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Lauenburg Grüner Wahlkampf auf dem Ökohof
Lokales Lauenburg Grüner Wahlkampf auf dem Ökohof
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22:19 13.09.2013
Gemütlicher Plausch im Garten des Lämmerhofes bei Kaffee, Saft und Kuchen: Konstantin von Notz (r.) und Kollegin von Cramon (l.).

Welch besseren Ort kann man sich als „grüner“ Politiker für einen Wahlkampfauftritt vorstellen als einen landwirtschaftlichen Betrieb? Aber ökologisch betrieben muss er schon sein!

So fühlten sich Konstantin von Notz, Bundestagsabgeordneter der Grünen/Bündnis 90 aus Mölln, und seine niedersächsische Kollegin Viola von Cramon, begleitet von einigen lauenburgischen Grünen wie Annedore Granz, Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Klaus Tormählen aus Börnsen und Martin Merlitz aus Lauenburg, bestens aufgehoben auf dem Lämmerhof von Detlef Hack in Panten.

Knapp zwei Stunden lang ließen sie sich über Hof und angrenzende Flächen führen, die Hack seit einem Vierteljahrhundert streng ökologisch und unter natur- und umweltschützerischen Gesichtspunkten bewirtschaftet. Vor allem die biologische Vielfalt versucht Hack, der mit 17 anderen Ökobetrieben das Artenschutzprojekt Kolk (Koordinierungsstelle Lauenburgische Kulturlandschaft) betreibt, voranzubringen: „Ich fordere auch von den Grünen ein noch beherzteres Eintreten für den Artenschutz.“

Bereits vor einem Jahr habe er eine Petition mit 2700 Unterschriften an Umweltminister Robert Habeck in Kiel übergeben, um die Wichtigkeit zu betonen. Dieser hatte sich auch eingesetzt — und mit seinem Knickerlass die konventionell arbeitenden Bauern gegen sich aufgebracht. Aber nicht nur Habeck, auch die Parteioberen in Berlin, Jürgen Trittin und Cem Özdemir, hatten sich jüngst mit Kommentaren zur Landwirtschaft Feinde gemacht. Trittin hatte in einem Interview gesagt, dass es notwendig sei, das Tierarzneigesetz zu ändern. Nur so könne dem „Drogenhandel“ im Stall Einhalt geboten werden. Die Bauern sahen sich kriminalisiert und liefen Sturm. Konstantin von Notz erklärte den Ausspruch, dass damit nicht die Landwirte, sondern eher die Honorierung der Tierärzte gemeint waren.

Außerdem gestand er seinem Fraktionschef in Berlin zu, „auch mal einen schlechten Tag“ zu haben.

Kopfschütteln dagegen erntete der Bundesvorsitzende Cem Özdemir auch bei von Notz und von Cramon. Dessen Behauptung, Schweinen müsse man den Rüssel abschneiden, weil es in den Ställen so eng wäre, sei schlichtweg „daneben“. Ansonsten freuten sich die grünen Gäste am Kaffeetisch bei Detlef Hack über das sonnige Wetter und nahmen als Erinnerung noch einen selbst gepflückten und biologisch einwandfreien Kürbis mit nach Hause.

Der Lämmerhof
Seit 25 Jahren bewirtschaftet Detlef Hack seinen Hof ökologisch. Mit Pachtflächen hat der Lämmerhof eine Größe von 500 Hektar. 200 Hektar werden als Grünland für den Naturschutz genutzt, 75 Hektar sind „Kolk“ vorbehalten, um die biologische Vielfalt — Biodiversität — zu gewährleisten. Auf den restlichen 225 Hektar wird Ackerbau betrieben — allerdings streng nach Ökoanbaurichtlinien.

Joachim Strunk

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