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Lauenburg Heimspiel ohne Gegner
Lokales Lauenburg Heimspiel ohne Gegner
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21:18 06.09.2013
Dr. Nina Scheer warb im Ratzeburger Restaurant Der Seehof um Stimmen für ein Bundestagsmandat. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident . . .

Wie steinig der Weg eines Bundestagswahlkampfs sein kann, davon konnten sich rund 70 Interessierte bei einer SPD-Diskussionsveranstaltung zum Thema Metropolregion im Ratzeburger Seehof ein Bild machen. Die lauenburgisch/stormarnsche SPD-Bundestagskandidatin Dr. Nina Scheer versuchte — in das Thema Metropolregion verpackt — mit Schützenhilfe des Parteifreundes und Ministerpräsidenten Torsten Albig zu überzeugen, warum es jetzt Zeit wäre für eine politische Wende in Berlin.

Zwei schwere, schwarze Limousinen, schwarz gewandete Security-Leute mit Mann im Ohr — der MP benötigt eben sein Mindestequipment, wenn er auf politische Überzeugungstour in die Provinz fährt. Viel zu überzeugen gab es im Seehof jedoch nicht, denn die Veranstaltung glich einem Fußballspiel, bei dem die Mannschaft ohne gegnerische Verteidigung immer kräftig aufs unbemannte Tor schießt. Entsprechend hoch war die verbale Trefferquote. Zumindest bei den Vorlagen, die die schwarz-gelbe Regierung den Sozialdemokraten noch übrig ließ: Mindestlohn muss her; Betreuungsgeld muss weg. Gleicher Lohn für Mann und Frau ist überfällig; mehr Krippenplätze braucht das Land. Hier und da verhaltener Applaus in den Reihen. Man ist sich einig, man kennt die Themen. Nicht zuletzt seit dem TV-Duell Merkel/Steinbrück — und besser als vom Spitzenkandidaten selbst kann der Themenstrauß ohnehin kaum vorgetragen werden. Und das eigentliche Thema Metropolregion? Ach ja, das alles ist natürlich auch in einer Metropolregion von großer Bedeutung.

Auch wenn Landesvater Torsten Albig nicht zu den rhetorischen Leuchttürmen des SPD-Spitzenpersonals zählt, hinterlassen seine Ausführungen immerhin ein so breites Fahrwasser, dass Nina Scheer in ihm unterzugehen droht. Da bleibt ihr nicht mehr so viel zu sagen. Ein bisschen Betonung, man habe die Zunahme von prekärer Beschäftigung natürlich im Fokus. Ein Quantum Empörung über die wachsende Vereinnahmung von Eltern durch die immer brutalere Arbeitswelt. Und weil die SPD die einzige Partei sei, die das alles auf der Agenda habe — ja deshalb seien die Tage der „Noch-Kanzlerin“ Angela Merkel gezählt.

Die Fragen und Beiträge der Zuhörer ranken sich in Details um die zuvor angesprochenen Themen. Niemand fragt danach, wie man es denn wirklich schaffen will, angesichts der Umfragewerte gegen Rot-Grün die jetzige Regierung aus dem Parlament zu fegen. Zum Schluss mahnt ein Zuhörer noch einmal das ursprüngliche Thema Metropolregion an. Der Ministerpräsident holt tief Luft und weit aus, um dann Standards abzuspulen, denen anzuhören ist, auf wie vielen Veranstaltungen sie bereits vorgetragen wurden. Es geht um bessere Koordinierung beispielsweise von Schul- oder Kitakriterien und um angeglichene Nahverkehrstarife. Und es geht um die Nivellierung von Landesgrenzen in einer Region rund um die Metropole Hamburg, deren Nachbarn nicht miteinander konkurrieren, sondern besser zusammenarbeiten sollten. Viel ließe sich dazu noch sagen, aber dann möchte der Kieler Regierungschef — steuert Moderator Peter Eichstädt auf ein Ende zu — auch gern mal ein Ratzeburger Bierchen schlürfen. Aber einen hat Torsten Albig noch: „Keine Angst vor der Metropolregion. Wir nehmen Hamburg nichts weg, wir machen Hamburg möglich.“ Grinsen in der Runde. Na denn, prost.

„Wir nehmen Hamburg nichts weg, wir machen Hamburg möglich.“
Torsten Albig, Ministerpräsident

Matthias Wiemer

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