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Lauenburg Harter Frost — für Fledermäuse das Ende
Lokales Lauenburg Harter Frost — für Fledermäuse das Ende
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02:40 23.12.2012

Der Name Wasserfledermaus deutet auf das Jagdrevier dieser geflügelten Tiere aus der Familie der „Glattnasen“ hin. Sie erbeuten in schnellem Flug (bis 25 Kilometer pro Stunde) fliegende Insekten über dem Wasser.

Sehr geschickt werden auch auf dem Wasser treibende Insekten aufgenommen. Erstaunlich, dass eine solche Fledermaus mit einer Flügel-Spannweite von 25 Zentimetern nur 10 bis 15 Gramm wiegt. Sie muss schon fleißig jagen, um den Tagesbedarf von etwa zehn Gramm zu erbeuten. Diese Fledermäuse jagen im Verband und steigern dadurch den jeweiligen Beuteanteil.

Auch im Winterschlaf bleiben sie in Gruppen beieinander. Und wo finden sie Schutz vor der Eiseskälte? Nun, sie ziehen sich in Höhlen und tiefe Felsspalten zurück. Fällt die Temperatur in den Höhlen unter drei Grad, dann bemühen sie sich, manchmal in Panik, um eine noch wärmere Bleibe, oder sie ziehen sich noch tiefer in die Höhlen zurück.

Es läuft aber bei diesen Tieren keineswegs alles nach Wunsch. Lange Frosteinbrüche ohne ausreichende Schutzmöglichkeiten wirken sich tödlich aus. Doch bei allen schädlichen Einflüssen gilt der Bestand der Wasserfledermäuse nicht als gefährdet.

Das kann man nun auslegen wie man will. Die Art und Weise, wie die Männchen der Wasserfledermaus die Paarung einleiten, ist (zumindest aus menschlicher Sicht) alles andere als zärtlich. Mitten im Winterschlaf weckt das forsche Männchen das Weibchen mit einem Biss ins Genick. Bei allem Verständnis für den lebenswichtigen Wunsch nach Paarung, es gibt wohl kaum ein anderes Tier, das diesen Vorgang mit einem Biss einleitet. Ein Kenner versuchte, mir diese Methode zu erklären: Der Biss ist danach eine Art Kussersatz! Vielleicht ist das aber doch zu menschlich gedacht. Eine „anständige“, allgemein übliche Balz ist der Wasserfledermaus von Natur aus nicht möglich. Da kann man dann wacker über verschiedene Arten von Zärtlichkeiten streiten.

Nach der „bissigen“ Art der Fortpflanzung setzen die Wasserfledermäuse zunächst einmal ihren Winterschlaf fort. Sie erwachen (hoffentlich froh und munter) im Frühling, und die Weibchen bringen in der zweiten Junihälfte den Nachwuchs zur Welt. Ende gut, alles gut! Bei allen Schwierigkeiten und Gefahren in ihrem Leben ist der Bestand der Wasserfledermäuse durch reichlich Nachwuchs nicht gefährdet.

Georg Peinemann

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