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Lauenburg Gute Resonanz: 120 Teilnehmer bei Integrations-Konferenz
Lokales Lauenburg Gute Resonanz: 120 Teilnehmer bei Integrations-Konferenz
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20:57 13.11.2017
Auf Augenhöhe von Mensch zu Mensch – Motto der dritten Regionalkonferenz am Sonnabend in der Europaschule Schwarzenbek. Quelle: Fotos: Thomas Biller

„Den Einsatz, den alle Mitarbeitende in der Flüchtlingshilfe leisten, kann man gar nicht genug würdigen“, sagte der aus der ZDF-Serie „SOKO Wismar“ bekannte Frielinghaus. Die aktive Hilfe müsse eine Hilfe zur Selbstbestimmung und Selbstsicherheit sein, „sonst wäre es Besserwisserei und Bevormundung“. Paul Frielinghaus ermunterte die Geehrten aus den verschiedenen Nationen, kurz über ihre Tätigkeiten oder auch Motivationen zu berichten. Nadiya Heims stammt aus Marokko und drückte aus, was viele der Aktiven motiviert: „Das ist für mich kein Job, das ist eine Herzensangelegenheit“, sagte sie. Für seine Mitwirkung bedankte sich Jens Meyer, zweiter stellvertretender Landrat, bei Frielinghaus mit einem Druck von A. Paul Weber. An die Veranstaltungsteilnehmer appellierte Frielinghaus: „Lasst uns diese Idee nicht aufgeben, dass dieses Land Menschen aufnehmen kann.“

Sprachmittlerin Nadiya Heims (48): „Das ist kein Job, das ist eine Herzensangelegenheit“.
Schauspieler und Laudator Paul Frielinghaus (57) kam nach Schwarzenbek.

Viele Partner

Info-Stände luden während der gesamten Veranstaltung zum Dialog ein. Vertreten waren unter anderem Handwerkskammer, DRK, Provention, Runder Tisch Schwarzenbek, Awo, Frauenberatung, KIK – Netzwerk gegen häusliche Gewalt, Kreissportverband, Gleis 21 und Stellwerk, Diakonie, Kreis-Volkshochschule, IQ Netzwerk. Für eine Kinderbetreuung hatten die Veranstalter gesorgt.

thobi

Konzipiert wurde die Veranstaltung von der Koordinierungsstelle für die integrationsorientierte Aufnahme von Flüchtlingen des Kreises Herzogtum Lauenburg (KosiA). „Auf Augenhöhe von Mensch zu Mensch“

lautete das Tagesmotto und mit der Vorbereitung der Veranstaltung und der Einladung hatten Uta Röpcke, Andreas Bockholt und Oliver Augustin von der Koordinierungsstelle offensichtlich ins Schwarze getroffen: Rund 120 Teilnehmer hatten sich angemeldet. In seiner Begrüßung sprach Jens Meyer von einer „nachhaltigen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, um die es bei der Veranstaltung gehe. „Einen entspannten und Brücken bauenden Tag“, versprach sich Ute Borchers-Seelig, Bürgermeisterin der Stadt Schwarzenbek. Sie bescheinigte allen Themen der Arbeitsgruppen „einen besonderen Reiz“.

Für die fünf Arbeitsgruppen, die am Nachmittag zu Themen wie Lebensentwürfe von und für Frauen, Teilhabe, erfolgreiche Bildungsbiographie und Elternarbeit angeboten wurden, hatte die KosiA für die Übersetzungen in verschiedene Sprachen gesorgt.

Einige Sprachmittler entrichteten ihre Grußworte in den Sprachen der verschiedenen Herkunftsländer von Flüchtlingen und Migranten. Sprachlich konnte keiner der Anwesenden alles verstehen, aber alle konnten sich mit Klängen ihrer Muttersprache verstanden und „angekommen“ fühlen.

TV-Ermittler als Stargast in Schwarzenbek

Laudator Paul Frielinghaus wusste, wovon er bei Hilfe zur Integration spricht. Der Schauspieler – unter anderem bekannt als „Dr. Lessing“ in der ZDF-Krimiserie „Ein Fall für zwei“, in der er mit Detektiv Matula 120 Fälle löste – hat eigene Erfahrungen gesammelt. Im Gespräch mit den LN berichtete Frielinghaus, dass er vor eineinhalb Jahren in einer Notunterkunft in Berlin-Wilmersdorf begonnen hat, Sprachunterricht für Flüchtlinge zu geben. „Der Impuls war, einfach etwas tun zu wollen, dass sich die Menschen angemessen begegnen können.“

Für ihn sei es eine beglückende Erfahrung gewesen: „Ich bin von diesen Unterrichtseinheiten immer mit mehr Energie hinausgegangen, als gekommen“, sagt Paul Frielinghaus. Von der Regionalkonferenz in Schwarzenbek hatte er durch die befreundete Uta Röpcke (KosiA) erfahren. Vor vielen Jahren habe man sich in Brasilien kennengelernt. Für den in Berlin lebenden Schauspieler passte es terminlich gut: Zwei Tage nach der Konferenz in Schwarzenbek beginnt er mit Dreharbeiten für die Krimiserie „SOKO Wismar“. Daher der Stoppelbart. „Das ist die Rolle“, sagte Paul Frielinghaus beim Fototermin mit den LN. thobi

Thomas Biller

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