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Lauenburg Großeinsatz der Polizei bei Rocker-Treffen
Lokales Lauenburg Großeinsatz der Polizei bei Rocker-Treffen
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20:59 04.10.2016
Die Polizei überprüfte etwa 200 Menschen, die in der Nacht zum Montag zur Einweihung eines neuen Clubheims eines Motorradclubs in Schwarzenbek kamen. Das Gelände war deshalb weiträumig abgeriegelt.
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Schwarzenbek

Ein von der Polizei als gefährlich eingestufter Motorradclub hat Schwarzenbek als neues Domizil auserkoren: Zur Einweihung des Clubheims der „Saxony Forest“ genannten Gruppe, denen die Polizei eine Nähe zu den teilweise verbotenen Hells Angels nachsagt, gab es in der Nacht zum Montag einen Großeinsatz der Polizei. Die Beamten durchsuchten an der für mehrere Stunden völlig abgeriegelten Zufahrt die mehr als 220 Gäste der Feier und deren Fahrzeuge. Ein Teilnehmer spricht gar von 350 bis 400 angereisten Gästen. Dabei stellten die Beamten zahlreiche gefährliche Gegenstände wie Baseballschläger, Messer und Tierabwehrspray sicher. „Wir halten an der landesweiten Null-Toleranz-Strategie fest“, machte Polizeisprecher Andreas Dirscherl deutlich, dass Schwarzenbek für die Rocker kein Freiraum sei.

Das Clubheim von „Saxony Forest“, der sich laut eines Teilnehmers eigentlich „Division MC“ nennt, befindet sich in angemieteten Räumen einer ehemaligen Tierklinik an der Röntgenstraße. Bereits am Sonnabend hatten Mitglieder dort zur Straße hin den hohen Zaun mit schwarzer Folie blickdicht verhängt, dahinter ein großes Partyzelt aufgebaut. Auch die Polizei hatte bereits vergangene Woche ihre Ausrüstung wie massive Absperrgitter auf einem Hof an der Röntgenstraße platziert. Das Treffen war von den Veranstaltern wegen des Ausschanks vorab bei der Stadt angemeldet worden. Das habe die Polizei auf den Plan gerufen, hieß es von Seiten des eigens im Polizeirevier an der Compestraße eingerichteten Führungsstabs der Direktion.

Die Polizei sperrte eine Zufahrt zu der Ringstraße im Schwarzenbeker Industriegebiet ab und unterzog auf der zweiten Zufahrt alle Besucher einer intensiven Kontrolle. Posten mit Maschinenpistolen sicherten die vom Technischen Hilfswerk ausgeleuchtete Kontrollstelle ab. Viele Gäste parkten ihre Wagen abseits und gingen zu Fuß zur Kontrolle.

„Uns geht es vor allem darum, hier deutlich Präsenz zu zeigen. Außerdem dient die Maßnahme dazu, Erkenntnisse zu gewinnen, wer hier eingeladen wurde und wem der Club nahesteht“, berichtete Polizeisprecher Andreas Dirscherl. So sollen einige hochrangige Personen aus dem Rocker-Milieu unter den Gästen der Einweihungsparty gewesen sein, hieß es. Dirscherl: „Wenn ein Motorradclub irgendwo aufschlägt, ist das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung immer groß. Dem wollen wir hier nachkommen.“ Allerdings hieß es von Seiten der Beamten an der Kontrollstelle, dass man dem Ansturm der teilweise extrem aggressiv auftretenden Besucher bei einer plötzlichen Auseinandersetzung nicht viel hätte entgegensetzen können. Es dürften nur etwa 50 Polizisten im Einsatz gewesen sein, Dirscherl wollte keine Zahl nennen. Ein Hundeführer kam ganz aus Schleswig. Dirscherl beschwichtigte, man sei gut aufgestellt für die Maßnahme. „Wir wollen die Gruppierung ja auch nicht aufwerten.“ Nach der sechsstündigen Aktion zog die Polizei ein positives Fazit. „Wir konnten mögliche Gefahrenlagen im Vorwege abwenden“, so Dirscherl. Er geht davon aus, dass der Betrieb des Clubheims unscheinbar zum „Tagesgeschäft“ übergehen wird und das große Treffen Montagnacht mit Gästen unter anderem aus Hamburg, Lübeck, Ostholstein, Rotenburg und Winsen die Ausnahme bleiben wird.

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