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Lauenburg Güster hat Einbrecher im Visier
Lokales Lauenburg Güster hat Einbrecher im Visier
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23:46 08.02.2016
Andreas Fichtner fährt mit seinem Auto mehrmals wöchentlich „Streife“, zusammen mit anderen Bürgern. Quelle: ge

Es ist stockfinster in Güster, denn die Straßenlaternen in der Gemeinde sind nachts aus. Die einzigen Geräusche kommen von einem, zwei oder auch drei Autos, die durch die Straßen der Gemeinde fahren: Die „Nachbarschaftswache Güster“ ist auf der Hut, will potenziellen Einbrechern zeigen, dass sie präsent und wachsam ist.

Andreas Fichtner (42) ist Initiator dieser Gruppe mit acht Leuten, die sich abwechselnd mehrmals in der Woche einen Teil der Nacht um die Ohren schlagen. Fichtner, in Güster aufgewachsen und Vater eines sechsjährigen Sohnes, möchte, dass es friedlich und lebenswert in seiner Heimatgemeinde bleibt. Die Idee für die Nachbarschaftswache kam Fichtner, der als Disponent in der Oldesloer Polizeieinsatzleitstelle arbeitet, nach einem Gespräch mit Bekannten in Linau.

„Nach einer Einbruchswelle in Linau haben sich Bürger dort zusammen getan, um aufzupassen. Da es Ende 2014/Anfang 2015 auch in Güster eine Einbruchswelle gab, wollte ich etwas Ähnliches auch bei uns organisieren“, sagt Fichtner. Er kreierte eine Homepage (www.nachbarschaftswache-guester.de), machte seine Pläne über facebook und auch persönlich im Dorf bekannt und fand einige Mitstreiter.

„Es geht uns ausschließlich um Prävention, wir beobachten. Bei einer Auffälligkeit wird sofort die Polizei gerufen. Wir spielen hier nicht den Hilfssheriff“, sagt der 42-Jährige. Zwei bis vier Stunden, manchmal auch länger, sind die Mitglieder der Nachbarschaftswache in den frühen Abendstunden oder nachts unterwegs. „Das ist langweilig aber notwendig. In kriminellen Kreisen darf sich gern herum sprechen, dass Güster auch nachts aufmerksame Bürger hat“, so Fichtner. Er wiederholt, dass es nicht darum gehe, Täter zu stellen, sondern Straßen und Grundstücke zu beobachten. Und er möchte die Bürger bewegen, wieder mehr mit ihren Nachbarn zusammen zu rücken. „Es ist wichtig, dass man sich kennt, Kontakt hält, den Postkasten im Urlaub leert, die Mülltonne regelmäßig zurück stellt, Rollläden nicht tagelang runter lässt.“ Die Sicherung des eigenen Hauses sei relativ einfach. „Es geht darum, es dem Einbrecher so schwer wie möglich zu machen. Die Statistik zeigt, dass der Einbrecher von seiner Handlung ablässt, wenn das Eindringen länger als fünf Minuten dauert“, sagt Fichtner.

Einige Male sei es in den vergangenen Monaten bereits gelungen, verdächtige Personen der Polizei zu melden und sie somit von ihrem vielleicht kriminellen Vorhaben abzubringen.

So hätten an der Kanalbrücke zwei Transporter mit osteuropäischem Kennzeichen gestanden. In dem einen schliefen zwei Personen, der zweite Wagen war leer, als die Polizei kam. In einer anderen Nacht war ein Auto aufgefallen, das das „Firmenlogo“ einer deutschen Dachdeckerfirma, aber osteuropäische Kennzeichen hatte. „Das Auto ist einige Zeit durch die Straßen in Güster und dann weg gefahren, als wir ihm beharrlich folgten“, sagt Fichtner. Eines ist ihm ganz wichtig: „Wir sind nur Beobachter und würden niemals selbst einschreiten, wenn wir eine auffällige Person bemerken.“

Dass die Bürger in Güster dankbar für diese Initiative und interessiert am Thema Sicherheit sind, zeigte eine Veranstaltung vor kurzem in der Alten Schule. „Mehr als hundert Leute kamen zu meinem Vortrag, wir mussten leider aus Platzgründen einige Leute wieder weg schicken“, sagt der 42-Jährige, der sich nun als ehrenamtlicher Sicherheitsberater bei der Landespolizei ausbilden lassen will.

Prävention auch in Müssen

Die Gemeindevertretung Müssen lädt gemeinsam mit der Polizeidirektion Ratzeburg alle Bürger zu einer Präventionsveranstaltung zum Thema Einbruchsschutz am Donnerstag, 11. Februar, in das Naturkundehaus an der Grundschule ein. Bereits ab 18.30 Uhr stehen dort mit den Fachfirmen für Einbruchsschutz qualifizierte Fachbetriebe für eine individuelle Beratung zur Verfügung.

Polizeikommissar Michael Pahnke gibt ab 19.30 Uhr wichtige Tipps und Hinweise, wie man sich durch sein eigenes Verhalten schützen kann.

Silke Geercken

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