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Lauenburg Grund zur Hoffnung auf Besserung
Lokales Lauenburg Grund zur Hoffnung auf Besserung
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16:34 24.11.2018
Anna Linas Eltern, Dirk und Katrin Benke, können es nicht fassen, wie groß die Hilfe für sie durch mitfühlende Menschen ist. Quelle: Matthias Wiemer
Groß Grönau

Das schwer krebskranke Mädchen Anna Lina Benke aus Groß Grönau ist noch lange nicht über den Berg. Doch ihr Zustand hat sich deutlich gebessert, Ärzte und die Familie haben wieder mehr Hoffnung und blicken etwas positiver in die nähere Zukunft. Vor allem die überwältigende Hilfsbereitschaft von Sportvereinen in Lübeck, aus der Gemeinde Groß Grönau und von vielen Menschen, denen das Schicksal der Familie nahe ging, half den Benkes deutlich weiter. „Wir sind unendlich dankbar, müssen nicht mehr an die nächsten Rechnungen denken und haben vor allem jetzt den Kopf frei, uns nur noch Anna zu widmen“, sagte Vater Dirk Benke in einem Gespräch mit den LN.

Wie mehrfach berichtet, war die Familie durch die schwere Hirntumorerkrankung der Tochter (11) plötzlich auch noch in eine akute wirtschaftliche Krise geraten. Vater und Mutter waren bislang beide in guten Stellungen berufstätig. Doch durch die Schwersterkrankung der Tochter, die längere berufliche Ausfallzeiten nach sich zog, verlor Dirk Behnke seinen Job, seine Frau Katrin ist seit längerer Zeit krankgeschrieben und erhält nur noch Krankengeld. Da aber nicht nur die Kosten des normalen Lebensunterhalts weiterlaufen, sondern auch noch besondere Ausgaben im Zuge der Therapie des Mädchens aufliefen, drohte im Spätsommer der wirtschaftliche GAU für die Familie.

Anna Linas Onkel Dennis Moldenhauer organisierte ein Benefiz-Fußballspiel. Quelle: HFR

Durch das Engagement der Verwandtschaft mit ihren guten Kontakten zu Sportvereinen und die Hilfe des Büchener Fördervereins zur Hilfe für das schwersterkrankte Kind von Peter Schmid konnte eine enorme Welle der Hilfsbereitschaft initiiert werden. Alleine ein Fußball-Benefizspiel in Lübeck erbrachte rund 20000 Euro. Peter Schmid berichtet, dass bis jetzt über 724 Einzelspenden eingegangen seien, von Großspenden bis zu vielen kleinen Summen. Schmid, der den Spendeneingang und die korrekte Verwendung der Spendengelder koordiniert: „Die wichtigsten Rechnungen konnten bezahlt, das Konto ausgeglichen werden. Das Spendengeld liegt auf einem Sparkonto mit Verfügungsgewalt der Eltern.“

Durch die Hilfsbereitschaft der vielen LN-Leserinnen und -Leser, wofür die Benkes unendlich dankbar sind, konnte jetzt auch ein behindertengerechter Kleinbus angeschafft werden. Das ist wichtig für die Zeit nach der stationären Behandlung von Anna Lina. Sie ist mittlerweile von der Intensivstation auf die normale onkologische Station verlegt worden, nachdem sich die stark in Mitleidenschaft gezogene Nierenfunktion wieder normalisiert hatte. Dennoch habe das Kind weiterhin mit schweren Beeinträchtigungen in Folge der ersten Hirntumorbehandlung zu kämpfen, berichtet Dirk Benke.

Längere Zeit im Rollstuhl

Weil Anna in ihren Bewegungsabläufen noch weitgehend beeinträchtigt ist, steht jetzt zunächst eine Reha in Geesthacht an, von der sich die Ärzte viel versprechen. „Wir sind wieder etwas positiver gestimmt“, sagt Dirk Benke, der daran denken muss, dass die Ärzte das Kind zwischenzeitlich schon fast aufgegeben hatten. Für Januar ist dann eine weitere sechswöchige Strahlentherapie in einer Fachklinik in Essen geplant. Da sind die Eltern natürlich dabei, „denn unsere Anwesenheit ist es hauptsächlich, was unserer Tochter jetzt Mut und Kraft gibt.“

Die Familie steht aber weiterhin vor schwierigen Zeiten. Die Wohnung muss teilweise behindertengerecht umgebaut werden. Denn die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, das Anna Lina über eine gewisse Zeit, vielleicht auch für länger an den Rollstuhl gefesselt sein wird und intensiv betreut werden muss. Dirk Benke: „Wir rechnen schon damit, dass einer von uns auf Dauer nicht arbeiten kann.“ Annas Vater ist besonders dem Arbeitgeber seiner Frau Katrin, der Lübecker Gemeinschaftspraxis Dr. Gollnick, Dr. Grottker und Schröder besonders dankbar. Dort hätte man Katrin Benke eine länger währende Arbeitsplatzsicherung zugesagt und auch noch gespendet. Ganz im Gegensatz zu seinem früheren Arbeitgeber, der ihn wegen seiner Wünsche nach Urlaub zur Betreuung seiner Tochter kurzerhand gefeuert hatte.

Kontakt zum Förderverein Büchen von Peter Schmid: www.rz-foerderverein.de oder Telefon 04155/5668.

Zu viel Medienrummel

Familie Benke ist zwar tief beeindruckt von der Hilfsbereitschaft vieler Menschen, vor allem durch die LN-Berichterstattung. Doch mittlerweile hat ihr Schicksal medial so hohe Wellen geschlagen, dass es den Benkes zu viel wird. Der NDR, ein bekanntes Boulevard-Blatt und weitere Zeitungen berichteten – nicht immer im Sinne der Familie. Sie fühlte sich teils für schöne Schlagzeilen missbraucht, sagt Dirk Benke. Einem privaten TV-Sender haben sie schon abgesagt: „Wir wollen unserer Tochter helfen, aber sie nicht verkaufen.“

Matthias Wiemer

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