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Lauenburg Großer Geldregen für Büchen
Lokales Lauenburg Großer Geldregen für Büchen
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01:18 19.06.2016

Die Gemeinde Büchen kann sich über eine unerwartete Finanzspritze freuen. Ein Unternehmen muss fast zehn Millionen Euro Gewerbesteuer aus früheren Jahren nachzahlen. 13,6 Millionen Euro werden die örtlichen Betriebe in diesem Jahr nun voraussichtlich an die Gemeinde abführen. Ursprünglich war die Gemeinde von etwa 3,7 Millionen ausgegangen. Doch von dem warmen Geldregen wird voraussichtlich nur ein Bruchteil am Ende tatsächlich bei der Gemeinde hängenbleiben.

Bürgermeister Uwe Möller (SPD)

„Mit dieser Steuernachzahlung machen wir auch viele andere glücklich“, sagte Büchens Bürgermeister Uwe Möller (SPD) im Finanzausschuss der Gemeinde, bezogen auf die mit der Nachzahlung steigende Gewerbesteuerumlage. „Die Finanzausgleichsveranlagung im kommenden Jahr wird gewaltig sein“, kündigte Kämmerer Uwe Benthien an. Vorsorglich habe er daher sechs Millionen Euro dafür zweckgebunden zurückgestellt.

Zum Vergleich: Die Stadt Mölln mit ihren 20 000 Einwohnern plant in diesem Jahr mit Steuereinnahmen von 4,6 Millionen Euro. Büchen hat bislang – auch aufgrund der Nachzahlung – 11,2 Millionen Euro Gewerbesteuer verbuchen können. „Bereinigt um die Nach- und Rückzahlungen würden wir in diesem Jahr voraussichtlich bei 5,4 Millionen landen“, sagte Benthien. Das liege deutlich über den Erwartungen. Der genaue Stand sei dabei ständig in Bewegung. „Allein in der letzten Woche haben wir drei Gewerbesteuerbescheide bekommen“, so Benthien. Einer habe eine Rückzahlung in Höhe von 600

000 Euro beinhaltet. Solche Mitteilungen des Finanzamtes seien auch ein Grund, warum die Gemeinde mit den Ansätzen bei der Gewerbesteuer im Haushalt „grundsätzlich vorsichtig“ umgehe, so Bürgermeister Möller.

„Auch wenn wir diesen warmen Regen mit der Nachzahlung nicht bekommen hätten, könnten wir mit den 5,4 Millionen Euro abzüglich der Rückzahlung zufrieden und glücklich sein“, sagte Hartmut Werner (SPD). Ansgar Dust erinnerte daran, dass die Kommunalpolitiker in schlechten Zeiten aber auch Geld in die Hand genommen hätten, um neue Gewerbegrundstücke zu schaffen. Nur so konnten in den vergangenen Jahren Betriebe wie Gludan oder Kulina in Büchen gehalten werden und dadurch letztlich auch ein Betrieb wie Kartoffel-Heilmann erheblich erweitern werden.

Doch Büchen nimmt nicht nur viel Geld ein, sondern gibt auch gewaltig aus – und damit steigt die Verschuldung der Gemeinde massiv. Gegenüber den ursprünglichen Plänen will die Gemeinde ihre Kreditaufnahme für Investitionen von knapp 7,6 auf rekordverdächtige 9,3 Millionen Euro erhöhen. Vorgesehen ist das Geld für den Neubau der Rettungswache am Sportplatz (1,5 Millionen Euro), den sozialen Wohnungsbau (5,3 Millionen Euro), die Park & Ride- und Bike & Ride-Bereiche an der Lauenburger Straße und der Bahnhofsstraße (465 000 Euro) sowie die Erschließung des B-Planes 50 (240000 Euro). Die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde wird damit bis zum Jahresende von 2334 auf 3804 Euro steigen. Zum Jahresende 2012 waren es noch 1745 Euro je Bürger. Insgesamt wird Büchen so mit knapp 21,7 Millionen Euro bei den Banken in der Kreide stehen. Zum Vergleich: Mölln wird zum Jahresende voraussichtlich 17,4 Millionen Euro Schulden oder umgerechnet 924 Euro je Bürger haben. Eine Übersicht über den Wert der mit dem Geld geschaffenen Werte gibt in Mölln die doppische Haushaltsführung. Büchen verzichtet darauf bislang.

Verarbeitet werden sollen die neuen Büchener Zahlen in einem Nachtragshaushalt. Nach einer ersten Beratung im Finanzausschuss am vergangenen Montag steht das Zahlenwerk am Dienstag, 28. Juni, ab 19.30 Uhr (Sitzungssaal Amtsgebäude), erneut auf der Tagesordnung des Finanzausschusses.

Unternehmen in Büchen

605 Gewerbebetriebe einschließlich Kleinunternehmer sind in Büchen gemeldet. 472 davon zahlten im Jahr 2014 gar keine Gewerbesteuer.

21 Betriebe zahlten bis zu 1000 Euro, 77 Betriebe zwischen 1001 und 10 000 Euro und 30 Betriebe zwischen 10 001 und 100000 Euro.

5 Firmen der gemeldeten Unternehmen zahlten mehr als 100 000 Euro Gewerbesteuer.

Holger Marohn

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