusikerin Andrea Battige (Orgel), Harfenist Stefan Battige, Liedermacher Klaus Irmscher, Flötist Hartmut Ledeboer, Musiker Lorenz Stellmacher, das Folk-Jazz Quartett „Folkzz“ mit Saskia Ziehmann, Klaus Weluda, Andreas Riebl und Matthias Lage.

Kurzfilme: Humorvoll, poetisch oder nachdenklich setzen sechs Kurzfilme die Themen Leben und Tod, Diesseits und Jenseits, Abschied und Neubeginn sowie Verzweiflung und Hoffnung in Szene.

Präsentiert werden die Filme vom Filmclub Burgtheater Ratzeburg e.V.

Lesungen: Poesie und Prosa – Worte für Herz und Verstand über Sterben, Abschied und Tod, aber auch über das Leben, die Hoffnung und die Liebe über den Tod hinaus werden vorgetragen von Silke Fließbach, Corinna Weißmann-Lorenzen und Lorenz Stellmacher. Reinhard Gottlebe und Hilke Lage lesen aus „Solange ich lebe, kriegt mich der Tod nicht – Friedhofsgänge mit Schriftstellern“ (T.

Wenzel).

Theater: Die Eulenspiegelaien interpretieren das Grimmsche Märchen „Gevatter Tod“: Ein armer Mann nimmt den Tod, „der alle gleich macht“, zum Paten seines Kindes. Dieser verleiht seinem Patenkind später besondere Fähigkeiten als Arzt.

Biographisches von Möllnern: 2016 jährt sich die Schlacht um Verdun zum 100. Mal. Auf dem Alten Friedhof sind 38 gefallene Soldaten des Ersten Weltkriegs beigesetzt. Stadtarchivar Christian Lopau liest dort Biographisches aus dem Leben dieser gefallenen Möllner Soldaten. Der Eintritt ist frei – Spenden sind willkommen.

 Silke Geercken

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