Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Hochwasserschutz: Freie Wirtschaft zu teuer
Lokales Lauenburg Hochwasserschutz: Freie Wirtschaft zu teuer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:13 15.12.2017

„Der Hochwasserschutz in Lauenburg hat hohe Priorität. Aber wir müssen mit öffentlichem Geld verantwortungsvoll umgehen. Deshalb kümmern sich nun Verband, Kommune und Land in Eigenregie darum“, sagte gestern Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Eigentlich hätte diese Aufgabe an Dienstleister aus der freien Wirtschaft vergeben werden sollen. Aufgrund der Projektgröße war der Hochwasserschutz in Lauenburg sogar europaweit ausgeschrieben worden. Die eingereichten Angebote erwiesen sich jedoch als unwirtschaftlich: Selbst das günstigste habe die geschätzten Kosten laut Ministerium um das Dreifache überstiegen. „Das ist nicht akzeptabel“, so der Minister.

Die Rede ist von 1,7 Millionen Euro allein für die Koordinierung der Planungsleistungen, bei Kosten des Gesamtprojektes von 30 Millionen Euro. „Ich behaupte, das können wir als Stadt besser und deutlich günstiger“, sagte Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede. Die Stadt Lauenburg übernimmt nun Aufgaben, die bislang ein externer Anbieter erledigt hatte. So koordiniert sie die Planungen, kümmert sich um Termine und informiert die Öffentlichkeit über den Sachstand. Dafür ist laut Thiede eine bei der Stadt angesiedelte und vom Land finanzierte Stelle vorgesehen. Das Land wird die Planungen technisch überwachen. Dieses Verfahren soll weitere Verzögerungen und eine Kostenexplosion vermeiden. Außerdem stellt das Land Geld für die Arbeiten bereit, heißt es aus Kiel. So habe die Landesregierung bereits mit dem Koalitionsvertrag zugesagt, statt bisher 80 Prozent nun 90 Prozent der Kosten zu übernehmen. Für den Haushalt 2018 wurden zusätzlich rund drei Millionen Euro an Fördermitteln angemeldet.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Kathrin Wagner-Bockey begrüßte die Entscheidung, forderte aber gleichzeitig, der Stadt falls erforderlich, auch mehr Personal zur Verfügung zu stellen.

CDU-Landtagskollegin Andrea Tschacher sieht die Hochwasserschutzplanungen nun „auf einem guten Weg“ . „Dass die Landesregierung jetzt, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, eine höhere Kostenbeteiligung übernimmt, begrüße ich außerordentlich“, sagte Tschacher in Kiel.

Beim Hochwasser im Juni 2013 waren Teile der tief gelegenen Altstadt überflutet worden, mehrere hundert Anwohner mussten für eine Woche ihre Häuser verlassen. Nun soll ein dauerhafter Hochwasserschutz von 9,50 Metern gebaut werden, der noch um 1,5 Meter aufgestockt werden kann.

hm

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Juliane Brenner aus Schwarzenbek ist ein mutiges Mädchen. Die Elfjährige wagte in der Einwohnerfragestunde der Stadtverordnetenversammlung den Schritt in die Öffentlichkeit: Sie bat darum, die Ampel an der Berliner Straße, ihrem Schulweg, nicht abzubauen.

15.12.2017

Chaos im Feierabend-Verkehr auf der Autobahn 25 in Fahrtrichtung Geesthacht: Ein BMW ist dort am Freitag gegen 15.20 Uhr aufgrund eines technischen Defekts liegengeblieben. Es traten größere Mengen Dieselkraftstoff im Bereich des Motors aus dem BMW X5 aus.

15.12.2017

Der Hochwasserschutz für Lauenburgs Altstadt kommt nicht voran. Jetzt greift Umweltminister Habeck durch. Statt eines teuren Planungsbüros wollen jetzt Land, Kommune und Wasser- und Bodenverband das Projekt in Eigenregie umsetzen.

15.12.2017
Anzeige