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Gute Köpfe aus einer harten Schule

Schwarzenbek Gute Köpfe aus einer harten Schule

Das Gymnasium Schwarzenbek wird 50 Jahre alt. Vier Tage lang wird das große Jubiläum ab morgen gefeiert. Das allerdings nicht am ursprünglichen Standort, sondern in und um den 2008 bezogenen Neubau. In den LN erinnern sich ehemalige Schüler an ihre Schulzeit.

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Generationen von Schülern, Lehrern und Vertretern des Schulträgers haben es seit 50 Jahren noch immer nicht geschafft, der Schule einen Namen zu geben. Der Zusatz „Europaschule“ wurde 1996 lediglich als Titel verliehen.

Quelle: Foto: Marohn

Schwarzenbek. Es ist einer dieser Morgende, die ich, Holger Marohn, als Schüler gehasst habe. Um 6.39 Uhr fährt dieser silberne Klapperzug mit der großen Diesellokomotive am Büchener Bahnhof los. Einschließlich Frühstück und Fahrt zum Bahnhof bedeutete das in der Regel um 5.45 Uhr aufstehen. Und nach der sechsten Stunde mussten wir sogar eine Dreiviertelstunde auf den Zug warten, nach der 7. Stunde sogar eineinhalb Stunden. Ein Leid, das damals viele Büchener Fahrschüler mit mir teilten. Mehr als 27 Jahre ist es jetzt her, dass ich in Schwarzenbek mein Abitur gemacht habe – oder wie es Bürgervorsteher Bothe Grabbe in weiser Voraussicht damals sagte: „Liebe Abiturrentner“. Nun wird die Schule 50 Jahre alt. Anlass für mich, einmal bei anderen Ehemaligen nachzufragen.

LN-Bild

Das Gymnasium Schwarzenbek wird 50 Jahre alt. Vier Tage lang wird das große Jubiläum ab morgen gefeiert. Das allerdings nicht am ursprünglichen Standort, sondern in und um den 2008 bezogenen Neubau. In den LN erinnern sich ehemalige Schüler an ihre Schulzeit.

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An das frühe Aufstehen erinnert sich Henning Vöpel, heute Professor für Volkswirtschaftslehre und Geschäftsführer des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitutes, auch noch gut. „Und natürlich an unzählige Skatrunden in den Pausen unter den Augen unseres Hausmeisters Otto Braun“, sagt Vöpel.

1967 war die Eröffnung des Aufbaugymnasiums ein großer Erfolg für die Stadt. „Zu verdanken hat Schwarzenbek das vor allem drei Personen“, erinnert sich Lateinlehrer Eugen Prinz, der zu dieser Zeit noch in Kiel studierte, der Liebe aber wegen in Schwarzenbek wohnte. Eine Frau Gawron von der Firma Fette, schon damals der größte Arbeitgeber der Stadt, ein Hamburger Kaufmann Niebuhr und natürlich Bürgermeister Hans Koch hätten damals dafür gekämpft, dass auch in Schwarzenbek die Grundlagen für den Ingieursnachwuchs gelegt werden, erzählt Prinz.

Vor allem in der ersten Zeit führte die Schulleitung eine harte Regie. Es wurde fleißig gesiebt. Schulleiter Hansgünter Preuß hat stets Abmeldezettel dabei gehabt für Schüler, von denen er meinte, dass sie zu schlecht seien. Aber er hatte auch Schokokekse in seinem Büro. Für mich als Lehrersohn gab es zumindest in diesem Bereich schon mal eine Sonderbehandlung.

An die harte Hand kann sich auch der heutige AWSH-Geschäftsführer Dennis Kissel erinern. „Ich kam aus Hamburg nach Schwarzenbek und konnte gar nicht verstehen, dass man aufstehen musste, wenn der Lehrer in die Klasse kam.“ Schulleiter Preuß habe ihm dann auch schnell klargemacht, dass noch nie ein Schüler aus Hamburg an das Gymnasium Schwarzenbek gewechselt sei, ohne eine Klasse wiederholen zu müssen. „Ich war dann der Erste“, so der spätere Schülersprecher.

Harte Zeiten hatte auch Jan Marcus Rossa an der Schule. Nach dem abendlichen Volleyballtraining am Freitag bis 22 Uhr und anschließendem Bier in der Pfenningklause ging es regelmäßig sonnabends zur Schule – ja, damals war noch drei Mal im Monat sonnabends Schule. „Wenn ich dann in den ersten beiden Stunden Mathe bei Rudi Witt hatte, war das hart“, sagt Rossa, der gerade für die FDP auf dem Sprung in den Landtag ist.

Allerdings waren nicht alle Sitten so hart. „Weil unsere Klasse so weit hinten war, haben wir in der Sexta oder Quinta in der Pause häufig durch die Fenster zum Schulhof abgekürzt“, erzählt Markus Matthießen, Ex-Landtagsabgeordneter und ehemaliger Geschäftsführer des Lübecker Flughafens. Irgendwann seien sie dann von Pausenaufsicht Ursula Tiedemann erwischt worden und hätten als Strafe ein Bild malen müssen, wie sie aus dem Fenster kletterten.

