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Lauenburg Hinsehen! Mitfühlen! Beten!
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18:31 08.04.2017
Von Gert-Axel Reuß, Domprobst in Ratzeburg

Der US-Präsident Donald Trump hat es getan. Amerikanische Raketen haben einen Flugplatz in Syrien zerstört. Weil syrische Flugzeuge Bomben mit Giftgas abgeworfen haben sollen. Wann endlich hat das Leiden der syrischen Menschen ein Ende?

Amerika als Weltpolizist, der diese Regierung nie sein wollte. Russland als Kriegspartei, weil die Diktatur Assads als das kleinere Übel erscheint. Es scheint kaum vorstellbar, dass der Kreislauf der Gewalt und Gegengewalt unterbrochen werden kann.

Und die meisten Völker und Nationen sehen ohnmächtig und ratlos zu. Mehr Geld für die Flüchtlinge? Das ist immerhin eine humanitäre Geste, auch wenn sie die Wurzel des Übels nicht beseitigt. Oder doch? Zu aller notwendigen materiellen Hilfe muss noch etwas dazukommen, damit Menschen sich ändern.

Hinsehen!

Für mich ist dieser Appell der Hauptgrund dafür, dass in unseren Kirchen Kreuze hängen. Sie sind Mahnmale, die verhindern, dass wir die Schattenseiten dieser Welt einfach ignorieren, weil es uns gut geht.

Mitfühlen!

Die Darstellungen des Gekreuzigten sind oft irritierend. Manchmal wirken sie abstoßend, aber ihr Ziel ist: Sie wollen unser Mitgefühl wecken für alle, die leiden.

Beten!

Es gibt ein ohnmächtiges Mitfühlen, das folgenlos bleibt. Das nützt niemandem.

Es gibt ein aufgeregtes Mitfühlen, das zu blindem Aktionismus führt. Dessen Wirkung verpufft schnell.

Unsere Sache ist ein Mitfühlen, das die Hoffnung nicht aufgibt, auch wenn konkrete Schritte der Besserung nicht in Sicht sind. Unsere Sache ist ein Mitfühlen, das in Gott vertraut, dass er die Welt in seinen Händen hält. Unsere Sache ist ein Mitfühlen im Glauben, dass unsere Gebete einen Sinn haben. Aus solchen Gebeten erwächst eine Kraft, die diese Welt verändert. Und uns auch.

LN

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