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Lauenburg Harley-Davidson Breitenfelde stiftet dem Berufsbildungszentrum Mölln ein Motorrad
Lokales Lauenburg Harley-Davidson Breitenfelde stiftet dem Berufsbildungszentrum Mölln ein Motorrad
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16:30 07.12.2018
Happy über das Geschenk:  v.l. Björn Andersson, Azubis Ben Schumacher, Celine Schneidereit und Nicklas Blome. Quelle: Dagmar Gehm
Breitenfelde

 Der Nikolaus kam diesmal in Gestalt des Harley-Händlers Breitenfelde, Björn Andersson. Im Gepäck hatte er ein Motorrad - eine brandneue Harley-Davidson Street Rod, in angesagter mattrot-Lackierung. 140 Auszubildende gibt es insgesamt am Berufsbildungszentrum (BBZ) in Mölln im Bereich der Fahrzeugtechnik, 41 Azubis im ersten Ausbildungsjahr dürfen sich über das großzügige Geschenk freuen, das künftig als Schulungsfahrzeug dienen soll. „Das tolle Motorrad gibt uns die Möglichkeit, die Auszubildenden im Kfz-Handwerk mit dem Schwerpunkt Zweiradtechnik mit berufstypischen Aufgaben und Arbeiten zu beauftragen und reale Arbeitssituationen zu schaffen“, erklärte Ferdinand Schütt, Abteilungsleiter für Kfz-Berufe. „Außerdem soll das Bike im kommenden Frühjahr zur Schulung im Bereich Abgasuntersuchungen am Motorrad eingesetzt werden.“

Moderne Maschine

Die Harley-Davidson Street Rod ist eine etwa 52 Kw (71 PS) starke 750er mit flüssigkeits-gekühltem Motor, handlichem Fahrwerk und ABS-Dreischeibenbremssystem. „Ein Motorrad, das die moderne und dynamische Seite unserer Marke repräsentiert“, so Harley-Händler Björn Andersson, Breitenfelde.

Zweirad ist leicht zu verstehen

„Genial“ findet auch Timo Maltzahn, Obermeister der Innung für das Kfz-Gewerbe Herzogtum Lauenburg, den neuen Lernträger: „Bei einem Motorrad bekommt man viel mehr Einsicht in die Technik als bei einem Auto, wo sie sehr versteckt ist. Beim Zweirad baue ich nur ein paar Verkleidungen ab und kann schon alles sehen.“

In der dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker kam der Schwerpunkt Motorradtechnik bislang zu kurz. Entsprechend erfreut zeigt sich deshalb auch der stellvertretende Schulleiter Matthias Links: „Die Maschine bedeutet eine großartige Unterstützung in Bezug auf unsere Ausstattung, die wir uns sonst nicht leisten könnten. Bisher konnten wir Zweiräder nur in der Theorie anhand von Bildern erklären.“

Dank der Azubis

Drei Azubis wurden dem Harley-Händler bereits vom BBZ Mölln vermittelt. Und mit Unterstützung der Werkstatt schrieb Celine Schneidereit (16) eine Schul-Projektarbeit, für die sie die Note eins plus erhielt. Im September hat sie ihr erstes Ausbildungsjahr in Mölln begonnen: „Ich finde es richtig cool, dass wir jetzt ein Motorrad haben und nicht nur an Autos schrauben.“ Auf alle Fälle möchte sie nächstes Jahr ihren Motorrad-Führerschein machen. Den hat Nicklas Blome zwar schon in der Tasche, aber es fehlt noch die eigene Maschine. „Bei Björn Andersson habe ich 2013 ein Praktikum gemacht“, sagt der 19-jährige. Damals war es aber sehr schwer, hier im Norden einen Platz für eine Ausbildung zu bekommen.“

Azubi Ben Schumacher (22) besitzt zwar schon ein Motorrad, findet es aber interessant, mal eine Harley auseinander zu nehmen: „Die bekommt man sonst nur im Straßenverkehr zu sehen. Dass wir uns jetzt richtig damit beschäftigen können, finde ich spannend.“

Win-win-Situation für alle Beteiligten

Für den ehemaligen Berufsschüler beim BBZ Mölln, Stefan Pomplun, hat sich die Ausbildung bei Björn Andersson in Breitenfelde längst ausgezahlt. Inzwischen arbeitet der 30-jährige dort als Geselle. „Damals bekam man in Mölln nur Bauteile in die Hand, die vom Auto stammten.“ Seine Leidenschaft fürs Schrauben kann er nun schon seit 14 Jahren in Breitenfelde mit Zweirädern ausleben.

Die Nikolaus Schenkung bedeutet eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Auch für Björn Andersson, der damit die nächste Generation der „born to be wild“-Fans anfüttert. „Durch die Azubis erfuhr ich, dass es beim BBZ keine Möglichkeit gibt, ein Motorrad auseinander zu schrauben und wieder zusammen zu setzen. Das geht ja gar nicht, dachte ich. Und dann wurde das Ganze zu einer ziemlich spontanen Nummer“, meint der Harley-Händler, der seit über vier Jahrzehnten beruflich mit den Maschinen aus den USA zu tun hat.

Nur ein Vierteljahr lag zwischen dem Versprechen und seiner Einlösung. Die Street Rod ist laut Andersson das ideale Lehrmodell: „Weil sie jede Menge technische Eigenschaften besitzt, die für viele moderne Motorräder zutreffen. Ich hoffe, den Azubis einen Anstoß geben zu können, um mit der nötigen Sach- und Fachkenntnis die Motorrad-Szene zu bereichern“.

 

Dagmar Gehm

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