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Haustiere in Gefahr: Giftköder und Katzenfänger im Kreis

Mölln Haustiere in Gefahr: Giftköder und Katzenfänger im Kreis

Der Tierschutz im Lauenburgischen warnt: In Mölln wurden Katzen mit einem Transporter entführt, in Groß Grönau vergiftete ein Tierquäler zwei Hunde.

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Hundebesitzer Marcus Bogusat ist noch immer geschockt. Ein Giftköder in seinem Vorgarten in Groß Grönau kostete den Jagdhund-Mischlingen „Lissy“ (2) und „Lea“ (5) fast das Leben. Nur noch der Tierarzt konnte die Vierbeiner retten.

Quelle: Grombein

Groß Grönau. Die Küche, der Flur und das Wohnzimmer von Marcus Bogusat (47) waren voller Blut. Seine Tiere lagen apathisch am Boden und hatten sich immer wieder übergeben, Blut gespuckt. Die Jagdhund-Mischlinge „Lissy“ (2) und „Lea“ (5) hatten einen Tag zuvor erstmals seit langem im Vorgarten des Hauses im Lärchenredder in Groß Grönau getobt. Es fiel Bogusat wie Schuppen von den Augen: Schon Wochen vorher hatte er dort nämlich ein Stück Fleisch mit seltsamer Färbung im Vorgarten gefunden, jedoch achtlos entsorgt. Ein Tierarzt kam sofort und konnte die Tiere knapp vor dem Vergiftungs-Tod retten, indem er ein Verdickungsmittel spritzte. Jetzt sind die Groß Grönauer alarmiert, wollen andere Hundehalter warnen. In Mölln und im Südkreis geht unterdessen offenbar ein Katzenfänger um. Laut Tierschutz wurden Katzen aus der Waldstadt in einem dunkelblauen Transporter vor den Augen der Besitzer entführt. Eine Anzeige liegt der Polizei vor. Parallel häufen sich in Schwarzenbek Vermissten-Anzeigen für Katzen.

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Hundebesitzer Marcus Bogusat ist noch immer geschockt. Ein Giftköder in seinem Vorgarten in Groß Grönau kostete den Jagdhund-Mischlingen „Lissy“ (2) und „Lea“ (5) fast das Leben. Von inneren Blutungen gequält konnte sie der Tierarzt in letzter Minute retten.

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„Vielleicht war es ein Hundehasser — weil wir viele Hunde in der Nachbarschaft haben, wollen wir davor warnen“, erklärt der 47-Jährige den Grund dafür, mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Schock sitzt Bogusat und seiner Frau noch tief in den Knochen. Zwar springen die Hunde, die vor einer Woche noch sterbenskrank waren, wieder fröhlich durch den Garten, ein mulmiges Gefühl bleibt jedoch.

„Wir haben mitgelitten. Es war schlimm, die Tiere kaputt gehen zu sehen“, sagt der Groß Grönauer. Er ging nach dem Vorfall direkt zur Polizei. Aus Mangel an Hinweisen auf eine Straftat wurde die jedoch erst gar nicht aktiv. Die Aussage des Arztes, der aufgrund der Symptome auf eine Vergiftung schließt, überzeugte die örtliche Polizei nicht. Dass sich sein Hund anderswo als im eigenen Garten vergiftet hat, schließt Bogusat aus. „Die Tiere gehen auch im Wald immer an der Leine“, berichtet er.

Auch in Mölln sind Tierschützer alarmiert. Angeblich sollen dort Tierfänger in der Nacht ihr Unwesen treiben. „Wir haben eine entsprechende Anzeige aufgenommen. In der Tilsiter Straße sollen Katzen in einen Tranporter geladen worden sein“, bestätigt Sonja Kurz, Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg. Aus dem Vorgarten eines Mehrfamilienhauses lockten die Täter laut Aussage des Tierhalters, die Katzen mit einem Fressnapf an und schnappten sie.

Gaston Prüsmann, erster Vorsitzender des Möllner Tierschutzes, hatte ebenfalls Kontakt zu besagten Katzenbesitzern. Er weiß zu berichten, dass es dem Besitzer gelungen sei, die Tierfänger zu verfolgen. Er soll sie mit einem Spaten in der Hand auf dem Waldstadtcenterparkplatz aufgehalten haben und die beiden Katzen aus dem Auto befreit haben. „Sie waren schon betäubt, eine Spritze hing noch aus dem Nacken des einen Tieres“, berichtet Prüsmann. Ein paar Tage später wurden die gleichen Fahrzeuge wieder in der Waldstadt gesichtet: „Ein roter Audi 80, ein dunkelblauer und ein weißer Transporter — alle mit polnischen Kennzeichen“, gibt Prüsmann die Erzählungen des Tierhalters wieder. Die Polizei suchte in der zweiten Nacht erfolglos nach den Fahrzeugen. Für Prüsmann steht fest:

Tierfänger sind unterwegs.

Sonja Kurz warnt vor voreiligen Schlüssen: „Die Beschreibung der Fahrzeuge und der Täter ist sehr dürftig. Wir ermitteln zwar, aber derzeit gibt es keine weiteren Fälle dieser Art“, erklärt sie. Es sollte nicht voreilig Panik verbreitet werden.

 Prüsmann sieht es etwas anders: „Ich appelliere an die Tierbesitzer, jetzt noch genauer hinzuschauen und lieber einmal mehr die Polizei anzurufen.“ Er selbst fährt im Augenblick so oft wie möglich Streife. Rückenwind bekommt er aus Schwarzenbek. Auch dort ist bekannt, dass immer wieder Tierfänger unterwegs sind. „Die Katzen werden an Labore verkauft. Ganz beliebt sind mittlerweile auch wieder die Felle der Tiere“, erklärt Dierk Möller vom Schwarzenbeker Tierschutz. Im Augenblick häuften sich im Südkreis Meldungen von Tierhaltern, die ihre Katzen vermissten.

„Das ist für uns immer ein sicheres Zeichen dafür, dass wieder Tierfänger unterwegs sind“, so Möller. Und seine Ehefrau Gabriele berichtet, dass der eigene Kater der Familie mit Namen „Silvester“

vermisst wird. Ihrer Meinung nach wurde er auch von Tierfängern geholt. Sie appelliert nun an Tierhalter, ihrer Aufsichtspflicht gegenüber den Tieren nachzukommen: „Sie sollten aufmerksam sein und die Katzen nachts nicht rauslassen.“

DREI FRAGEN AN . . .

1 Warum haben es Tierhändler auf Katzen abgesehen?

Ihre Felle sind wieder beliebt und werden zu Kleidung verarbeitet. Außerdem werden in Laboren noch immer Tierversuche gemacht. Von derartigen Fällen höre ich immer wieder.


2 Wie können Katzen- und Hundebesitzer ihre Tiere schützen?

Es gilt vor allem, besonders aufmerksam zu sein. Wer eine Beobachtung macht, sollte sich gleich ein Kennzeichen notieren und die Polizei anrufen.

3 Wünschen Sie sich manchmal, die Polizei würde schneller auf Hinweise reagieren?
Die Zusammenarbeit hier in Mölln mit der Polizei ist sehr gut. Doch unsere Tierschutzgesetze sind einfach zu lasch.Tiere werden leider noch immer als Gegenstände behandelt.

Florian Grombein

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