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Lauenburg Zu Fuß 28 Kilometer um den Ratzeburger See
Lokales Lauenburg Zu Fuß 28 Kilometer um den Ratzeburger See
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20:39 19.09.2018
"Herausforderungsprojekt" der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen (Ratzeburg): Alle rund 110 Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen sind im Rahmen eines Selbsterfahrungs- und Gemeinschaftstages 28 (beziehungsweise zwölf) Kilometer um den Ratzeburger See gewandert. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg/Rothenhusen

Dieser Auftakt wird ihnen lange in Erinnerung bleiben. Hoffentlich auch in angenehmer. Denn was die vor fünf Wochen als Fünftklässler in die Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen (GLS) eingeschulten 110 Mädchen und Jungen am Mittwoch vollbrachten, war schon eine Großtat: Sie – zumindest die Hälfte von ihnen – umrundeten von 9 bis 17 Uhr den kompletten Ratzeburger See. Das ist immerhin eine respektable Strecke von knapp 28 Kilometern!

„Herausforderung“ der GLS-Fünftklässler

„Hut ab vor diesen jungen Sportlern!“, zollten auch Klassenlehrer Falk Engelke und Sportlehrer Drews Fehrs den Zehn- und Elfjährigen Respekt. Selbst diejenigen, die eher Sprachen, Naturwissenschaften oder Musik ihre Lieblingsfächer nennen, haben sich dennoch stolze zwölf Kilometer von der GLS an der Mechower Straße am Ostufer des Ratzeburger Sees bis nach Rothenhusen durchgekämpft. Auch sie sind für ihre Verhältnisse an neue Grenzen gestoßen. Und wissen nun, was körperliche Anstrengung bedeutet.

„Ich habe es mir schwerer vorgestellt“

Die Stimmung zur Halbzeit – der Tross trudelte ziemlich geschlossen gegen 12.30 Uhr am Fährhaus Rothenhusen ein – war überwiegend positiv. Vor allem die Drahtigen unter ihnen, wie Aaron und Tim (beide 10), gaben dem Reporter wertvolle Tipps über das richtige Wie und Warum: „Bis hierhin war es okay – wenn man fit ist!“, erklärte Aaron. Und sein Kumpel schlug in die gleiche Kerbe: „Ich habe es mir eigentlich schwerer vorgestellt. Aber es hängt auch viel von der Nahrung ab und man muss viel Wasser trinken.“ Beide sind sportlich, spielen Fußball oder reiten.

Nach einer halbstündigen Pause an der Wakenitz-Brücke ging es weiter. Die eine Hälfte musste noch eine Dreiviertelstunde auf die Fähre nach Ratzeburg warten, die andere machte sich auf den Weg am Westufer entlang. Ab 14.30 Uhr wartete der Reporter in Buchholz an der Badestelle (neben dem Segler-Verein) auf die wackeren Wanderer. Die kamen mit 45 Minuten Verspätung an. Der sportliche Tim hatte sich von den neun Kilometern seit Rothenhusen beeindrucken lassen: „Boah, ich bin sooo kaputt!“

Krönender Abschluss: ein Grillfest

Nach einem kurzen Bad im See – bei erfrischenden 18 Grad Wassertemperatur – wurden aber alle Geister wieder wach und die qualmenden Füße frisch. Von da an waren es nur noch sieben Kilometer. An der Schule hatten die Erstankömmlinge und Eltern bereits den Grill angeworfen, und der Herausforderungstag wurde bei Würstchen und kalten Softdrinks beschlossen.

Allgemein hörte man überwiegend positive Stimmen und Bilanzen. Sportlehrer Drews Fehrs: „Klar haben manche gerade auf dem zweiten Stück gejammert. Aber so lange sie jammern, ist alles gut. Schlimmer ist, wenn keiner mehr was sagt.“ Falk Engelke, Klassenlehrer der 5a, ist auch beeindruckt von der Leistung der Mädchen und Jungen. „Das ist für viele die erste große körperliche Herausforderung. Und das haben alle gut geschafft.“

Sanitäter im Einsatz – aber nur leichte Fälle

Selbst die achtköpfige Sanitäter-Gruppe der Schule um ihren Leiter Leon und seiner Kollegin Angélique (beide 16 und aus der 10. Klasse) waren zufrieden. Zwar mussten sie verschiedentlich tätig werden: Stützverband nach Umknicken, Salbe gegen Zehprellung nach einem Kick gegen einen zu großen Stein oder Coolpacks gegen Kopfschmerzen („Viele hatten gar keine Kopfbedeckung gegen die starke Sonne mit“, so Angélique). Aber alles in allem waren es keine schweren Verletzungen. Nur ein Fünftklässler musste mit Kniebeschwerden und Nasenbluten vorzeitig abbrechen. Er hatte Glück: Seine Eltern hatten ohnehin Kuchen und Plätzchen zur letzten Versorgungsstation nach Buchholz gebracht. Sie nahmen ihn im Auto mit nach Ratzeburg.

Joachim Strunk

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