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Großbrand gefährdet Forschungseinrichtung

Geesthacht Großbrand gefährdet Forschungseinrichtung

Vergangene Woche hat das MagIC einen herben Rückschlag erlitten: Ein Großbrand zerstörte Teile des MagIC (die LN berichteten). Eine Woche nach dem Brand steht noch immer nicht fest, wie umfangreich die Technik der Wissenschaftler unter dem Feuer gelitten hat.

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Werkstoffforschung der Zukunft: Professor Karl Ulrich Kainer, der Leiter des MagIC, zeigt an einem 1:1-Fahrzeugmodell, was die Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums aus Magnesium alles herstellen.

Geesthacht. Felgen, Motorhauben, Dachsegmente, Getriebeteile und ganze Rohkarossen – im Magnesium-Innovations-Center (MagIC) arbeiten die Werkstoffforscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) an den Leichtbaumaterialien der Zukunft. Andere Wissenschaftler des Teams von Institutsleiter Karl Ulrich Kainer entwickeln Biomaterialien aus Magnesium, etwa Knochenschrauben, die sich im Körper zurückbilden.

LN-Bild

Geesthachter Werkstoffforscher erwägen Verlagerung der Versuche nach Korea.

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Riesige Rauchwolke

Der Brand war am 26. Juli gegen 12 Uhr ausgebrochen. Die Feuerwehr fuhr gerade an der Halle vor, da kam es zu einer explosionsartigen Brandausbreitung und einer weithin sichtbaren Rauchwolke über dem HZG. 85 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Vergangene Woche hat das MagIC einen herben Rückschlag erlitten: Ein Großbrand zerstörte Teile des MagIC (LN berichteten). Von der vom Ruß geschwärzten Decke des Gebäudes mit der Magnesium-Gießwalzanlage hängen verbrannte Leitungen, die Fassade aus Trapezblech ist durch die Druckwelle einer Rauchgasdurchzündung nach außen gedrückt, im Flachdach klaffen Löcher. Doch eine Woche nach dem Brand steht noch immer nicht fest, wie umfangreich die Technik der Wissenschaftler unter dem Feuer gelitten hat. „Wir wollen jetzt einen Statiker reinschicken, um die Gebäudestruktur beurteilen zu lassen. Wenn es dann möglich ist, sollen die Herstellerfirmen unsere Technik unter die Lupe nehmen“, erklärt Professor Kainer. Die Polizei beziffert den Sachschaden mit acht Millionen Euro. Kainer: „Das wäre dann ein Totalschaden, aber vielleicht können wir ja einige Dinge retten.“ Andererseits wäre der Wiederbeschaffungswert durch Preissteigerungen wohl heute höher als beim Bau der Gießwalzanlage (in der Bleche für Versuche hergestellt werden) vor einigen Jahren.

„In unserem Versuchsplan wird es jetzt auf jeden Fall zu Verschiebungen kommen“, sagt Kainer. Zwar konnten Anfang Juli aktuelle Testreihen abgeschlossen werden, doch schon im Oktober sollte neues Material hergestellt werden. „Wir werden jetzt mit unserem koreanischen Partner verabreden, dass wir die Versuche vielleicht auch in Korea durchführen können“, berichtet Kainer. Sollte es länger dauern, die Anlagen wieder in Betrieb zu nehmen, wird das MagIC-Team einige Dinge nicht wie geplant durchführen können. „Es ist schon wichtig für uns, die Anlage schnell wieder in Betrieb nehmen zu können, das Gießwalzwerk ist einer unserer Leuchttürme“, erklärt der Institutsleiter. Seine Mitarbeiter – 70 der 300 des Instituts kümmern sich um Magnesium, fünf davon arbeiten im Gießwalzwerk – sorgen für die Grundlagenforschung und entwickeln dann mit Partnern verschiedene serienreife Produkte. Ein großer Partner ist Volkswagen.

Versichert sind – wie bei öffentlichen Einrichtungen üblich – weder Immobilie noch Ausstattung. Kainer: „Wir werden versuchen, Folgeschäden zu verhindern, etwa durch den durch das Dach kommenden Regen. Und dann müssen wir gucken, wie wir nötige Investitionen stemmen können.“ Der Professor hofft, dass im September ein Statusbericht für Halle und Technik vorliegt. Dann wird entschieden, wie es weitergeht. Das HZG wird vom Bund und den norddeutschen Ländern finanziert.

Eigenschaften

Das feste, silbrig glänzende Leichtmetall Magnesium ist etwa ein Drittel leichter als Aluminium. Reinmagnesium hat eine geringe Festigkeit und Härte. An Luft überzieht es sich mit einer Oxidschicht, die im Gegensatz zu Aluminium nicht vollständig deckend ist. Dünne Bänder oder Folien aus Magnesium lassen sich leicht entzünden; frisch hergestelltes Magnesiumpulver kann sich an der Luft bis zur Selbstentzündung erwärmen.

 Timo Jann

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