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Lauenburg „Heute noch einen Apfelbaum pflanzen“
Lokales Lauenburg „Heute noch einen Apfelbaum pflanzen“
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20:30 22.03.2017
Infotag an der Streuobstwiese in Ratzeburg mit Peter Schlottmann. Rechts neben ihm Dr. Christel Happach-Kasan, Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, links neben ihm der (neue) Vorsitzende des Ratzeburger Heimatbundes und Geschichtsvereins Peter Godzik. Quelle: Foto: Strunk

Trotz des April-Wetters mit abwechselnd Sonne, Wind und Hagelschauer kamen rund 50 interessierte Gäste am Sonnabend auf die Streuobstwiese zum Stüvkamp in Einhaus, um von Peter Schlottmann und seinen Mitarbeitern über die „Pflege und Ausbreitung alter Obstarten“ informiert zu werden. Schon seit Jahren dabei ist Thorsten Klock, Chef der Baumschule Südflora aus Witzeeze. Der Diplom-Ingenieur zeigte den Teilnehmern, wie sie Reiser und Steckhölzer schneiden müssen, um bestimmte Sippen in den eigenen Garten zu holen, die sonst im Handel kaum bis gar nicht erwerbbar sind.

Peter Schlottmann, Naturschutzbeauftragter der Stiftung Herzogtum Lauenburg, erklärte zudem bei einem Rundgang über die Streuobstwiese und den Obstbaumredder, wie die jeweiligen Obstbäume be- und geschnitten werden müssen, um optimalen Wuchs und gute Ernten zu garantieren. Dr. Christel Happach-Kasan, vom Kreisverband Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, spendierte zudem einige für den Schnitt notwendige und hochwertige Werkzeuge wie Astschere, -zange und Baumsäge. „In Anbetracht des Luther-Jahres möchten wir die Bedeutung des Apfels oder Apfelbaums hervorheben“, erklärte Happach-Kasan. Der Reformator Martin Luther, der seine 95 Thesen vor 500 Jahren an die Wittenberger Kirchtür geschlagen hatte, soll einst gesagt haben: „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“.

Streuobstwiesen gehören zu artenreichsten Biotopen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz weist darauf hin, dass Streuobstwiesen regelmäßig Pflegemaßnahmen benötigen, damit sie einen nachhaltigen Nutzen für Mensch und Natur erzielen. In seinem Projekt „Mehr als nur Obst – Netzwerk Streuobstwiesen Schleswig-Holstein“ informiert der BUND über die ökologische Bedeutung von Streuobstwiesen und schult Ehrenamtliche. Erstmals wird damit auch der kommunale und private Streuobstbestand – Alleen, Einzelbäume in der Landschaft, Obstgärten und -wiesen – erfasst.

Wie gut die Organisation der Streuobstwiese in Ratzeburg/Einhaus klappt, sieht man am Team von Peter Schlottmann. Rund ein Dutzend Freiwilliger kümmern sich unter der Leitung des ehemaligen Schulrates um die Obstbäume. Die regelmäßige Pflege besteht in Schnittmaßnahmen, Beweidung oder Mahd des Unterwuchses und regelmäßigem Baumschnitt. Gut entwickelte und vernetzte Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas und können tausende Organismen beherbergen.

unk

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