Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Nachwuchswerbung in der Geesthachter Fußgängerzone
Lokales Lauenburg Nachwuchswerbung in der Geesthachter Fußgängerzone
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:34 15.09.2018
Dennis Asmus (links) und Johannes Kawen sind Zimmerer-Azubis, sie zeigten, was sie handwerklich drauf haben.. Quelle: TIMO JANN
Geesthacht

Mit mehr ausgebildeten Fachkräften, einsetzender Digitalisierung und moderner Technik wollen die Handwerker aus dem Lauenburgischen der großen Nachfrage gerecht werden. Beim bundesweiten Tag des Handwerks, an dem sich die Handwerkerschaft des Kreises am Sonnabend mit einem Aktionstag in der Geesthachter Fußgängerzone beteiligte, sollte Nachwuchs geworben werden. „In den Betrieben fehlen einfach Fachkräfte. Deshalb wollen wir den Eltern, die hier mit ihren Kindern unterwegs sind, zeigen, wie modern das Handwerk heute aufgestellt ist und dass nicht jedes Kind Abitur machen muss, um einen Weißer-Kragen-Beruf zu ergreifen“, sagte Marion Fuchs, die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft.

Von Bauhandwerkern über die Kfz-Branche bis hin zu Ofenbauern und Steinmetzen zeigten die verschiedenen Innungen in der Geesthachter Einkaufsstraße, mit was sie heute zu tun haben. „Bei uns ist es mittlerweile eine Kombination aus moderner CNC-Frästechnik und dem traditionellen Handwerk“, berichtete Steinmetzmeister Moritz Helmert. Einige Meter weiter sägten und hämmerten Dennis Asmus und Johannes Kawen, Auszubildende zum Zimmerer im dritten Lehrjahr. „Der Beruf macht mega Spaß“, erklärt Kawen. Für ihn und seinen Kollegen steht fest: Das Handwerk bietet beste Zukunftschancen. Fuchs: „Diese jungen Leute, die mit Leidenschaft für ihr Handwerk brennen, die sind es, die unsere Zukunft ausmachen werden.“

Doch die Innungsmeister treiben auch Sorgen um. „Zimmerer ist ein durchaus attraktiver Beruf für junge Menschen, doch Fleischer möchte aktuell kaum jemand lernen“, so Markus Räth, der Obermeister der Kreishandwerkerschaft. Dabei sei gerade das Fleischer-Handwerk wichtig. „Schließlich reden alle über Billigfleisch, da gilt es doch, das Handwerk zu bewahren, um auf Qualität setzen zu können“, so Räth. Das gelte auch für andere Bereiche.

Aktuell sind viele Auftragsbücher voll, so dass Kunden lange auf Besuch von Handwerkern warten müssen. „Das ist für die Firmen natürlich eine gute Situation, früher wusste man oft manchmal über vier Wochen im Voraus nicht, was zu tun sein wird. Aber das Problem ist ja, dass die Firmen durchaus Mitarbeiter schicken würden, um die Aufträge zu erledigen, aber sie finden keine“, sagt Marion Fuchs. Die hohe Nachfrage gerade im Bauhandwerk führt sie auf die schlechte Zinssituation zurück. „Man bekommt auf der Bank ja nichts für sein Erspartes, da investiert man halt in seine Immobilie, damit man es schön hat“, sagt sie. Räth hat derweil noch ein anderes Problem für Wartezeiten ausgemacht. „Wer einen Dachstuhl bauen lassen möchte, hat schon eine Wartezeit, weil das trockene Konstruktionsvollholz nur mit Lieferzeiten zu bekommen ist“, weiß der Zimmerermeister.

Und so bot der Tag des Handwerks in Geesthacht eine gute Möglichkeit für die Innungen, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. „Es ist klasse, was hier los ist. Davon werden sicher einige junge Leute einmal bei uns im Handwerk ankommen“, zeigte sich Marion Fuchs zufrieden.

Timo Jann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Himmlische Klänge jetzt auch in der Vorhalle des Ratzeburger Doms: Die kleinste, die Paradiesorgel produziert nach aufwendiger Sanierung mehr Klangfarben als je zuvor.

15.09.2018

In Mölln wurde am Freitag die Goedtke-Plastik „Phrixos mit dem Goldenen Vlies“ eingeweiht. Kunstsammler Kurt-Peter Gaedeke hatte das Kunstwerk zurück in die Eulenspiegel-Stadt geholt.

15.09.2018
Lauenburg Spende für Rüdiger Nehberg - Spende für Rüdiger Nehberg

1500 Euro für den guten Zweck. Rüdiger Nehberg erhielt zum zweiten Mal die Spende einer Linauer Familie.

15.09.2018