Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Hertie-Projekt soll Altstadt beflügeln
Lokales Lauenburg Hertie-Projekt soll Altstadt beflügeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:22 08.11.2013
Bevor Hertie einzog, prägten große Karstadt-Banner das Stadtbild.
Mölln

„Wir sind fest davon überzeugt, dass diese Investition zu einem positiven Dominoeffekt führen wird, der die Möllner Altstadt insgesamt, aber vor allem die Hauptstraße wieder zu einem attraktiven Einkaufs-, Wohn- und Erlebniszentrum macht.“ Mit diesen Worten hat Klaus Schlie als Geschäftsführer der Lauenburgischen Treuhand Gesellschaft für Beratung und Sanierung GmbH (LTG) gestern beschrieben, welche Effekte sich die LTG von den Millionen-Investitionen in die früheren Hertie-Immobilien verspricht.

Gestoppt und in sein Gegenteil verkehrt werden soll ein Trend, der nach Schließung der Kaufhäuser jetzt schon seit einigen Jahren für Alarmstimmung unter Kaufleuten, Kommunalpolitikern und der Verwaltung sorgt. Erst vor wenigen Wochen hatte Bürgermeister Jan Wiegels zu einer großen Gesprächsrunde in den Quellenhof eingeladen, um über Ideen und Strategien gegen das unübersehbare Ladensterben im Möllner Ortszentrum zu diskutieren. Mit dem Einstieg der LTG in die Wiederbelebung der alten Hertie-Häuser sieht nicht nur der Verwaltungschef wieder Licht am Ende des zuletzt sehr dunklen Tunnels: „Uns fällt allen ein tonnenschwerer Stein vom Herzen“, sagte Wiegels gestern bei der LTG-Pressekonferenz. Als besonders erfreulich wertete es der Bürgermeister, dass sich lokale Planer und Investoren um die Wiederbelebung der Altimmobilien kümmern. Geschäftsführer Schlie unterstrich das Anliegen der Treuhand-Gesellschaft, sich für die Menschen in der Region in der Pflicht zu sehen und Verantwortung für mittelständische Unternehmen zu übernehmen.

Bei der Sanierung des ehemaligen Hertie-Haupthauses sollen auch die gesamte Technik erneuert und die Fassade „im Sinne des historischen Altstadtbildes“ gestaltet werden. Mit dem Plan, im Untergeschoss etwa 20 Stellplätze zu schaffen, soll sich „die Attraktivität des Hauses als Einkaufszentrum“ enorm steigern. Geschäftsführer Schlie sagte dem Bürgermeister die Bereitschaft der LTG zu, sich an der Entwicklung von neuen Konzepten für die Altstadt und für die Verkehrsplanung im Ortszentrum zu beteiligen. Dabei machte er auch eine klare Aussage zu einer von der Möllner Kommunalpolitik seit vielen Jahren kontrovers diskutierten Frage: „Eine Sperrung lehnen wir strikt ab.“

Ein ideales Zugpferd für den gesamten Einzelhandel der Innenstadt wäre nach Einschätzung der LTG die Ansiedlung eines renommierten Fachgeschäftes. Mit entsprechenden Interessenten werde schon seit einiger Zeit verhandelt. Im Übrigen solle die Revitalisierung des Hauptgebäudes nach einem Stufenmodell vollzogen werden. Das habe den Vorteil, dass mit den ersten Arbeiten umgehend begonnen und betriebwirtschaftlich vernünftig investiert werden könne. Für die oberen Stockwerke des Haupthauses hält sich die Treuhand auch die Option offen, diese Räumlichkeiten für eine „außerordentlich attraktive Wohnnutzung“ vorzusehen.

Außerdem sagte Schlie bei der Pressekonferenz, dass die Treuhand den Beschluss zum Neubau eines kleineren Kurmittelhauses außerordentlich begrüße. Das nächste Projekt der LTG werde die Erweiterung des benachbarten Hotels Quellenhof sein. Darüber hinaus kündigte Schlie intensive Gespräche über die Zukunft des Geländes der früheren Bundeswehrverwaltungsschule an.

Gesellschafter der Treuhand sind die Steuerberatungsgesellschaft Grothkopp und Partner sowie das Rechtsanwaltsbüro Thomas Klahn. Schlie war bisher Vorsitzender des LTG-Aufsichtsrates, jetzt ist er zum Geschäftsführer der Gesellschaft berufen worden, wie er zu Beginn der Pressekonferenz berichtete. Im Sommer hatte eine Tochtergesellschaft der Treuhand die Betreuung der Wohnungen der Gemeinnützigen Kreisbaugenossenschaft übernommen.

Historisches Hoffnungszeichen
Ganz sicher war sich Bürgermeister Jan Wiegels gestern nicht, ob die Übernahme der alten Hertie-Häuser als ein „historischer Tag in die jüngere Möllner Stadtgeschichte“

eingeht. Darüber werden Heimatforscher und Ortshistoriker später zu entscheiden haben. Dessen ungeachtet sind in dieser Woche gleich zwei Entscheidungen gefallen, die nicht nur für den städtischen Handel und das örtliche Gewerbe von enormer Bedeutung sind: Am Dienstagabend beschloss die Gesellschafterversammlung der Stadtwerke eine Investition von etwa vier Millionen Euro in einen Neubau für das marode Kurmittelhaus, zwei Tage später unterzeichnete die Lauenburgische Treuhand den Vertrag zum Ankauf der alten Hertie-Immobilien mit einem zu erwartenden Investitionsvolumen von fünf bis sieben Millionen Euro. Das ergibt zusammen eine Summe, die sich in vielfältigster Weise im Ort bemerkbar machen wird.

Grund zum Ausruhen ist das aber keineswegs, wenn Mölln eine lebenswerte und attraktive Stadt bleiben soll. Der Bürgermeister vergaß das gestern bei allem Jubel nicht: „Weitere Schritte müssen folgen!“


Martin Stein zu zwei

gewichtigen Investitions-

entscheidungen für Mölln.

Martin Stein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Montag ist Martinstag. Die Kinder freuen sich auf Umzüge, Singen und Gottesdienst. Erstmals gehen viele Einrichtungen gemeinsam.

08.11.2013

Die Firma Art of Display hat sich auf Werbetechnik spezialisiert. Die Fläche des Firmengrundstücks in der Eulenspiegelstadt umfasst 24 000 Quadratmeter.

08.11.2013

Fast 50 Jahre hat der Oberverwaltungsrat für die Eulenspiegelstadt gearbeitet. Zu seiner Verabschiedung kamen auch die Ex-Bürgermeister Joachim Dörfler und Wolfgang Engelmann.

08.11.2013
Anzeige