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Lauenburg Hammer-Prozess: Verteidigung beantragt Freispruch
Lokales Lauenburg Hammer-Prozess: Verteidigung beantragt Freispruch
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18:12 28.05.2016

Nach den Plädoyers der Anwälte hat der Angeklagte das letzte Wort: Unter Tränen entschuldigt er sich für „dieses katastrophale Desaster“ bei seiner Ehefrau, Familie und Freunden.

Im Fall des 51-Jährigen aus Krummesse, der im November 2015 seine Frau mit mehreren Hammerschlägen attackiert hatte, haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung gestern ihre Plädoyers verlesen.

Nach Zeugen- und Gutachteraussagen an den vorausgegangenen Verhandlungstagen beantragte Staatsanwältin Ann-Sofie Portius eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten für versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in einem minder schweren Fall. Zudem geht sie von verminderter Schuldfähigkeit des Angeklagten aus. Portius begründete das Strafmaß mit erheblichen seelischen Belastungen, denen der Angeklagte schon lange vor der Tat ausgesetzt gewesen sei, sowie einer massiven Provokation seitens des Opfers kurz vor der Tat. Die verminderte Schuldfähigkeit ergebe sich aus dem Alkohol- und Medikamenteneinfluss zur Tatzeit.

Die Verteidigung möchte hingegen einen Freispruch. Laut Anwalt des 51-Jährigen sei nicht auszuschließen, dass sein Mandant die Tat im Zustand einer tiefgreifenden Bewusstseinsstörung ausgeführt habe – was Schuldunfähigkeit bedeute.

Sollte das Gericht dies anders sehen, sei der Angeklagte für gefährliche Körperverletzung zu bestrafen; ein Tötungsvorsatz habe nicht bestanden. Der Ehestreit eskalierte in der Nacht vom 13. auf den 14. November. Die Ehepartner waren alkoholisiert, der Mann stand aufgrund einer Verletzung zusätzlich unter Schmerzmitteleinfluss. Nach eigener Aussage provozierte die Frau ihren Mann, warf im Verlauf des Streits seinen Kontrabass aus der Haustür, woraufhin der Angeklagte mehrfach mit einem Hammer auf seine Frau einschlug. Anschließend traf er Vorbereitungen, sie und sich selbst anzuzünden. Doch die in der Nachbarschaft wohnende Tochter unterbrach das Geschehen. Der Hund des Paares hatte die junge Frau alarmiert und veranlasst, das Haus ihrer Mutter und des Stiefvaters aufzusuchen. Dort eingetroffen, alarmierte sie die Rettungskräfte – ihre Mutter überlebte schwer verletzt. Der Mann ist geständig, könne sich an den Ablauf der Tat aber nicht erinnern; auch die Erinnerung des Opfers ist lückenhaft. Klar ist: Das Ehepaar möchte die Tat gemeinsam überwinden. Das Urteil wird Richter Christian Singelmann am 3. Juni verkünden.

lj

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