Oliver Victor, der bereits als Schüler den Lehrern Ende der 80er Jahre die ersten Computer erklärte und mit seinen Programmen später beim Atari 1520 ST ein gefragter Mann war, durfte erst jüngst wieder einem seiner Lehrer auf seinem Kulturbahnhof Schmilau etwas erklären. „Ich habe neulich meinem ehemaligen Physiklehrer Helmut Kempf erstmal die Technik unserer Draisinen erklärt.“

Große Tradition hat auch der Schulsturm, der bis zur Fock-Greulichen Amtszeit durchaus anmeldefrei einen gewissen Überraschungseffekt hatte. Dafür verewigten sich spätere Jahrgänge der Schule auf ihre Weise. „Ich bin stolz, dass unser Marterpfahl mit ans neue Gymnasium gezogen ist und dort noch steht“, sagt Hans Schröder, der als Hotelier noch Kontakt zu vielen Ehemaligen hat.

Chronik – Von der Planung zum Neubau der Europaschule

Erste Pläne für ein Gymnasium in Schwarzenbek teilt das Kultusministerium 1963 mit. 1966 übernimmt die Stadt die Trägerschaft. Mit der Eröffnung 1967 des Aufbaugymnasiums als „Untermieter“ der Realschule übernimmt Oberstudienrätin Ella Volkers die Leitung, 1969 wird Studienrat Hansgünter Preuß zunächst kommissarischer Leiter. Im gleichen Jahr gründet sich der bis heute bestehende Förderverein. Eine Sexta vom Geesthachter Otto-Hahn-Gymnasium wird an das Aufbaugymnasium delegiert.

Die Kemptener Architektur-Professor Friedrich Spengelin wird 1970 mit der Planung des ersten Bauabschnittes des Gymnasiums beauftragt. Im August 1970 nimmt das Gymnasium im Entstehen seinen Betrieb auf – der Grundstein für den Neubau wird aber erst im November gelegt. Der Bau zählt noch heute zu den renommierten Projekten des damaligen Stararchitekten und Stadtplaners.

Die ersten 27 Abiturienten werden 1971 verabschiedet. Das Gymnasium wird in den Folgejahren schrittweise um vier Bauabschnitte einschließlich einer Großsporthalle erweitert. 1979 sind die Hochbauarbeiten abgeschlossen. Die Schule hat 950 Schüler und 57 Lehrer.

Der Kreis verpflichtet sich 1981 für die kommenden zehn Jahre die Stadt mit 50 Prozent der Kosten für das Gymnasium zu bezuschussen. Hansgünter Preuß wird als Leiter 1982 pensioniert, auf ihn folgt Heinrich Ostertun, der nach nur zwei Jahren ins Ministerium wechselt. Ihm folgt Marlene Fock-Greulich. Sie bleibt bis 2000 Schulleiterin.

Den Titel Europaschule bekommt das Gymnasium 1996 verliehen. Ein Jahr später wird der zweisprachige Unterricht eingeführt.

Dr. Joachim Seeliger wird im Jahr 2000 neuer Direktor. Seine Vision eines Neubaus des Gymnasium stellt der damalige Bürgermeister Frank Ruppert Anfang 2004 während einer Bürgerversammlung vor. Das Areal an der Kerntangente wird gewählt. Gebaut und betrieben werden soll die Schule für 25 Jahre von einem privaten Konsortium.

Der erste Spatenstich erfolgt 2006, das Richtfest 2007 und der Einzug in den auf geschätzte 23 Millionen Euro teuren Neubau erfolgt schließlich 2008. Die Stadt zahlt anfangs rund zwei Millionen Euro an die Investoren, Tendenz steigend. Das alte Gymnasium wird für mehr als neun Millionen Euro saniert und künftig Heimat der Realschule.

Frank Schwerdtfeger , heute Direktor des Otto-Hahn-Gymnasiums in Geesthacht, übernimmt 2011 die Leitung der Schule für zwei Jahre kommissarisch. 2013 folgt schließlich Birgit Roschlaub als neue Direktorin.

Festprogramm

Am Mittwoch, 4.Oktober, gibt es ab 10 Uhr einen großen Festumzug durch die Stadt. Zuvor frühstücken die Schüler gemeinsam in ihren Klassen.

Am Donnerstag, 5. Oktober, steht ab 7.30 Uhr ein Spielfest unter dem Motto „Groß gegen Klein“ auf dem Programm. Ab 17 Uhr gibt es eine Talentshow.

Am Freitag, 6. Oktober, läuft neben dem Unterricht der traditionelle „sponsored run“ der Schüler. Ab 20 Uhr steht der Schulball der Oberstufe auf dem Programm.

Am Sonnabend, 7. Oktober, gibt es ein großes Ehemaligen-Treffen für Schülerinnen udn Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der Gymnasiums Schwarzenbek.

Holger Marohn

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