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Lauenburg Hier wurden Schiffer zur Kasse gebeten
Lokales Lauenburg Hier wurden Schiffer zur Kasse gebeten
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18:25 02.03.2018

Geld brauchte der Staat auch im Mittelalter schon. Eine Zollstation in Lauenburg wurde jedenfalls bereits 1216 erstmals urkundlich erwähnt. Das Gebäude brannte irgendwann ab oder musste wegen Baufälligkeit abgebrochen werden – so genau weiß man das nicht. Fest steht aber, dass im Jahr 1713 ein neues Haus direkt am Ufer der Elbe errichtet wurde. 150 Jahre lang diente das Ziegelgebäude nur wenige Meter vom Fluss entfernt Zollzwecken. Der Elbzoll war nicht nur eine wichtige Einnahmequelle des jeweiligen Herzogs von Lauenburg, die Elbzöllner sorgten auf dem Wasser auch für Ordnung und Sicherheit. Die flussaufwärts fahrenden Schiffe kündigten sich schon 500 Meter vor der Zollstation, nämlich am Kuhgrund, durch einen Böllerschuss an, die in Richtung Geesthacht fahrenden Schiffe mit dem gleich Signal an der Hohnstorfer Steinbuhne.

Strenge Regeln

Klare Regeln herrschten früher an der Zollstation in Lauenburg. Ein Schild machte darauf aufmerksam: „Wer sich an diesem Orte haut, sticht oder schlägt, soll seyn mit dieser Strafe belegt“.

Daneben fand sich eine Zeichnung, auf der man eine abgehackte Hand erkannte. Deutlicher geht es nun wirklich nicht . . .

Bei Niedrigwasser war das Zollhaus übrigens ein Treffpunkt vieler Jugendlicher aus der kleinen Stadt. Sie suchten hier zwischen den Steinen der Uferbefestigung nach Münzen, die den Schiffern beim Bezahlen der Gebühren oder beim Entgegennehmen des Wechselgelds aus den Händen gefallen waren.

1863 wurde das Elbzollamt geschlossen, danach diente es nur noch zu Wohnzwecken. Heute gehört das eigentliche Zollhaus (Hausnummern Elbstraße 26 a und 26 b) zusammen mit dem kleinen Nachbarhaus Nr.

26 und dem ehemaligen Kaufhaus Hagenström (Nr. 28) zu einem Ensemble, in dem 19 Eigentumswohnungen untergebracht sind. Ende der 90er- Jahre war eine Totalsanierung erfolgt, im Jahr 2000 bezogen dann die ersten neuen Bewohner die modernisierten Gebäude. „Vorher war das ganze Bauwerk ziemlich heruntergekommen, es roch überall modrig“, erzählt Peter Perthun, der 2000 ins ehemalige Zollhaus einzog und sich hier sehr wohl fühlt. Vor allem das offene Fachwerk in den Wohnräumen gefällt ihm – es verleiht den Zimmern einerseits Gemütlichkeit, andererseits Großzügigkeit.

Neun Wohnungen befinden sich in den einst vom Zoll genutzten Räumen, zwei im kleinen Nachbarhaus, fünf im ehemaligen Hagenström-Gebäude. Den von den drei Häusern umschlossenen Innenhof nutzten die Bewohner aller Wohnungen gemeinsam. So trifft man sich im Sommer hier schon mal auf ein Glas Wein oder einen fröhlichen Grillabend.

Dass man vom Zollhof aus einen traumhaften Blick auf die unmittelbar vor dem Fenster vorbeifließende Elbe hat, begeistert Bewohner und Besucher gleichermaßen. Die Lage ist aber auch eine Hypothek, denn das gar nicht so seltene Elbhochwasser hat hier schon öfter schwere Schäden angerichtet. Perthun: „Bei der großen Flut 2013 stand das Wasser in den unteren Wohnungen 80 Zentimeter hoch, der Gesamtschaden an unseren drei Gebäuden lag bei 400000 Euro“, sagt Perthun. Die neue Schutzmauer, die den Hof zum Fluss abgrenzt, soll da helfen – auch wenn sie natürlich nicht gerade schön ist.

Norbert Dreessen

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