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Lauenburg Handwerk im Kreis fordert Bekenntnis zur Meisterpflicht
Lokales Lauenburg Handwerk im Kreis fordert Bekenntnis zur Meisterpflicht
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12:44 18.01.2017
Günther Stapelfeldt (l.), Präsident der Handwerkskammer Lübeck, ehrte Dachdeckermeister Torsten Kriedemann aus Mölln mit der silbernen Ehrennadel der Handwerkskammer Lübeck. Quelle: Foto: Grombein

Beim Neujahrsempfang im Gasthaus Basedau in Lütau haben die Kreishandwerkerschaft Herzogtum Lauenburg sowie die Handwerkskammer Lübeck ihre Forderungen an die zukünftige Landes- und Bundesregierung dargelegt.

Ehrung

Die Silberne Ehrennadel steckte Stapelfeldt dem Möllner Dachdeckermeister Torsten Kriedemann, Obermeister seiner Innung im Lauenburgischen und Stormarn, an. Er habe in den Jahren seiner Selbstständigkeit elf Junghandwerker erfolgreich ausgebildet und beschäftige zur Zeit zehn Mitarbeiter.

„Der Meisterbrief ist nicht nur ein Garant für die Stärke des Handwerks, sondern wird auch als Grundpfeiler des Dualen Ausbildungssystems anerkannt“, sagte Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck vor etwa 150 Gästen. Das Handwerk werde die Positionierung der Parteien im Jahr von Bundestags- und Landtagswahl genau betrachten, ergänzte Kreishandwerksmeister Markus Räth.

Die Meisterpflicht als Zugangspflicht für die Selbstständigkeit müsse wieder für alle 53 Handwerksberufe eingeführt werden. 2004 sei diese Pflicht auf 43 Handwerke reduziert worden. „Diese Attacken gegen unser Qualifizierungssystem werden wir nicht akzeptieren“, erklärte Stapelfeldt. Bei den Fliesenlegern sei die Zahl der Betriebe in der Folge von 12 000 auf 72000 gestiegen. „Diese Entwicklung führt zu erheblichen Missständen. Hierzu gehört ein gravierender Qualitätsverlust“, so Räth. „Wir fordern, den Formulardschungel abzubauen“, ergänzte Räth. Beim 2013 in Schleswig-Holstein eingeführten Tariftreue- und Vergabegesetz gebe es erheblichen Verbesserungsbedarf. Aus dem Gesetz resultiere ein Rückgang der Beteiligung an öffentlichen Aufträgen.

Das Handwerk blicke insgesamt auf ein zufriedenstellendes Jahr zurück – vor allem im Baubereich. Es gebe jedoch Gewerke, die mit Problemen konfrontiert seien. So wirkten sich bei Fleischern der große Konkurrenzdruck durch Discounter sowie verschiedene Problematiken der Tierhaltung aus. „Pauschalisierungen haben die Betriebe jedoch nicht verdient“, so Räth. Auch Frieseure litten zunehmend unter den „Billig-Ketten“, die unter dem Motto schnell und billig tätig seien. Diese verstärkten den Druck auf „Qualitäts-Friseure“. „Künftig muss die Einhaltung der Handwerksordnung geachtet werden“ sagte Räth. Schwarzarbeit müsse entgegengewirkt werden. Stapelfeldt rechtfertigte, dass viele Handwerker Preise wegen steigender Material- und Bürokratiekosten erhöht hätten. „Eine gute wirtschaftliche Lage bedeutet nicht, dass wir Handwerker uns jetzt eine goldene Nase verdienen.“

Unter den Gästen aus Wirtschaft, Handwerk und Verwaltung waren auch Landtagpräsident Klaus Schlie (CDU), der Landtagsabgeordnete Christopher Vogt (FDP) und die Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer (SPD).

 Florian Grombein

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