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Lauenburg Große Resonanz auf Islamismus-Vorträge
Lokales Lauenburg Große Resonanz auf Islamismus-Vorträge
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13:19 24.12.2015

Auf großes Interesse bei einem Fachpublikum aus Schule, Jugendarbeit, Verwaltung, Kirche und Politik, aber auch bei vielen interessierten Bürgern, stieß die Vortrags- und Seminarreihe des Vereins Miteinander leben zum Thema „Islamistischer Extremismus“, die in Geesthacht und Mölln in Kooperation mit dem Fachdienst Jugendschutz des Kreises Herzogtum Lauenburg und dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ im Kreis Herzogtum Lauenburg durchgeführt wurde.

Kurt Edler, ehemaliger Mitarbeiter am Landesinstitut für Lehrerbildung in Hamburg, beschrieb das Phänomen, das seine mörderischen Erscheinungsformen vor allem im Nahen Osten oder Afrika entfaltet und zunehmend auch Europa bedroht. Edler machte deutlich, dass es bei dieser Form des Extremismus nicht, wie gerade die IS-Propaganda glaubhaft machen möchte, um Glauben und Religion gehe, sondern durchweg um eine Ideologie der Machtergreifung, die sich eines religiösen Deckmantels bediene. Dabei konnte er Parallelen zu anderen totalitären Weltanschauungen herausarbeiten, wie etwa dem Nationalsozialismus. In beiden Anschauungen gibt es die Erzählung von einer glorreichen Vergangenheit, einer Demütigung durch einen übermächtigen Feind oder Besatzer und das Heilversprechen einer Leitfigur, die als Führer oder Kalif die alte Weltordnung in einem heroischen Kampf wieder herstellen und alle Feinde erbarmungslos ausmerzen wird. Edler warnte eindringlich vor der Faszination, die auch in unserer Gesellschaft eine solche Ideologie auf junge, ungefestigte Persönlichkeiten ausübe, die sich selbst als Verlierer der Gesellschaft empfinden.

Aus seiner beruflichen Praxis heraus skizzierte Edler die Verläufe von Radikalisierungsprozessen, die häufig unbemerkt von Elternhaus, Schule oder Moscheen verlaufe. Edler mahnte, dieses Phänomen als gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu begreifen, auf die Sicherheitsbehörden ebenso reagieren müssten wie Schulen, Jugendeinrichtungen und -ämter, aber auch alle Religionsgemeinschaften. Denn gerade der Missbrauch von Religion als kompromissloses Machtinstrument droht Religionen als sinnstiftende Wertesysteme zu delegitimieren. Edler schloss mit dem Fazit, dass diese Form des Extremismus keinerlei Spielräume mehr für Dialog und Menschlichkeit lasse, wie sich nur Tage nach dem Seminar in Paris auf so grausame Weise zeigte. „Unsere Demokratie und ihre Werte“, zog Kurt Edler sein Fazit, „sind durch den islamistischen Extremismus bedeutend wie schon lange nicht mehr herausgefordert. Doch enthält unser Grundgesetz auch alles, um dieser Herausforderung zu begegnen.“ Insbesondere die Vertreter von Schulen und Jugendeinrichtungen, aber auch der Moscheeverein, zeigten großes Interesse, das Thema im Sinne eines aktiven Jugendschutzes in ihren Einrichtungen zu vertiefen.

LN

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