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Lauenburg Hochwasser in Lauenburg erreicht Höchststand: Merkel erwartet
Lokales Lauenburg Hochwasser in Lauenburg erreicht Höchststand: Merkel erwartet
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17:16 12.06.2013
Das Hochwasser der Elbe erreicht die ersten Häuser in der Altstadt von Lauenburg.
Lauenburg/Hohnstorf

Das Elbhochwasser in Lauenburg hat offenbar seinen Höhepunkt erreicht. In der Nacht habe sich der Wasserstand am Pegel Hohnstorf bei Lauenburg knapp unter 9,60 Meter eingependelt, in Lauenburg selbst lag er bei 9,63 Metern, sagte Krisenstabsprecher Karsten Steffen am Mittwoch. Am Vormittag wurde in Lauenburg ein Pegelstand von 9,64 Metern gemessen. Nach der Vorhersage der Magdeburger Hochwasservorhersagezentrale sollen die Pegelstände in den nächsten Tagen sinken, aber nur langsam. Er rechne damit, dass der Wasserstand der Elbe noch bis zum Wochenende bei über neun Metern liegen werde, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Grimm.

„Wir sind über jeden Zentimeter weniger froh und freuen uns schon, wenn der Wert nicht weiter ansteigt. Denn ein Zentimeter weniger bedeutet 16 Tonnen weniger Wasserdruck für die Deiche“, sagte Steffen. Die werden inzwischen nicht nur von Deichläufern, sondern auch mit Wärmebildkameras aus der Luft überwacht. So sollen undichte Stellen und von unten durchsickerndes sogenanntes Qualmwasser früh erkannt werden.

Am frühen Nachmittag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) nach Lauenburg kommen, um mit Helfern zu sprechen und sich ein Bild von der Lage machen. Später will Merkel noch in das ebenfalls vom Hochwasser betroffene Hitzacker in Niedersachsen fliegen.

Obwohl das Wasser nach Vorhersagen der Behörden voraussichtlich erst am nächsten Dienstag (18. Juni) auf unter neun Meter sinken soll, wollte der Krisenstab bereits am heutigen Mittwoch erste organisatorische Fragen zur Rückkehr der Bewohner der Elbstraße in ihre Häuser klären. Eine Arbeitsgruppe von Experten der Hilfsorganisationen, Polizei, Versorgungsbetrieben und Verwaltung soll entsprechende Empfehlungen erarbeiten. „Wegen der noch hohen Pegelstände bleibt aber offen, ob es heute schon Entscheidungen und einen Terminplan geben wird“, sagte Krisenstabsprecher Karsten Steffen.

Rund 300 Bewohner der Elbstraße hatten am Sonntag dem Elbhochwasser weichen und ihre Häuser verlassen müssen. Sie mussten zu Verwandten, Freunden oder in von Bürgern zur Verfügung gestellte Ersatzquartiere umziehen. „Uns ist klar, dass die Menschen so schnell wie möglich in ihre Wohnungen zurückkehren wollen, aber es wird noch Tage dauern, bis es so weit ist“, sagte Steffen. Durch die Elbstraße lief am Mittwoch noch an vielen Stellen das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch, auch in einigen Häusern stand das Wasser im Erdgeschoss knöchelhoch. Bei der Beseitigung der Schäden können die Betroffenen auf finanzielle Hilfe des Landes hoffen. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hatte am Montag die Einrichtung eines Hilfsfonds angekündigt.

dpa

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