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Lauenburg Zille Preis 2018 geht an Wolfgang Wagner
Lokales Lauenburg Zille Preis 2018 geht an Wolfgang Wagner
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13:38 10.11.2018
Preisträger Wolfgang Wagner (links) mit Kiwanis-Präsident Gordon Key Quelle: Jens Burmester
Ratzeburg

Er ist fürwahr „ein Mann für alle Fälle“. So titelten vor vielen Jahren schon einmal die Lübecker Nachrichten und so ist es auch heute wieder, wenn wir über Wolfgang Wagner schreiben, der am Donnerstagabend im Rokoko-Saal des Herrenhauses in Ratzeburg den Heinrich Zille-Preis des Kiwanis Clubs Ratzeburg erhielt – vor allem aufgrund seines Engagements für die Jugendarbeit.

Lobende Worte auch vom Kreispräsidenten

„Heinrich Zille wäre sehr stolz auf Sie“, betonte Kiwanis-Präsident Gordon Key in seiner kurzen Begrüßung. Kreispräsident Meinhard Füllner erklärte, dass es etwas ganz Wichtiges sei, jemanden zu ehren oder jemanden zu loben. Da passte ein Zitat des ehemaligen Landesvaters Peter-Harry Carstensen perfekt: „Es ist doch erstaunlich, wie viel Lob ein Mensch verträgt, ohne dass seine Seele daran Schaden nimmt.“ Wir alle müssten dafür sorgen, dass die Gesellschaft zusammenhielte, machte Füllner in seinem kurzen Grußwort deutlich.

Lob sollte es an diesem Abend mehr als reichlich für Wagner geben. Ein kurzes Grußwort sprach auch Möllns Bürgervorsteher Jan-Frederik Schlie, dem sein Ratzeburger Amtskollege Ottfried Feußner den Vortritt gelassen hatte und ihn sogar bat, auch in seinem Namen zu sprechen. Die Laudatio aber hielt Möllns ehemaliger Bürgermeister Wolfgang Engelmann, ein langjähriger Wegbegleiter Wagners. Und der hatte offenbar lange an seinem Text gefeilt, denn war ihm nicht leicht gefallen, alles das, was Wagner in seinem langen Leben geleistet hat, in einer 10-minütigen Redezeit zu verdichten.

„Wie herrlich ist es, nichts zu tun dann von Nichtstun auszuruhen!“ „Genauso, wie dieser Spruch von Heinrich Zille es aussagt, denkt der diesjährige Preisträger aber eben nicht. Auf die Straße gehen, Menschen beobachten, ein Stück Sozialkritik aber eben auch ein ganzes Stück von Sozialhilfe als Weg zur Selbsthilfe –so sieht sich Wolfgang Wagner wohl heute immer noch selbst. Und so wurde und wird er bis heute von seinen vielen Weggefährten gesehen“, so Engelmann.

Ein Glücksgriff für den Kreisjugendring

Das Interesse an der Jugendarbeit war schon geweckt, als sich Wagner entschloss, aus seiner kaufmännischen Tätigkeit bei der Firma Michelsen auszusteigen und in seine eigentliche Lebenswelt einzusteigen. Er wurde im Jahr 1969 hauptamtlicher Mitarbeiter beim Kreisjugendring. Für die Verantwortlich sei das ein wahrer Glücksgriff gewesen. Zu diesem Zeitpunkt war Wagner schon seit einigen Jahren ehrenamtlich in der Jugendarbeit tätig. Dem Orstjugendring ist er bis heute treu geblieben und wurde sogar zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt.

Auch die Möllner Schützengilde weiß Wagners Engagement zu schätzen

Die Leitung des Jugendgruppe „Falken“ hatte Wagner 1982 aufgeben, weil er unbedingt das Jungschützenkorps der Möllner Schützengilde aufbauen wollte. Der damalige Vorstand hatte ihm diese Aufgabe übertragen. „Wie sehr seine Arbeit in der Möllner Schützengilde geschätzt wird, kann man daran erkennen, dass heute Abends sogar der amtierende Möllner Schützenkönig in voller Uniform hier anwesend ist“, so Engelmann. In der Gilde übernahm Wagner noch weitere Aufgaben, unter anderem in der Schießkommission und steht noch heute als Aufsicht im Schießstand der Gilde. Längst ist er zum Ehrenhauptmann ernannt worden.

Neben seinen Tätigkeiten beim Kreis- und Ortsjugendring war Wagner Mitglied des Kirchenvorstands seiner Heimatgemeinde, gehört bis heute dem Kirchen-Aufsichtsteam der Nicolai-Kirche an. Und der heute 85-Jährige zählt zu den Gründungsmitgliedern der Tafel Mölln im Jahr 2004 und gilt heute als rechte Hand der Leiterin der Tafel, Kathrin Schlie.

„Ein würdiger Preisträger.“

„Der Kiwanis Club Ratzeburg hat eine gute Entscheidung getroffen und einen würdigen Preisträger für den Heinrich Zille Preis 2018 ausgewählt. Ich bewundere diesen 85-jährigen Mann, der bis heute stets ein offenes Ohr für die Jugend hat“, schloss Engelmann seine Laudatio. Am Ende der Veranstaltung zauberten die Kiwanier noch einen Scheck über 2500 Euro hervor. Den übergaben sie an den Vorsitzenden des Kreisjugendrings, Jens Pechel. „Das Geld soll für das Möllner Stadtspiel „Tillhausen“ verwendet werden“, erklärte Kiwanis-Präsident Key.

Jens Burmester

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