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Lauenburg Herber Schlag für Kastorfer Busunternehmen
Lokales Lauenburg Herber Schlag für Kastorfer Busunternehmen
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09:23 06.07.2017
Drei Busse der Firma Dahmetal auf dem Hof des ehemaligen Betriebssitzes in Bliestorf. Quelle: Foto: Jens Burmester
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Ratzeburg/Kastorf

Alle zehn Jahre müssen Buslinien und Busteilnetze europaweit neu ausgeschrieben werden. In Schleswig-Holstein geht es dabei um fast 100 Teilnetze. Ende April hat die Ausschreibung begonnen und jetzt steht nach Submission und eingehender Prüfung das Ergebnis fest. Gewinner ist die Firma Autokraft. Düster sieht es hingegen für das Kastorfer Busunternehmen Dahmetal aus.

28 Buslinien

Die Firma Dahmetal betreibt derzeit insgesamt 28 Buslinien unter dem Dach des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) sowie des Nahverkehrsverbundes NaH.SH. Insgesamt besitzt Dahmetal 85 Busse.

Geschäftsführerin Felicitas Mölders teilte mit, dass ihre Firma verloren habe. Für Mölders und ihr Unternehmen geht es nicht nur um den Verlust der Ausschreibung mit einem Auftragsvolumen über etwa 3,7 Millionen Euro. Im schlimmsten Fall müsste Mölders reagieren und sogar Mitarbeiter entlassen. Schon vor einigen Monaten hatte Betriebsratsvorsitzender Michael Szkucik berichtet, dass seine Kollegen in großer Sorge um ihre Arbeitsplätze seien.

Rembert Mölders, Ehemann von Felicitas und ebenfalls Geschäftsführer der „Dahmetal J. Rudolf & Sohn GmbH & Co. KG“, hatte im Frühjahr gesagt: „Falls wir die Ausschreibung nicht erfolgreich bestreiten, wäre das ein Umsatzverlust von 40 bis 45 Prozent.“

Am 15. Juni war der Auftragsvergabetermin für die europaweite Ausschreibung. Am 3. Juli sind die am Bieterverfahren teilnehmenden Unternehmen über den Ausgang der Ausschreibung und der darauf folgenden Prüfung informiert worden. „Da es sich um ein elektronisches Verfahren gehandelt hat, bleibt den unterlegenen Bietern eine Widerspruchsfrist von zehn Kalendertagen, die mit Ablauf des 13. Juli endet“, erklärt Kreissprecher Tobias Frohnert. „Die Autokraft GmbH hat nicht nur das günstigste Angebot abgegeben. Bemerkenswerterweise enthält die Kalkulation der Autokraft GmbH dabei die höchsten Personalkosten im Vergleich zu den Mitbewerbern, was zumindest die Schlussfolgerung nahelegt, dass die Autokraft GmbH vergleichsweise viel für ihre Mitarbeitenden tut“, sagt der Kreissprecher. Genaue Zahlen werde er nicht öffentlich machen.

Sollte kein Einspruch eingehen, werde der Landrat den Vertrag mit der Autokraft GmbH am 14. Juli unterzeichnen. Das bedeute, dass das ausgeschriebene Netz ab dem 1. Januar 2018 vom voraussichtlich neuen Vertragspartner bedient werde. Dabei werde die Autokraft GmbH mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihrer Möglichkeit Gebrauch machen, Subunternehmer auf den neuen Strecken einzusetzen. „Alternativ wäre wahrscheinlich die Einstellung weiterer Berufskraftfahrer im eigenen Unternehmen nötig. Die inhaltliche Ausfüllung des Vertrages unterliegt insoweit dann aber im Rahmen der vertraglichen Vorgaben dem Auftragnehmer“, sagt Frohnert. Das vorliegende Angebot und der voraussichtlich abzuschließende Vertrag werde zu zusätzlich frei werdenden Mitteln im Bereich ÖPNV führen, die zu einer qualitativen Verbesserung des Angebotes genutzt werden können.

 jeb

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