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Lauenburg Heinold macht’s möglich: Jetzt ist auch die LG am Landesnetz
Lokales Lauenburg Heinold macht’s möglich: Jetzt ist auch die LG am Landesnetz
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22:59 30.05.2018
Heinold besuchte auch einen Informatik-Kursus (9. Klasse), erzählte von eigenen Technikerfahrungen als Zwanzigjährige mit einem damals neumodischen Gerät namens „Fax“ und bekannte sich zur Smartphone-Nutzung.
Ratzeburg

„Schulen ans Netz“ heißt das Investitionsprogramm des Landes, für das in diesem Jahr ursprünglich nur neun Millionen Euro vorgesehen waren. Dank der sprudelnden Steuereinnahmen zog das Bildungsministerium aber weitere sechs Millionen, die für 2019 veranschlagt waren, schon in dieses Jahr vor. Mit den insgesamt 15 Millionen Euro soll der Anschluss von Schulen und Verwaltungsstandorten an das sichere Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz des Landes schnellstmöglich – bis Ende 2020 – erfolgen.

Geld ist im Moment genug da. Also schießt das Land 15 Millionen Euro in das Modernisierungsprogramm für Infrastruktur „Impuls“. Als erste Schule im Kreis freut sich die Lauenburgische Gelehrtenschule in Ratzeburg, die Finanzministerin Monika Heinold höchstpersönlich ans Landesnetz anschloss.

„Fünf bis zehn Schulen pro Woche peilen wir an“, erklärte die Kieler Finanzchefin von den Grünen bei ihrem gestrigen Besuch in der Lauenburgischen Gelehrtenschule in Ratzeburg. Das Gymnasium ist die erste Schule im Kreis, die von der Investitionsmaßnahme profitiert. Weitere (siehe Beistück) werden sukzessive folgen. Bis in zwei Jahren dann alle 800 Schulen im Land Schleswig-Holstein an insgesamt 930 Standorten mit dem Glasfasernetz des Landes verbunden sind.

Natürlich verfügt die Lauenburgische Gelehrtenschule und mit ihr viele andere Lerninstitute in Kreis und Land bereits über ein mehr oder weniger leistungsstarkes Glasfaser-, Breitband- oder (Kupfer-)Kabelnetz. Die LG beispielsweise über das schnelle Netz der Vereinigten Stadtwerke Media. In diesem Fall des „Impuls“-Programms dient der Anschluss der Schulen ans Landesglasfasernetz vor allem der schnelleren Arbeit der Verwaltungen.

„Wir hatten bisher eine Leistung von 4000 kbit im Down- und 1000 kbit im Upload“, erklärt Informatiker Christoph Roeßler, der mit seiner externen Möllner Firma rsNetworx die LG seit 15 Jahren erfolgreich betreut (und einige andere Schulen im Kreis). Diese Werte gingen durch den Anschluss ans Landes-Glasfasernetz fast durch die Decke: Jetzt sind es nämlich 44000 kbit im Down- und 43

000 kbit im Upload. Letzteres ist vor allem für den E-Mail-Verkehr von Bedeutung. „Das geht jetzt wesentlich schneller. Der Unterschied sind Welten!“, schwärmt Roeßler.

Für diesen rasanten Wechsel ins High-Speed-Zeitalter sorgte die stellvertretende Ministerpräsidentin übrigens selbst. Kurzerhand stieg Monika Heinold im angenehm gekühlten Server-Raum der Schule auf eine Trittleiter, um mit einem Schraubendreher den letzten Arbeitsschritt zu tun (Foto) und den Router der Schule mit dem Glasfaserkabel zu verbinden.

