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Lauenburg Habeck verteidigt in Mölln bundespolitische Ambitionen
Lokales Lauenburg Habeck verteidigt in Mölln bundespolitische Ambitionen
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20:19 21.01.2016
Dicke Freunde: Trotz Zeitdrucks hat der Kieler Umweltminister Robert Habeck (Grüne, stehend) am Rande der Kreismitgliederversammlung noch Zeit für einen kurzen Plausch mit dem Möllner Bundestagsabgeordneter Konstantin von Notz (sitzend, rechts). Quelle: Fotos: Holger Marohn

Sie sind Freunde — nicht nur politisch, sondern auch privat: der Möllner Grünen-Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz und Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck. Doch es gibt ein Problem. Denn spätestens, seitdem Habeck vor einigen Monaten seine bundespolitischen Ambitionen öffentlich gemacht hat, sind beide vor allem Kontrahenten um einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste für die kommende Bundestagswahl.

Sollte Habeck sich durchsetzen, wäre der lauenburgische von Notz wahrscheinlich sein Bundestagsmandat los. Ein schwieriges Thema, das am Mittwochabend auch bei der Kreismitgliederversammlung nicht unbeachtet bleibt. Denn für die lauenburgischen Grünen steht beim möglichen Ende einer von Notzschen Karriere in Berlin viel auf dem Spiel. Immerhin finanziert das Bundestagsmandat auch zum großen Teil die Möllner Kreisgeschäftsstelle.

Als „befremdlich“ empfinde er, dass Robert Habeck, der „wunderbare Arbeit in Kiel“ mache, nach Berlin wolle, um dort Minister und Vizekanzler zu werden, sagt ein Mitglied. Habeck versucht, mögliche Wogen gar nicht erst aufkommen zu lassen: „Ich komme bei meiner Arbeit politisch hier an eine Grenze“, so Habeck. Ein anderer Aspekt sei — und das könne man als Ehrgeiz bezeichnen oder mit anderen Nuancen versehen, dass er seinen Beitrag dazu leisten wolle, dass die Grünen „ihren Stimmenanteil optimieren“. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass eine Urwahl des Spitzenkandidaten eine Partei schließlich auch beflügeln könne. Allerdings wolle er keinen Alleingang machen, sondern sich dafür ein entsprechendes Votum der Delegierten des kommenden Landesparteitages holen.

„Auf dem letzten Parteitag war das ja so, dass ich das verkündet habe und dann wurde ein wenig geklatscht“, so Habeck. Mit dem anstehenden formalen Votum wolle er sicherstellen, dass das nicht als „Ego-Ding oder der Robert hat sich das ausgedacht“ verstanden werde. Diese Gradlinigkeit ohne Angst vor Konflikten sei eine Tradition, die „wir in Schleswig-Holstein aufgebaut haben“. Und was sei, wenn er mit seinem Plan scheitere, will ein anderes Mitglied wissen. „Dann bin ich eine Zeit lang grummelig und dann ist das letzte Jahr nie gewesen“, so Habeck. Er sei dann weiter Minister und wenn eine Landtagswahl in Schleswig-Holstein komme, würden andere über seine politische Zukunft entscheiden.

Sein Verhältnis zu Konstantin „Konzi“ von Notz, zu dessen Hochzeitsgästen er sogar gehörte, scheint unter den Ambitionen nicht zu leiden. Obwohl auf dem Sprung zum abendlichen Zug nach Berlin, bahnt sich der Minister noch den Weg durch die Reihen und hat Zeit für eine herzliche Umarmung mit seinem Freund.

Vor Habecks sitzungsbedingt verspäteter Ankunft hatte von Notz bei „seinen“ Grünen noch fleißig Werbung in eigener Sache gemacht. In der Diskussion um die Vorfälle in der Silvesternacht sei er „sehr gespannt, wie es sich weiterentwickelt“. Der AfD bescheinigte von Notz „einen harten Kern, der stark rassistisch und verfassungsfeindlich“ sei. Dennoch habe die AfD „eine Sprengkraft für das konservative Lager, die man sich nicht vorstellen kann“, so von Notz.

„Der Kern der AfD ist stark rassistisch und stark verfassungsfeindlich.“
Konstantin von Notz, Bundestagsabgeordneter
Nur zwei sind sicher
Drei Bundestagsabgeordnete stellen die schleswig-holsteinischen Grünen zur Zeit: Luise Amtsberg, Dr. Konstantin von Notz und Dr. Valerie Wilms. Doch nur zwei Mandate gelten als sicher.
Und da bei den Grünen immer noch die Geschlechterquote gilt, muss bei einer Kandidatur Robert Habecks das zweite sichere Mandat an eine Frau vergeben werden. Und der mittlerweile bundespolitisch etablierte Möllner von Notz wäre als Dritter dann der Wackelkandidat — zumindest wenn er auf der schleswig-holsteinischen Grünen-Liste kandidiert . . . hh

Holger Marohn

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