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Güster will mehr „echte Einwohner“

Güster Güster will mehr „echte Einwohner“

Wochenendhausgebiet Am Prüßsee soll zum normalen Wohngebiet werden / Bürger wohnen hier – eigentlich illegal – teilweise seit Jahrzehnten dauerhaft.

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Güster. Die Gemeinde Güster hofft auf mehr Einwohner, genauer gesagt auf mehr legale Einwohner. Sechs Familien haben beantragt, ihr bislang nicht rechtskonformes Wohnen zu beenden. Dafür soll das Wochenendhausgebiet „Am Prüßsee“ in ein Wohngebiet umgewandelt werde. Dauerhaftes Wohnen wäre dann legal.

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Wochenendhausgebiet Am Prüßsee soll zum normalen Wohngebiet werden / Bürger wohnen hier – eigentlich illegal – teilweise seit Jahrzehnten dauerhaft.

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„Ich hoffe auf eine Umwandlung meiner Straße in ein Wohngebiet.“ Dieter Kroszka, Anwohner

„Das Problem ist, dass Melderecht und Baurecht hier nicht gleichrangig laufen.“ Hans-Jörg Johannsen, Planer

„Mitte der 60er Jahre ist in Güster ein Wohngebiet geschaffen worden, welches von den auswärtigen Besitzern überwiegend an den Wochenenden und in den Ferien genutzt worden ist. Die Verhältnisse haben sich in den Jahrzehnten grundlegend geändert“, liest Bürgermeister Wilhelm Burmester den Antrag der Betroffenen vor. So seien die einstigen Wochenendhäuser längst durch richtige Wohnhäuser ersetzt worden und seit teilweise mehr als 14 Jahren wohne man nun in Güster. Dies wolle man nun legalisieren, so der Wunsch der Bewohner.

„Das Problem ist, dass Melderecht und Baurecht hier nicht gleichrangig laufen“, beschreibt Planer Hans-Jörg Johannsen den Ursprung des Problems. So werde bei einer Ummeldung vom Meldeamt nicht überprüft, ob die angegebene Adresse in einem für dauerhaftes Wohnen zulässigen Wohngebiet liege.

Eine Kommunikationslücke, die zu einer illegalen Nutzung verleitet und bei Verkauf von Wochenendhäusern durch Makler oft als „Duldung“ kommuniziert wird – nicht nur in Güster, sondern auch beispielsweise in Mölln. Wochenendhausgebiete hätten durchaus Vorteile, räumt Kreisplaner Michael Birgel ein. Sie seien oft weniger aufwendig und damit günstiger erschlossen, genössen aufgrund ihres Erholungswertes einen besonderen Schutz in Sachen Lärm.

Außerdem sind beim Bau der Gebäude die Vorgaben der Energieeinsparverordnung weit weniger streng. Bei einer Umwandlung würden die in solch einem Wohngebiet eigentlich nicht zum Dauerwohnen genehmigungsfähige Häuser dann Bestandsschutz haben – soweit sie ansonsten keine Schwarzbauten seien. Andererseits gebe es gerade im Hinblick auf die Größe der Häuser inzwischen deutliche Einschränkungen im Baurecht, heißt es vom Kreis.

Doch das Problem für Güster liegt tiefer. Denn die sechs Familien sind nicht allein mit ihrem Wunsch. „Praktisch alle Häuser um uns herum sind inzwischen Wohngebiet. Warum man unseren Bereich bislang noch nicht umgewandelt hat, wissen wir nicht“, sagt Anwohner und Antragsteller Dieter Kroszka.

Allerdings gibt es auf der anderen Seite schon seit Jahren Bestrebungen der Seestraßen-Bewohner, das dortige Wochenendhausgebiet umzuwandeln. Ein Bereich am Dorfsee wurde einst entsprechend in der Nutzung legalisiert. Doch mit einer Umwandlung steigt für die landesplanerische Entwicklung auch die offizielle Größe des Ortes – und dieses Wachstum ist im Landesentwicklungsplan begrenzt. So dürfen die 203 vielfach ganzjährig genutzten Seestraßen-Häuser eben nicht umgewandelt werden. „Der aktuelle Landesentwicklungsplan gilt noch bis zum Jahr 2025. Da ist nicht mehr viel Platz für Güster drin“, sagt Kreisplaner Michael Birgel in Bezug auf die Seestraße. Die paar Häuser am Prüßsee hingegen würden wohl noch gehen.

Holger Marohn

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