Zuvor wurde Heinold von Oberstudiendirektor Thomas Engelbrecht und den anderen Mitgliedern der Schulleitung sowie Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß als Vertreter des städtischen Schulträgers im Foyer der Schule begrüßt. Heinold erfuhr einige wichtige Dinge zur Historie der Schule, die einstmals im heutigen Rathaus an der Demolierung/Unter den Linden residierte und von 2008 bis 2010 bei laufendem Betrieb am Standort Bahnhofsallee umgebaut wurde. Und damals außerdem von der Trägerschaft des Kreises in die der Stadt wechselte. Physik-, Mathe- und Informatiklehrer Dr. Eberhard Pehlemann erklärte der Ministerin außerdem, dass einige (Fach-)Lehrer damals beim Neubau in Eigeninitiative und vorausschauend die räumliche Vernetzung und Verkabelung mitplanen konnten, so dass die Lauenburgische Gelehrtenschule auf einem ziemlich guten Technikstand ist. Pehlemann wünschte sich vom Land diesbezüglich mehr zentrale Planung bei der digitalen Versorgung der übrigen Schulen im Land.

Realisiert wird die Verlegung der Glasfaserstrecken übrigens von dem Unternehmen 1&1 Versatel. Ist der jeweilige Bauabschnitt fertiggestellt, kann der Anschluss in der Schule selbst erfolgen.

Der IT-Dienstleister Dataport ist vom Land beauftragt, alle Schulen, aber auch Schulämter oder Polizeiwachen ans Glasfasernetz der Landesverwaltung anzuschließen.

Am Hebel der Macht

Bereits um 9.30 Uhr wurde die stellvertretende Ministerpräsidentin Monika Heinold im Städtischen Gymnasium in Bad Segeberg erwartet. Hier haben die Erdarbeiten für den Anschluss an das Glasfasernetz gerade erst begonnen. Heinold ließ es sich nicht nehmen, den Fortschritt der Arbeiten vor Ort zu begutachten und sich auch noch in einen kleinen Bagger zu setzen, wo sie – wie gewohnt – an den Hebeln der Macht drücken und ziehen konnte. Der Anschluss der Segeberger Schule soll noch im Sommer erfolgen – rechtzeitig zum neuen Schuljahr.

Demnächst am Landesnetz

Im 2. Quartal (Q2) 2018: Lauenburgische Gelehrtenschule, Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen, Grundschule Vorstadt, Pestalozzi-Schule (alle Ratzeburg) Q3 2018: Gymnasium Wentorf; Grundschule Wohltorf; Schule Steinfeld, Berufsbildungszentrum und Grundschule Tanneck (alle Mölln); Grundschule Nusse, Grundschule St. Georgsberg (Ratzeburg) Q4 2018: Berufsbildungszentrum Schmilauer Straße (Mölln)

Q1 2019: Gemeinschaftsschule, Till-Eulenspiegel-Schule, Marion-Dönhoff-Gymnasium, Astrid-Lindgren-Schule (alle Mölln)

Q2 2019: Schulamt Ratzeburg In Planung: Dalbek-Schule (Börnsen); Schule im Grünen und Grundschule (beide Wentorf/Hbg.); Albinus-Gemeinschaftsschule, Weingartenschule (beide Lauenburg); Grundschule Lütau; Grund- und Gemeinschaftsschule, Gymnasium, Grundschule Nordost (alle Schwarzenbek); Buntenskampschule, Hachede-Schule, Berufsbildungszentrum, Bertha-von-Suttner-Schule, Förderschule, Alfred-Nobel-Schule, Otto-Hahn-Gymnasium, Waldschule, Grundschule Oberstadt, Grundschule Silberberg (alle Geesthacht); Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule und Schule am Steinautal (beide Büchen); Grundschule Müssen;

Fürstin-Ann-Mari-von-Bismarck-Schule (Aumühle); Alfried-Otto-Schule (Dassendorf); Grundschule Kuddewörde; Grund- und Gemeinschaftsschule Stecknitz Krummesse und Berkenthin; Grundschule Breitenfelde;

Grundschule Sterley; Grund- und Gemeinschaftsschule Sandesneben

Antrag fehlt noch: Grüppental-Schule (Escheburg); Centa-Wulf-Schule (Schwarzenbek); Waldschule Groß Grönau

 Wgl Joachim Strunk

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