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Lauenburg „Wir sind nicht still“ – Demo in Berkenthin
Lokales Lauenburg „Wir sind nicht still“ – Demo in Berkenthin
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16:03 26.10.2018
Pastor Wolfgang Runge mit dem Ankündigungsplakat für die Demonstration und Kundgebung am Reformationstag. Im Hintergrund die Maria-Magdalenen-Kirche zu Berkenthin. Quelle: Joachim Strunk
Berkenthin

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ – dieses vielleicht bekannteste Wort Martin Luthers steht für Selbstbewusstsein und Stärke, für das Einstehen und die Übernahme von Verantwortung für sich und andere. Unter diesem Motto ruft nun die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Berkenthin am kommenden Mittwoch, dem jetzt wieder offiziellen kirchlichen Feiertag „Reformationstag“, zu einer Demonstration und Kundgebung für Mitmenschlichkeit, Toleranz, Integration, Vielfalt und Menschenwürde auf.

Initiative von Pastor Runge

„In jüngster Zeit gehen immer mehr Menschen in den Städten - wie beispielsweise vor zwei Wochen in Berlin - gegen Rassismus und Populismus auf die Straße. Wir wollen auch den Menschen im ländlichen Raum die Möglichkeit geben, ein Zeichen zu setzen und sich gegen den momentanen Rechtsruck im Land zur Wehr zu setzen“, erklärt Andrea Fernandes, Vorstandsmitglied im Berkenthiner Kirchenförderverein.

Die Initiative ging von Pastor Wolfgang Runge aus: Das Sterben im Mittelmeer sei unerträglich, man müsse etwas tun. Dazu die politische Lage im Land mit einer populistischen Partei im Bundestag, Pegida und rechter Hetze. Damit stieß er bei den Mitgliedern des Berkenthiner Runden Tischs für Willkommenskultur auf offene Ohren.

Erfahrung von anderen Demos

Dessen Initiatoren, Annelie Tesche, Andrea Fernandes und Marc Hamdorf, planten daraufhin gemeinsam mit Runge diese Demo. „Wir wollen zeigen, dass wir für Anstand und Menschenwürde, Demokratie und Nächstenliebe stehen, deutlich, fröhlich, bunt und mit vielen anderen“. Zum Vorbereitungstreffen gesellte sich auch die Berkenthiner SPD-Fraktion dazu. Bürgermeister Michael Grönheim wird auch ein Grußwort auf der Kundgebung sprechen. Bei der Organisation der Demo hilft zudem Volker Peters, der Erfahrungen als Initiator der Demonstrationen gegen die Sondermülldeponie in Groß Weeden gesammelt hat.

Ablauf und Redner

Beginn der Veranstaltung ist um 11 Uhr vor dem Amtsgebäude in der Straße Am Schart. Von dort geht es auf der Hauptstraße über die Poststraße, Berliner Straße und erneut Am Schart an Meiers Gasthof vorbei über die Kirchsteigbrücke zur Maria-Magdalenen-Kirche. Auf dem Pastoratsvorplatz soll dann die Kundgebung stattfinden. Geplant sind Grußworte von Amtsvorsteherin Iris Runge und von Berkenthins Bürgermeister Michael Grönheim. Als Redner werden Pastor Wolfgang Runge und Pröpstin Frauke Eiben sprechen. Landrat Dr. Christoph Mager kann nicht teilnehmen, will aber auch ein Grußwort senden. Vorab erklärte er: „In einer Zeit, in der es Deutschland trotz aller Probleme so gut wie noch nie geht, ist es nur zu unterstützen, wenn Menschen gegen Provokation und Polemik und stattdessen für einen besonnenen und ruhigen Umgang miteinander eintreten.“

Die Resonanz in der Umgebung darauf ist bislang recht gut. Gilt der Nordkreis des Herzogtum Lauenburg doch ohnehin als Gegend, in der die Willkommenskultur stark ausgeprägt ist. So haben unter anderen auch Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß und Mark Sauer vom Verein Miteinander leben ihre Teilnahme zugesagt. Möglicherweise wird auch ein Filmteam des NDR für das Schleswig-Holstein-Magazin vor Ort sein.

Parkplätze für die Besucher werden ausgeschildert. Der Lebensmittelmarkt Markant hat sich bereit erklärt, seinen Parkraum zur Verfügung zu stellen. „Die Demonstration ist selbstverständlich auch bei der Polizei angemeldet, sie begleitet den Zug. Als Auflage müssen wir nur eine Handvoll Ordner stellen und das übernimmt die Feuerwehr für uns“, erklärt Andrea Fernandes.

Mit 300 Teilnehmern glücklich

Über die zu erwartende Teilnehmerzahl sei es schwierig, etwas zu sagen, so Fernandes. Das hänge sicherlich auch am Wetter. Diesbezüglich sind die Vorhersagen aber einigermaßen positiv. „Mit 300 Teilnehmern wären wir glücklich, weniger würde uns ein wenig traurig stimmen, mehr wäre super.“

Man habe auf jeden Fall viel Erfahrung im Organisieren von Projekten und auch kleineren Veranstaltungen – „wie groß diese hier tatsächlich wird, wird sich zeigen. Essen und Trinken wird auf Spendenbasis ausgegeben, der Spendenüberschuss wird für Demokratie-Bildung für Jugendliche in Berkenthin verwendet“, so Fernandes.

Für die Ausgabe von Essen (Würstchen und Fleischkäse im Brötchen) und Trinken haben die Initiatoren zahlreiche ehrenamtliche Helfer, für Livemusik ist ebenfalls gesorgt. „Es kann also losgehen“ – und zwar unter dem Motto: „Wir sind nicht still!“ Es wird laut, bunt und fröhlich werden - ganz im Sinne Martin Luthers: „Hier stehen wir – und können nicht anders!“

Joachim Strunk

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