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Lauenburg Gute Konjunkturaussichten: Kein sicheres Indiz für große Gewinne
Lokales Lauenburg Gute Konjunkturaussichten: Kein sicheres Indiz für große Gewinne
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22:33 19.01.2016
Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft in Lütau: Für Malermeister Günter Buer (2.v.li.) aus Wentorf gab es die silberne Ehrennadel von Günther Stapelfeldt (li.), Präsident der Handwerkskammer Lübeck,  Geschäftsführerin Marion Fuchs und Kreishandwerksmeister Markus Räth (re.). Quelle: Philip Schülermann

„Für den Kreis Herzogtum Lauenburg nennt die Handwerkskammer aktuell die eingereichte Anzahl von 447 Lehrverträgen“, sagte Markus Räth erfreut. Das seien sieben mehr als 2014, was auf eine konstante Ausbildungsleistung schließen lasse. Allerdings habe eine interne Abfrage ergeben, dass noch 27 Ausbildungsplätze von September 2015 unbesetzt geblieben seien.

Laut Kreishandwerksmeister sind die Konjunkturaussichten zufriedenstellend, jedoch entwickeln sie sich im Handwerk sehr unterschiedlich: „Beim Kfz-Gewerbe auf niedrigem Niveau, im personenbezogenen Handwerk verbessert und im Nahrungsmittelhandwerk stabil“, sagte Räth. Eine gute Beurteilung sei nur im Bauhandwerk erfolgt.

„Im vergangenen Jahr hat das Handwerk in unserem Kammerbezirk sehr erfolgreich angepackt“, sagte Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck. Das belege auch die vierteljährliche Konjunkturumfrage.„Für das letzte Quartal 2015 sprachen 47 Prozent der Befragten von einer guten, 45 Prozent von einer befriedigenden und nur acht Prozent von einer schlechten Geschäftslage“, sagte Stapelfeldt und machte gleichzeitig deutlich, dass die Umfrage nur eine Stimmung wiedergebe, die an den Auftragseingängen und der Auslastung festgemacht werde — bei extremem Preiskampf kein Indiz dafür, dass Gewinne explodierten. Aus der Auslastung bessere Betriebsergebnisse zu erzielen, darin sieht Stapelfeld eine der Herausforderungen für das kommende Jahr.

Der Zustrom von Flüchtlingen ist auch am Handwerk im Kreis nicht spurlos vorbei gegangen. „Diejenigen, die als Flüchtling zu uns kommen, können Nachwuchs- oder Fachkräfte von morgen sein, auch für das Handwerk“, sagte Stapelfeldt. Markus Räth: „Um Flüchtlinge in unserer Gesellschaft zu integrieren, ist ein wesentlicher Punkt, den Menschen Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu gewähren.“

Lohnbringende Arbeit sei ein wesentlicher Teil für ein erfülltes Leben. Eine interne Abfrage habe ergeben, dass die Erfahrungen der Unternehmer durchweg positiv seien. Einen Druck wie Land und Kommunen angesichts der Zuwanderung spüre das Handwerk nicht — weil bisher nur ein Bruchteil arbeiten dürfe.

Zu den Gästen beim Neujahrsempfang zählte auch Landtagspräsident Klaus Schlie. „Zum Erfolgsrezept gehört Offenheit zur Innovation“, sagte er. Das Handwerk werde nicht durch die Digitalisierung verdrängt. Es sei wichtig, das Glasfasernetz auszubauen. Die Diskussion um das Schließen der EU-Außengrenzen betrachte er mit Sorge. Solche Maßnahmen hätten Auswirkungen auf den Wirtschaftssektor.

Er habe sich eigentlich nicht zu dem Thema Flüchtlinge äußern wollen, sagte Landrat Dr. Christoph Mager. „Das letzte Jahr war für alle eine ungeheuere Herausforderung“, sagte er aber dennoch. Jetzt müsse man aber auch zum Regelbetrieb übergehen, damit bei den Bürgern nicht der Eindruck entstehe, man würde die Herausforderungen nicht meistern. 75 Prozent der Auszubildenden würden übernommen, sagte Mager: „Das zeigt, dass Handwerk Zukunft hat und Zukunft ist.“

Kreishandwerksmeister Markus Räth sagte, er werde nicht müde, für die einzelgewerbliche Ausschreibung zu werben, denn das habe große Vorteile für die Unternehmen in der Region — und für die Region selbst. Beim Ausbau des Berufsbildungszentrums (BBZ) geschehe das bereits.

Eine Überraschung gab es für Günter Buer. Der Malermeister aus Wentorf bekam die silberne Ehrennadel für sein Engagement als Unternehmer, Ausbilder und Innungsobermeister. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet“, sagte er. Günther Stapelfeldt lobte Buers Arbeit: „Sie gehören zu den Personen, die wir im Handwerk so dringend benötigen.“

„Zum Erfolgsrezept gehört Offenheit zur Innovation.“
Klaus Schlie, Landtags-
präsident und Kreischef der CDU

Philip Schülermann

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