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21:18 10.11.2018
Maj Lindeskog vom Hof Hoher Schönberg im Klützer Winkel zeigt ihre kalt gepressten Öle und Nussmuse stilecht in der Historischen Apotheke. Quelle: Dorothea Baumm
Ratzeburg

Um 12 Uhr, so stand es auf der Einladungskarte, sollte der erste Regio- und Designmarkt im Ratzeburger Kreismuseum eröffnet werden. Tatsächlich trieb die Spannung die ersten Besucher schon 20 Minuten vorher in das Museum. „Und Punkt 12 Uhr habe ich die erste Tüte mit Käsekeksen verkauft“, erzählt Laura Lüders. Die junge Integrationslehrerin bietet an ihrem Stand direkt neben dem Haupteingang handgefertigte Köstlichkeiten wie Mispelsenf mit Datteln und Mahoniengelee an.

Hier gibt es Eindrücke vom ersten Regio- und Designmarkt im Ratzeburger Kreishaus

Auch für Katja de Vries war wenige Minuten nach der Eröffnung des Marktes alles geritzt. Unter den ersten Interessierten war ein Paar, dass sich sofort in ein Stehpult aus edlem Holz verliebte. Zack, war das gute Stück verkauft und die Holzgestalterin aus Flensburg hatte 1480 Euro eingenommen. „Das war ein absolutes Highlight“, stellt die Künstlerin begeistert fest, „so darf es gern weitergehen.“

Vitalöle vor der historischen Apotheke

Nicht ganz so glücklich lief der Tag für Maj Lindeskog an. Die junge Frau vom Hof Hoher Schönberg im Klützer Winkel hatte eine große Auswahl an Ölen und Nussmus mit. Und eine Ölpresse, die nun eigentlich kräftig laufen sollte. „Das ist immer ein Besuchermagnet, einfach mal sehen, wie aus Nüssen Öl gewonnen wird und direkt probieren.“ Da sie ihre Ware aber – optisch wunderschön und thematisch passend – vor der Kulisse der historischen Apotheke aufgebaut hatte, gab es spontanes Pressverbot. Denn: Wäre Öl daneben gelaufen, wäre das schlecht für den Holzfußboden.

Dennoch: Die breite Palette der kalt gepressten Öle stießen auf reges Interesse, und Maj Lindeskog erklärte nur zu gern, welches Öl wo und wie zum Einsatz kommt. Die Biologin und Heilpraktikerin präsentiert das Thema pflanzliche Öle unter dem Aspekt der Anwendung für die Gesundheit.

Von der Idee zum Kunst-Stück

Überhaupt war auffällig, wie rege sich die Gespräche an den Ständen entspannen. Als Initiatoren des Marktes war der Mustiner Künstlerin Sabine Egelhaaf und ihrem Mann Christian wichtig, dass keine Handelsware verkauft werden sollte. „Die Betonung liegt auf Regio- ,und Design!’Markt“, haben sie schon im Vorfeld immer wieder betont. Und so ist es auch kein Wunder, dass an jedem Stand kompetente Ansprechpartner sind: Sie wissen schließlich nur zu gut, welche Schritte nötig waren von der Idee zum Kunst-Stück, wie sich die Kosten errechnen – und was sich auf Kundenwunsch vielleicht noch individuell anfertigen lässt.

Da ist die Möllnerin Candida Spahr Carneiro, die gerade einen todschicken, knallroten Hut aufprobiert. Von Hutmacherin Katja Lux, die selbst einen Strohhut mit buntem Knopf trägt, gibt es den Tipp, das Hütchen ein wenig weiter nach hinten zu setzen. Blick in den Spiegel – passt. „Ich mag Hüte“, sagt Spahr Carneiro. Naja, zu übersehen war das nicht, und der Hut steht ihr auch ganz ausgezeichnet.

Design-Besteck und ein anspruchsvolles Holz-Spiel

Ein paar Meter weiter ist Marlies Rick in die Welt von Nadja Bosserts „Knet Confiserie“ eingetaucht. Klingt lustig, sieht hübsch aus – und ist ganz und gar alltagstauglich, denn was Marlies Rick sich so interessiert anschaut, ist Designbesteck. Die ausgefallenen Arbeiten haben auch das Interesse von Edith Holtz-Raber geweckt. Die Künstlerin guckt sich die Stücke sehr genau an. Ja, das gefällt ihr sehr gut. Lob aus berufenem Munde, sozusagen, besser geht’s doch nicht.

Um die Ecke geht es in die Spielzeug-Abteilung des Museums. Die richtige Kulisse für das liebevoll ausgetüftelte Spiel „Penta Ludea“ des Ratzeburgers Ludwig Köppen. Seine Mutter hütet den Stand. Sie hat auch das Buch mit, das sie nach dem schweren Unfall ihres Sohnes geschrieben hat und in dem sie schildert, wie sie ihn zurückbegleitet hat aus dem Koma ins Leben. Das Spiel zu entwickeln, das war für Ludwig Köppen ein Stück Therapie. Und, viel wichtiger noch, ein Weg, sich selbst und der Welt zu zeigen, dass er noch voll da ist, klar im Kopf, bereit, Herausforderungen zu suchen und anzunehmen.

Erzeugnisse von mehr als 20 Ausstellern

Wer sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen möchte, Schönes und Erlesenes, Leckeres und Designtes aus der Region anzuschauen, hat dazu noch heute Gelegenheit: Der erste Regio- und Designmarkt im Ratzeburger Kreismuseum (Am Domhof 12) ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Mehr als 20 Aussteller zeigen in den historischen Räumen ihre Erzeugnisse, dabei gibt es, wie die Organisatoren des Marktes versichern, keine Handelsware. Was zugekauft wird, ist zumindest fair und möglichst regional produziert. Zu sehen und kaufen gibt es Arbeiten aus den Bereichen Schmuck, Holz, Metall, Leder, Keramik, Glas, Textiles sowie Essen und Trinken. Der Eintritt ist frei.

Viel Mode und Schmuck gibt es zu sehen, von klein und dezent bis zu „alle mal herschauen“ und Wow-Effekt. Brautmode von Modedesignerin Kerstin „Kiki“ Lorenz zum Beispiel, Gewebtes von Gabriele Mann oder Lederbekleidung von Andrea Zuther. Es gibt Holzkunst, Schönes und Brauchbares aus Kupfer, und, auf speziellen Wunsch von Christian Egelhaaf, einen Design-Briefkasten von Axel Emcken, der groß ist und optisch ansprechend, und in dem die Zeitung garantiert nicht nass wird.

Hier lesen Sie, wie aus der Idee der erste Regio- und Designmarkt entstand.

Der Auftritt der Veranstalter

Dorothea Baumm

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