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Lauenburg Hier liegt das Gold des Lauenburgischen
Lokales Lauenburg Hier liegt das Gold des Lauenburgischen
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23:18 18.02.2016
Mehr als 7000 Euro hat dieser Eichenstamm aus dem Revier Ravenskamp eingebracht. Henner Niemann, Leiter der Kreisforsten, und Forstwirt Uwe Martens sind zufrieden. Quelle: Fotos: Marohn

Henner Niemann blickt auf die langen Reihen mit Eichenstämmen auf dem Wertholzlagerplatz in Lanken und strahlt. Und der Leiter der Lauenburgischen Kreisforsten hat allen Grund dazu. Es ist Zahltag für den kreiseigenen Waldbewirtschaftungsbetrieb. Es sind die Tage, in denen der Lohn für die Arbeit ganzer Generationen von Forstwirten geerntet wird. Es ist Holzauktion. Und die hatte es in sich.

„Wir sind sehr zufrieden“, sagt Niemann über die erste Holzauktion in seiner Verantwortung als neuer Leiter der Kreisforsten. Rund eine halbe Million Euro werden die Käufer der edlen Hölzer in den nächsten Wochen auf das Konto der Kreisforsten überweisen. 22 Interessenten hatten in den vergangenen Wochen die 437 Stämme aus den lauenburgischen Wäldern genau unter die Lupe genommen und bewertet.

Sie kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar dem angrenzenden Ausland nach Lanken. „Bundesweit sind wir hier mit unserem Wertholzplatz in Lanken und dem Angebot der Landesforsten in Daldorf schon ein sehr beachteter Anbieter, gerade im Bereich Eichen“, sagt Niemann.

844 Festmeter Eiche, fünf Festmeter Roteiche, 203 Festmeter Esche, 25 Festmeter Roterle, acht Festmeter Vogelkirsche, 16 Festmeter Ahorn und zwei Festmeter Hainbuche waren in Lanken im Angebot. „Wenn wir mit jedem einzelnen Interessenten durch die Reviere im Kreis laufen müssten, wäre so etwas gar nicht umsetzbar“, betont Betriebsleiter Niemann die Bedeutung des Wertholzplatzes. Außerdem seien die Stämme, wenn sie noch als Bäume im Wald stünden, oft nicht so genau zu begutachten.

Ohnehin würden die Meinungen über das, was gerade einen einzelnen Stamm so besonders macht, oft auseinandergehen. „Die Kaufinteressenten haben unter Umständen einen ganz anderen Blick als wir“, sagt Niemann. Manchmal sei genau das, was man allgemein als Holzfehler bezeichnen würde, für einige Kunden gerade interessant. So eine gerade im Ansatz befindliche Holzfäule gebe dem Holz eine ganz besondere Farbe. Andere Besonderheiten würden vielleicht nur für Designer interessant sein, für die aber seien sie eben besonders wertvoll. Entsprechend gering sei dann mal die Zahl der Gebote, die aufgerufenen Angebotshöhen aber relativ hoch.

Wertvollster Stamm ist in diesem Jahr ein Eichenholz aus dem Revier Ravenskamp bei Fredeburg/Schmilau. 4260 Euro oder entsprechen 1469 Euro je Festmeter wurden für den sechs Meter langen Stamm geboten. Den höchsten Gesamtpreis erzielte ein 13 Meter langer ebenfalls aus dem Ravenskamp stammender Eichenstamm mit 7844 Euro (1039 Euro je Festmeter). Insgesamt lägen die erzielten Durchschnittpreise bei der Eiche nur unwesentlich unter denen des Vorjahres. „Mein Anteil an so einem wohl mehr als 300 Jahre alten Stamm ist allerdings minimal“, sagt der neue Kreisforstenleiter. Vielmehr stecke in ihm das Werk ganzer Generationen von Waldarbeitern und Förstern.

„Wie so oft gehen in diesem Jahr die besten Stämme in die Furnierverarbeitung“, sagt Niemann. „Aber vielleicht kommen sie später einmal als Möbelstück wieder zurück in Lauenburgische.“ Ein Kreis würde sich dann schließen.

Die Holzauktion

1100 Festmeter Holz aus dem Lauenburgischen waren in diesem Jahr bei der Holzauktion in Lanken im Angebot. Hinzu kommen noch ein paar in Eigenregie vermarktete Stämme der Lübecker Stadtforsten.

392 Stämme sind in den kreiseigenen Revieren geschlagen worden, elf im Möllner Stadtwald sowie 34 weitere in verschiedenen Privatwäldern.

Nach derzeitigem Stand kommen sowohl der teuerste Stamm Schleswig-Holsteins als auch der wertvollste Stamm in diesem Jahr aus den Wäldern des Herzogtums Lauenburg. Bei der landesweiten Zuschlagserteilung gestern in Daldorf wurden keine höheren Gebote bekannt. Lediglich die Lübecker Stadtforsten haben ihre Ergebnisse noch nicht öffentlich bekannt gegeben. Das soll heute erfolgen.

Der Wert der Stämme wird immer wieder auch durch Besonderheiten beeinflusst. Dazu zählen auch natürliche Schäden, die von Liebhabern wiederum geschätzt werden. Eine weniger natürliche Besonderheit weisen immer wieder Stämme aus dem Revier Grünhof auf. Dort wird vor Bombensplittern aus dem Zweiten Weltkrieg gewarnt.

Holger Marohn

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